Di., 15.05.2018

Fußball: Schiedsrichter wird „befördert“ Gerrit Breetholt aus Ochtrup pfeift künftig in der Bundesliga

Klare Ansage, keine Missverständnisse: Seine Sachlichkeit ist eine der großen Stärken des Ochtrupers Gerrit Breetholt.

Klare Ansage, keine Missverständnisse: Seine Sachlichkeit ist eine der großen Stärken des Ochtrupers Gerrit Breetholt. Foto: Heimspiel

Ochtrup - 

Gerrit Breetholt aus Ochtrup hat sich in der Schiedsrichterszene einen Namen gemacht. Künftig pfeift der 22-Jährige in der B-Jugend-Bundesliga. Damit ist dem früheren Linksverteidiger von Arminia Ochtrup ein weiterer großer Schritt nach vorne gelungen. Dabei begann der Töpferstädter erst 2012 mit dem Leiten von Spielen.

Von Marc Brenzel

Innerhalb von nur sechs Jahren von der Kreis- in die Bundesliga aufzusteigen – das ist Gerrit Breetholt gelungen. In der kommenden Saison pfeift der Ochtruper Fußball-Schiedsrichter in der höchsten deutschen Spielklasse der B-Junioren. Damit rückt der 22-Jährige in den exklusiven Kreis der besten Nachwuchs-Referees auf.

„Gerrit ist ein sehr sachlicher Typ, der eine ganze Menge Talent mitbringt“, beschreibt Christian Schmees den jungen Spielleiter. Schmees muss es wissen, denn in seiner Funktion als Steinfurter Schiedsrichter-Lehrwart und Spielebeobachter hat er schon viele Unparteiische genauer unter die Lupe genommen. Und Schmees ist sich sicher: „Gerrits Entwicklung ist noch lange nicht am Ende.“

2012 entschied sich Breetholt für den Job mit der Pfeife. „Ich habe gemerkt, dass es als aktiver Fußballer für mich nicht zum großen Sprung reicht. Da ich mit diesem Sport aber unbedingt verbunden bleiben wollte, bin ich Schiedsrichter geworden“, blickt der ehemalige Linksverteidiger von Arminia Ochtrups Junioren zurück.

Eine Entscheidung, die sich lohnen sollte. Breetholt machte sich einen Namen und stieg 2016 in die Landesliga auf. In Westfalen hat der Töpferstädter auf dieser Ebene aber nie eine Partie geleitet, denn 2015 schloss sich der Jura-Student dem Hamburger Landesverband an. Seither pfeift er für GW Eimsbüttel. „Der Verein lag in der Nähe meines Studentenwohnheims“, berichtet der im Herzen durch und durch königsblaue Schalker Breetholt, wie aus ihm ein Grün-Weißer wurde.

Ganz unproblematisch verlief der Wechsel an die Elbe aber nicht, denn es galt bürokratische Hürden zu nehmen. So erkannten die Hanseaten Breetholts Qualifizierungen nicht an. Doch der Ochtruper lieferte Tests nach und bestach bei Spielbeobachtungen. Den Lohn gab es in Form der Beförderung: Breetholt wurde nicht nur für die B-Jugend-Bundesliga gemeldet, sondern rückte auch noch in den Förderkreis der Hamburger Schiedsrichter auf.

„Sehr cool“, findet Breetholt, dass er bald die Spiele einiger der vielversprechendsten U-17-Talente der Republik leiten darf. Da die Regionalverbände Nord und Nordost eine gemeinsame Staffel bilden, können seine Einsätze Breetholt schon mal bis nach Dresden, Berlin, Leipzig oder Cottbus führen. Gespielt wird in der Regel sonntags um 11 Uhr. Aufgrund der Distanzen und einer optimalen Spielvorbereitung fordert der Verband eine Anreise am Vortag.

„Das ist ein komplett anderes Spielniveau. Dazu kommen Lehrgänge in Frankfurt und Videoanalysen von mir und meinen Spielen. Ich hoffe, ich kann daraus viel für meine sportliche Zukunft mitnehmen“, freut sich der Student schon auf die Spielzeit 2018/19.

Vorbilder des Ochtrupers sind übrigens Dr. Felix Brych und Deniz Aytekin. Brych sei international sehr erfahren und mache kaum Fehler, Aytekin überzeuge mit seiner Persönlichkeit und seiner Ansprache, so Breetholt.

Wohin ihn sein Weg führen könne, kann und möchte der angehende Jurist nicht mutmaßen: „In Deutschland gibt es rund 70 000 Schiedsrichter. Nur 30 davon pfeifen in der Fußball-Bundesliga. Die Regionalliga zu erreichen, könnte für mich vielleicht ein realistisches Ziel sein.“

Den ersten Schritt in diese Richtung hat der 22-jährige mit dem Sprung in die B-Jugend-Bundesliga auf jeden Fall schon gemacht.



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