Tischtennis: Die Westdeutsche Meisterschaft in Ochtrup
Der 1. FC Köln spielt sich bei der „Westdeutschen“ in Ochtrup in Partylaune

Ochtrup -

Viel Stoff für künftige Tischtennis-Geschichten lieferte die Westdeutsche Meisterschaft, die am Samstag und Sonntag vom SC Arminia Ochtrup ausgerichtet wurde. Unter anderem gab es die Premierensiege von Anne Sewöster und Gianluca Walther zu feiern. Ein Verein, der eigentlich für seine Fußballer bekannt ist, holte die meisten Medaillen.

Sonntag, 20.01.2019, 19:10 Uhr
Gianluca Walther gewann erstmals den Einzeltitel bei den Herren: Im Finale setzte sich der Spieler vom Drittliga-Spitzenreiter 1. FC Köln gegen den Neusser Michael Servaty durch.
Gianluca Walther gewann erstmals den Einzeltitel bei den Herren: Im Finale setzte sich der Spieler vom Drittliga-Spitzenreiter 1. FC Köln gegen den Neusser Michael Servaty durch. Foto: Thomas Strack

Die These, dass der 1. FC Köln während der Karnevalszeit stets unter seinen sportlichen Möglichkeiten bleibt, scheint – wenn überhaupt – nur für die Fußballer gültig zu sein. Die Tischtennisspieler des Vereins bewiesen am Sonntag bei der Westdeutschen Meisterschaft in Ochtrup eindrucksvoll, dass sie auch während der fünften Jahreszeit Erfolge feiern können: Gianluca Walther holte sich den Titel im Herreneinzel, im Doppel standen mit Björn Helbing und Lennart Wehking zwei weitere „Geißböcke“ ganz oben auf dem Podest.

Erik Bottroff war als Nummer eins in das Turnier gegangen und hatte sich zum Ziel gesetzt, als erster Spieler nach Eberhard Schöler Ende der 60er Jahre einen Titelhattrick im Einzel zu feiern. Doch daraus wurde nichts, da der Dortmunder im Viertelfinale trotz einer 3:1-Führung gegen Wehking verlor.

In der Runde der letzten Acht bestritt auch der spätere Sieger Walther sein Schlüsselspiel. Das Duell mit Daniel Halcour sollte darüber entscheiden, wer sich ein Ticket für die Deutsche Meisterschaft sichert. „Das wollte ich mir unbedingt organisieren. Deshalb war die Anspannung groß“, so Walther.

Dass er gegen Halcour in sieben Durchgängen siegte, war der Brustlöser. „Danach war der Druck weg, und ich konnte einfach Tischtennis spielen“, erklärte der Kölner. Im Halbfinale schaltete der Mann vom Drittliga-Spitzenreiter seinen Mannschaftskollegen Helbing aus (4:2), im Finale folgte ein 4:1 (11:4, 10:12, 11:5, 11:9 und 11:5) gegen den Neusser Michael Servaty. „Da war ich einfach frischer und explosiver als Michi. Aber er hatte nach seinem Halbfinale auch nicht mehr die nötige Kraft“, analysierte Walther, für den es der erste Einzeltitel bei der „Westdeutschen“ war.

Servaty hatte sich zuvor mit Wehking ein episches Halbfinale geliefert, das er nach Abwehr mehrerer Matchbälle und nach über einer Stunde Spielzeit mit 4:3 gewann.

Auch in der Konkurrenz der Damen gab es am Ende eine Premieren-Siegerin. Die kam aus Ostwestfalen: Anne Sewöster, die beim TuS Bardüttingdorf-Wallenbrück im Verbandsliga-Team der Männer aufgestellt ist. Die ehemalige Zweitligaspielerin vom MTV Tostedt schlug Miriam Jongen (11:7, 15:13, 11:8 und 11:5), die sich wie im Vorjahr mit Platz zwei begnügen musste. „Ich war heute vom Kopf her total bei der Sache, das ist leider nicht immer so“, erklärte Sewöster rückblickend

Nicht ganz so einfach sei die Umstellung von Männer-Tischtennis in der Liga auf Frauen-Tischtennis auf Turnierebene gewesen. „Heute musste nicht jeder Ball gleich durchkommen“, stellte die neue Westdeutsche Meisterin klar. Das Double verpasste Sewöster, denn im Doppel musste sie sich im Endspiel an der Seite von Christiane Thöne dem Düsseldorfer Duo Melissa Dorfmann/Leonie Berger geschlagen geben. Für die beiden jungen Rheinländerinnen war es der dritte Sieg auf Landesebene in Serie.

Überglücklich zeigte sich im Anschluss an das zweitägige Turnier auch Arminia Ochtrups Tischtennis-Abteilungsleiter Timo Scheipers. „Für uns verlief dieses Wochenende noch besser als die Westdeutsche Meisterschaft im Vorjahr. Die Halle war zu Spitzenzeiten bis unter die Decke gefüllt. Es sind auf jeden Fall mehr Zuschauer gekommen als vor zwölf Monaten. Allerdings waren das zu 85 Prozent Leute aus der Tischtennisszene“, hätte Scheipers gerne den einen oder anderen Sportler aus anderen Disziplinen begrüßt.

Ergebnistechnisch musste Scheipers im Vergleich zu 2018 Abstriche machen. Lediglich Henning Zeptner erreichte das Achtelfinale, während mit Celine Weitkamp und Christopher Ligocki zwei weitere Ochtruper in ihren starken Vorrundengruppen hängenblieben.

Ohnehin war es um die Aktiven aus dem Bezirk Münster nicht gut bestellt: Yorrick Michaelis (Burgsteinfurt) sowie Tim Artarov, Max Kruse und Lukas Bosbach (alle Münster) schieden früh aus. Bei den Damen überzeugte Jutta von Diecken (Appelhülsen) mit dem Sprung in das Achtelfinale.

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