Mo., 04.06.2018

Von Überfliegern und Bruchlandungen TuS Altenberge setzt Akzente

Grund zum Jubeln hatte der TuS Altenberge in der abgelaufenen Saison des Öfteren. Der Aufsteiger spielte als Tabellenvierter eine hervorragende Serie.

Grund zum Jubeln hatte der TuS Altenberge in der abgelaufenen Saison des Öfteren. Der Aufsteiger spielte als Tabellenvierter eine hervorragende Serie. Foto: Thomas Strack

Altenberge/Burgsteinfurt - 

Höchst unterschiedlich waren die Befindlichkeiten beim TuS Altenberge und SV Burgsteinfurt nach Abschluss der Landesliga-Saison 2017/18. Während Aufsteiger TuS die Saison als Tabellenvierter abschloss, stieg der SVB ab. Darüber hinaus gab es viele weitere interessante Details.

Von Heiner Gerull

Eines vorab – wieder einmal hat sich gezeigt, dass diejenigen, die es eigentlich am besten wissen müssten, zum Teil danebenlagen.

Als es in einer Trainer-Umfrage vor Saisonbeginn darum ging, die Meisterschaftsfavoriten zu benennen, da standen der SC Münster 08 und der SV Mesum bei den meisten Coaches ganz hoch im Kurs. Die Prophezeiungen trafen nur zu 50 Prozent ein. Während die Mesumer als Vizemeister den Trend bestätigten, war der hohe Erwartungsdruck beim SC Münster 08 Gift für die sportliche Entwicklung, denn als Tabellenachter verkörperten die Nullachter letztlich nur Mittelmaß.

Dass der SV Borussia Emsdetten, den nur einige Insider ganz oben auf der Rechnung hatten, das Rennen machte, war die logische Konsequenz eines gleichermaßen konstanten wie imposanten Saisonverlaufs. Das Team von Trainer Roland Westers setzte sich am dritten Spieltag an die Tabellenspitze und dominierte fortan die Liga.

Erwähnenswert ist sicherlich die Bruchlandung, die der SC Preußen Lengerich in der zweiten Halbserie erlebte. Orientierten sich die Preußen nach Abschluss der Hinrunde als Tabellenneunter noch eher in Richtung oberes Tabellendrittel, erfolgte in der zweiten Halbserie das böse Erwachen. Schon Anfang November kündigten die ersten Spieler ihre Wechselabsichten zum Saisonende an. Diese Auflösungserscheinungen erzeugten ein Klima, das Verunsicherung innerhalb des gesamten Teams schuf. Das war letztlich die Hauptursache für den Abstieg einer Mannschaft, die aufgrund ihres Potenzials eigentlich nie hätte absteigen dürfen.

Für die größte Überraschung – und das im positiven Sinn – sorgte der TuS Altenberge. Als Aufsteiger in die Saison gestartet, stellte er schon bald unter Beweis, dass er sich nicht nur zu etablieren, sondern darüber hinaus Akzente zu setzen vermochte.

Imponierend war der Auftritt schon deshalb, weil der Erfolg nicht von einer retortenmäßig zusammengekauften, sondern von einer gewachsenen Mannschaft bewerkstelligt wurde. Kennzeichnend dafür ist, dass sich der TuS im Saisonverlauf lernfähig zeigte und sich kontinuierlich steigerte. Waren die Altenberger in der ersten Halbserie vornehmlich im eigenen Stadion eine Macht, so legten sie nach der Winterpause auch auswärts nach. Einiges deutet darauf hin, als sei das Ende der Fahnenstange in diesem Entwicklungsprozess noch nicht erreicht.

Die Stärke der Mannschaft basiert weniger auf physischen und fußballerischen Qualitäten seiner Individuen. Vielmehr ist es im Zusammenspiel von Trainern und Mannschaft gelungen, ein taktisches Gerüst zu entwickeln, das dem Team wie ein Maßanzug auf den Leib zugeschnitten ist. Coach Florian Reckels setzte in seiner konzeptionellen Ausrichtung schon früh auf eine Dreier-Abwehrkette, die sich bei Ballbesitz des Gegners in eine Fünferreihe verwandelt. Keine andere Mannschaft der Landesliga – auch nicht die beiden Top-Teams Emsdetten und Mesum, zeigten sich in ihrer Spielanlage derart variabel.

Über den Abstieg des SV Burgsteinfurt ist schon viel gesagt worden. Ausschlaggebend war der Umstand, dass der Verein aus den Fehlern der Saison 2016/17, als der Klassenerhalt auch schon am seidenen Faden hing, nicht gelernt hat. Letztlich war der Kader zu sehr auf Kante genäht, um Ausfälle von Leistungsträgern zu ersetzen. Richtig war die Maßnahme, Spieler, die sich als Störfaktoren erwiesen hatten, in der Winterpause abzugeben. Das half, die eigenen Kräfte zu bündeln. Doch die Aufholjagd wurde nicht belohnt. Auch deshalb nicht, weil die Burgsteinfurter oftmals späte Treffer kassierten, die ihnen am Ende 14 Punkte kosteten. Der 1:1-Ausgleich im Abstiegs-Endspiel gegen Coesfeld war das Spiegelbild der gesamten Saison.



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