Fr., 25.05.2018

Abstiegskampf elektrisiert die Landes- und A-Ligisten Wer verscheucht die bösen Geister?

Kein gern gesehener Gast in diesen­­ Wochen: Das Abstiegsgespenst hat sich in manchen Fußballstadien eingenistet.

Kein gern gesehener Gast in diesen­­ Wochen: Das Abstiegsgespenst hat sich in manchen Fußballstadien eingenistet. Foto: imago

Steinfurt/Metelen/Nordwalde - 

Die Wochen der Wahrheit sind passé, jetzt bleiben den Fußballer der Amateurligen nur noch 90 Minuten, um ihr Schicksal zu gestalten. Knisternde Spannung verspricht der Abstiegskampf. Besonders in der Landesliga sowie in der Kreisliga A zeichnet sich ein „Finale furioso“ ab. Mit dem Landesligisten SV Burgsteinfurt sowie den A-Ligisten Matellia Metelen und 1. FC Nordwalde II kämpfen gleich drei heimische Teams ums sportliche Überleben.

Von Heiner Gerull

Wie mag es bloß aussehen, dieses Abstiegsgespenst? Der Fußball setzt viel Fantasie und Kreativität frei, wenn es darum geht, dieses eigentlich nicht fassbare Phänomen zu vermenschlichen.

In diesen Tagen der sportlichen Entscheidung wurde die Spukgestalt mancherorts gesichtet. Sie trug ein weißes, schleierhaftes Gewand, hatte schwarze, tief eingefallene Augenhöhlen und eine hässliche Fratze. Stellt sich die Frage: Wer vermag diesen bösen Geist am letzten Saisonspieltag zu verscheuchen? Der SV Burgsteinfurt, Matellia Metelen und der FC Nordwalde II sind am letzten Saisonspieltag in besonderer Weise gefordert, eine Antwort auf diese Frage zu liefern. Denn in deren Stadien hat sich der furchterregende Dämon eingenistet.

Landesliga

SV Burgsteinfurt –

DJK Eintracht Coesfeld

Die Niedergeschlagenheit nach der 1:3-Niederlage beim SV Herbern war greifbar. Doch beim SV Burgsteinfurt dauerte es nicht lange, um den Blick auf das finale Abstiegsendspiel am Sonntag (Anstoß 15 Uhr) im VR-Bank-Stadion gegen die bereits als Absteiger feststehenden Coesfelder zu richten. „Wir standen 20 oder 25 Spieltage auf einem Abstiegsplatz. Wir sind froh, dass wir jetzt noch einmal die Chance haben, mit einem Sieg alles klarzumachen“, sagt Christoph Klein-Reesink.

Womit der Trainer des SVB die Stimmungslage ziemlich originalgetreu wiedergibt. Im Lager der Stemmerter ist das Glas eher halb voll als halb leer. Was wiederum etwas mit den Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit zu tun hat. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr – es war der 28. Mai – waren die Voraussetzungen vor dem letzten Saisonspiel gegen GW Nottuln ähnlich wie jetzt: Die Gelb-Roten mussten gewinnen, um die Landesliga zu halten, und sie siegten schließlich auch mit 3:0. Gefeiert wurde der Klassenerhalt anschließend auf dem Schützenfest in Sellen. Und da sich auch an diesem Wochenende in Sellen wieder alles um das Schützenfest dreht, sollte es in Anlehnung an den Sketch des Komikers Freddie Frinton lauten: „The same procedure as last year“, was soviel heißt wie: Der gleiche Ablauf wie im vergangenen Jahr.

Klein-Reesink: „Die Anspannung ist groß, aber wir verspüren noch größere Vorfreude und hoffen auf lautstarke Unterstützung.“ Lars Kormann (Leistenprobleme) und Ricardo da Silva (Schienbeinprellung) waren unter der Woche angeschlagen, doch es besteht Hoffnung auf Genesung. Da Kapitän Thomas Artmann seine Magen-Darm-Grippe auskuriert und Lucas Bahlmann seine Sperre abgesessen hat, läuft der SVB in Bestbesetzung auf.

Kreisliga A

Matellia Metelen –

Borussia Emsdetten II

40 Punkte hat Matellia gesammelt, doch ein Zähler fehlt noch, um definitiv auf der sicheren Seite zu sein. „Wir werden aber nicht auf Unentschieden spielen, das wäre zu naiv“, macht Bertino Nacar deutlich, dass Matellia am Sonntag ab 13 Uhr im Stadion an der Ochtruper Straße nichts dem Zufall überlassen will. Dabei geht Metelens Spielertrainer mit gutem Beispiel voran. Trotz einer genähten Platzwunde unter der Augenbraue wird Nacar in der Startformation stehen, sodass nur der wegen der fünften Gelben Karte gesperrte Lukas Kippelt fehlen wird. Auf Schützenhilfe der Ochtruper Arminia, die zeitgleich beim 1. FC Nordwalde II antritt, wollen sich die Metelener nicht verlassen. Nacar: „Die Ergebnisse der vergangenen Wochen spielten uns nicht in die Karten. Deswegen wollen wir unsere Hausaufgabe erledigen und den einen Punkt noch holen.“

1. FC Nordwalde II –

Arminia Ochtrup

Die FCN-Reserve punktete in den vergangenen fünf Spielen besser als der frisch gekürte Meister Germania Horstmar. Doch wie ein schwerer Rucksack lastet die verkorkste Hinrunde auf dem Rücken der Nordwalder. Nur mit einem Sieg am Sonntag (Anstoß 13 Uhr) im Sparkassenstadion – und einer Metelener Niederlage – hätte der FCN die Chance, mit Matellia punktemäßig gleichzuziehen und ein Entscheidungsspiel zu erzwingen. „Wir wissen, dass diese Chance gering ist, aber wir wollen sie durch einen Sieg wahren. Alles andere ergibt sich von selbst“, erläutert Bernd Hahn pragmatisch. Personell schöpft der FCN-Trainer aus dem Vollen.



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