Fußball: Matellia-Trainer als Karnevalsprinz
Prinz Stefan von Tor und Schuss regiert in Metelen

Metelen -

Die Narren in Metelener können sich sicher sein, von einem Prinz reagiert zu werden, der ins Schwarze trifft. Das hat Stefan Okon lange genug unter Beweis gestellt – und zwar als Stürmer des FC Matellia. Aktuell coacht er die Fußballerinnen des Vereins. Gut, dass die noch nicht wieder um Punkte spielen müssen, denn am Wochenende hat Okon ein straffes Programm zu bewältigen.

Freitag, 01.03.2019, 12:24 Uhr aktualisiert: 01.03.2019, 12:50 Uhr
Als einstiger Mittelstürmer mit eingebauter Torgarantie versprühte Stefan Okon in gegnerischen Strafräumen Angst und Schrecken. Als Karnevalsprinz ist der Trainer der Matellia-Fußballerinnen hingegen überall gerne gesehen.
Als einstiger Mittelstürmer mit eingebauter Torgarantie versprühte Stefan Okon in gegnerischen Strafräumen Angst und Schrecken. Als Karnevalsprinz ist der Trainer der Matellia-Fußballerinnen hingegen überall gerne gesehen. Foto: Dorothee Zimmer

Viele, viele Jahre hat Stefan Okon gebraucht, um sich einzugestehen: „Ich war karnevalsverrückt, ohne es zu wissen.“ Jetzt geht der 51-Jährige offen damit um, vom Jecken-Virus infiziert zu sein. Verheimlichen lässt sich das auch nicht mehr, denn der frühere Mittelstürmer der Matellia und aktuelle Trainer der Metelener Fußballerinnen steht am Wochenende als Karnevalsprinz der KG Stadtwacht im Mittelpunkt des Interesses.

Gebürtig kommt Okon aus Osterwick. Dort, das behauptet er, sei Karneval „kein Thema“. Früher hätte er schon öfter mal beim Umzug in Schöppingen zugeguckt, doch eines sei er nach eigenen Aussagen nie gewesen: „eine Karnevals-Rampensau“.

Gut möglich, dass Okon närrisch wurde, als er 1997 zur Matellia wechselte. Die brauchte damals dringend einen verlässlichen Torjäger, um endlich die B-Liga zu verlassen. Und Okon erwies sich als prima Griff: Die Metelener wurden sofort Meister und erzielten in der Aufstiegssaison sage und schreibe 139 Tore. Später sprang der gelernte Mauerer sogar als Spielertrainer ein, mittlerweile coacht er in zweiter Amtszeit die Damen des Vereins.

Fußball und Karneval haben auf den ersten Blick vielleicht nicht viel gemeinsam, doch Okon hat Parallelen erkannt. „Wenn man beides vernünftig machen will, muss man viel Leidenschaft und Zeit mitbringen. Es ist einfach unglaublich, wie viel Herzblut die Leute hier in den Karneval investieren“, hat der Vater zwei Söhne seit Beginn seiner Regentschaft festgestellt. Und auch sein Pensum ist absolut vorzeigbar. Seit Januar gab es an jedem Wochenende Termine. „Das geht nur, wenn die Frau da mitspielt“, lobt Prinz Stefan I aus dem Hause Okon seine Gemahlin Silvia I.

Ohne die ganz große karnevalistische Erfahrung den Thron der Vechtegemeinde zu besteigen, ist gar nicht so einfach. Warum gerade er auserkoren wurde, die Metelener Narren anzuführen, fragt sich Okon manchmal selbst: „Vielleicht liegt es daran, dass ich ein lockerer Typ bin, ein lustiges Wesen habe und ganz gerne rede. Meine Kollegen meinen sogar, dass ich zu viel reden würde.“

Seit Donnerstag haben die Okons ein straffes Programm zu bewältigen. Die Hoheiten wollen am Samstag unter anderem beim Matellia-Karneval sowie am Sonntag beim Rathaussturm in Och­trup und tags darauf beim Umzug in der Nachbarstadt gesehen werden.

„Zeitlich passt das alles, da mit dem Fußball bei uns ja momentan nichts ist“, verweist Okon auf den Spielplan der Frauen-Kreisliga. Der meint es gut mit dem Karnevalisten, denn erst am 17. März (Sonntag) geht es für die Metelenerinnen beim TuS St. Arnold wieder um Punkte. Spätestens dann hat Okon die Strumpfhose des Karnevalsprinzen wieder gegen Trainingshose des Fußball-Coaches eingetauscht.

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