eSport: Gibt es bald eine Kreisliga?
Geburtshelfer für die digitale Kreisliga

Kreis Steinfurt -

Ralf Klöppel und Lars Koschin wollen den eSport im Kreis Steinfurt auf die Ebene des Wettkampfes heben und die Consolenspieler in Wettkämpfen und Ligen zusammenfassen.

Mittwoch, 16.01.2019, 15:18 Uhr aktualisiert: 17.01.2019, 12:16 Uhr
Regelmäßige Master-Turniere sollen in der Rheiner Stadthalle ausgetragen werden. Auf diesem Bild spielen Gamescom-Besucher das Spiel „Heroes of the Storm“. Ralf Klöppel (kl. Bild,l.) und Lars Koschin wollen dem eSport im Kreis Steinfurt zu einer Ligenstruktur verhelfen.
Regelmäßige Master-Turniere sollen in der Rheiner Stadthalle ausgetragen werden. Auf diesem Bild spielen Gamescom-Besucher das Spiel „Heroes of the Storm“. Ralf Klöppel (kl. Bild,l.) und Lars Koschin wollen dem eSport im Kreis Steinfurt zu einer Ligenstruktur verhelfen. Foto: dpa

Beide sind gebürtige Rheinenser, spielten selbst Fußball und betrieben vor Jahren die Computerspiele-Firma „Gamigo“. Nun wagen Ralf Klöppel und Lars Koschin den nächsten Schritt und wollen die Zocker und Konsolenkönige im Kreis Steinfurt für ihre Idee begeistern. Die sieht vor, X-Box-, Playstation- und PC-Spieler in lokalen (Kreis)-Ligen zusammenzufassen und im digitalen Wettbewerb antreten zu lassen.

„Unser Ansatz ist, eine Liga zu schaffen, die regional bekannt und organisiert ist und Leuten aus der Region die Möglichkeit bietet, sich im Wettkampf auszutauschen“, sagt Koschin, der als A 2-Jugendtrainer beim SC Altenrheine sein Ohr an der Basis der Zockerfreunde hat und sich selbst als „Entspannungsspieler“ bezeichnet.

Über ihren Verein „regio-esports“ wollen sie den Stier bei den Hörnern packen und der eSport-Szene ein lokales Gesicht geben. Über das Portal www.regio-esports.com können sich die Gamer online registrieren lassen und dabei unter einer Reihe von Möglichkeiten ihr Lieblingsspiel angeben. Neben der Fifa-Reihe genießen aktuell „Fortnite Battle Royale“, „League of Legends“ und „World of Tanks“ große Popularität. Übrigens auch unter bekannten Fußballprofis: So soll Arsenal-Spielmacher Mesut Özil dem Portal „Wasted on Fortnite“ zufolge bislang mehr als 5200 Partien gespielt haben.

Eine Runde dauert durchschnittlich 20 Minuten. Im Londoner Stadtderby gegen Tottenham Hotspur fehlte der gebürtige Gelsenkirchener laut Teammanager Unai Emery aufgrund von „Rückenschmerzen“ – möglicherweise eine Folge des intensiven Zockens.

Nach Informationen von Klöppel und Koschin sind die meisten E-Sportler alles andere als faule Couchpotatoes: „61 Prozent der E-Sportler treiben auch aktiv Sport“, sagt Kochin und wendet sich direkt an die Sportvereine: „Wir möchten gerne die Vereine und Jugendobleute direkt einbinden.“ Ein Derby zwischen Altenrheine und Wettringen könnte sich so nicht nur auf den grünen Rasen beschränken.

Ihre Motivation für die geplante lokale Vernetzung entsprang dem Frust über die zerfaserte eSport-Szene in Deutschland. Bei einer vom DFB organisierten Info-Veranstaltung in Münster fiel ihnen auf, dass zwar von vielen Seiten der Wunsch nach einer Ligenstruktur kam, es aber schlichtweg am Knowhow fehlt: „Die Verzweiflung war regelrecht spürbar, wie man das anpacken soll. Viele Vereine kamen auf mich zu.“

In der Praxis soll ihre Dienstleistung so funktionieren: Mitspieler aus dem Kreis Steinfurt können sich online registrieren. Je nach Spielform haben die einzelnen Teams eine Größe von sieben bis zehn Spielern. Daneben kann man auch im Singleplayer-Modus zocken, für den neben der Fifa-Reihe auch Hearthstone oder Basketball-Games geeignet sind.

Klöppel und Koschins Verein strebt einen organisierten Ligenbetrieb an, bei dem sich Teams innerhalb eines bestimmten Zeitraums zum Online-Wettstreit verabreden. „Wir planen Kreisliga-, Pokal- oder Stadtmeisterschaften. Die Sieger einzelner Ligen können dann zu einem großen Turnier in der Stadthalle antreten, quasi einem Offline-Event“, schwärmt Klöppel. Die dafür erforderliche Hardware von 20 bis 30 vernetzten Rechnern, dazu X-Box- und Playstation-Stationen würde von ihrem Verein oder Sponsoren gestellt, um den qualifizierten Playern Chancengleichheit zu gewährleisten. Über die Game-streaming-Plattform Twitch.tv könnte das Turnier live im Internet verfolgt werden.

Interessierte eSportler können sich ab sofort registrieren. „Wir brauchen so 500 bis 1000 Leute aus der Region, um den ersten Ligabetrieb zu starten. Dann ist nach oben hin alles offen“, hofft Kochin auf reges Interesse. Bei entsprechender Resonanz wollen sie ihre Dienstleistung auch über den Kreis Steinfurt hinaus anbieten. Zudem will „Regio eSports“ den traditionellen Sportvereinen beim Aufbau eigener eSports-Abteilungen Unterstützung bieten.

► Infos/Fragen: info@regio-esports.com; Online-Anmeldung: www.regio-esports.com

 

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