Fußball: Länderspiel der Regionen
Bernd Düker folgt auf Uwe Seeler

Ochtrup -

Bernd Düker hat einen ganz besonderen Einsatz hinter sich. Der Ochtruper wurde zu einem „Länderspiel der Regionen“ eingeladen. Das fand in großem Rahmen im Stadion eines niederländischen Erstligisten statt.

Dienstag, 18.06.2019, 15:02 Uhr
Einen noch größeren Pokal konnten die Veranstalter nicht finden: Der Ochtruper Bernd Düker muss ihn mit seinen beiden Torwartpranken tragen.
Einen noch größeren Pokal konnten die Veranstalter nicht finden: Der Ochtruper Bernd Düker muss ihn mit seinen beiden Torwartpranken tragen. Foto: WN

Bis Samstag hatte Bernd Düker ein Länderspiel absolviert. 2011 hütete der Ochtruper für die deutsche U 20 gegen Polen das Tor. Jetzt ist Dükers Statistik um einen „halben“ internationalen Einsatz reicher geworden. Und nicht nur das, jetzt steht der Töpferstädter sozusagen in direkter Nachfolge zu „Uns Uwe“ Seeler.

Im „De Oude Meerdijk“-Stadion des niederländischen Erstligisten FC Emmen trafen am Wochenende die Auswahlteams aus Nordholland und Norddeutschland aufeinander. Bis 1960 hatte dieser Vergleich eine lange Tradition. Das bis dato letzte Duell fand vor 59 Jahren in Groningen statt. Beim 3:3 erzielte kein Geringerer als der heutige Ehrenspielführer der Nationalmannschaft, Uwe Seeler, den Ausgleich.

„Diese Duelle stießen früher auf richtig großes Interesse. Daher wollten die Verbände auf beiden Seiten der Grenze diese Tradition wieder aufleben lassen“, weiß Düker, der für den SC Spelle-Venhaus in der Oberliga Niedersachsen aufläuft.

Spielberechtigt für das als „Länderspiel der Regionen“ betitelte Match waren im Vergleich zu 1960 diesmal nur Kicker aus den grenznahen Gebieten wie Emsland, Friesland, Ammerland oder Cloppenburg. Die Niederländer rekrutierten ihre Elf aus Fryslân, Drenthe und Groningen. Die Deutschen Fußballer durften nicht höher als in der Oberliga unter Vertrag stehen, die Oranjes maximal in der Derde Divisie (4. Liga).

„Zunächst war das ganze Spiel für mich nur so ein Gesprächsthema, aber Anfang Mai wurde das alles konkreter“, erinnert sich Düker. Dessen Ex-Trainer in Spelle, Christoph Röttger, stellte den Kader zusammen und nominierte den 27-jährigen Bankfachwirt als einen von zwei Keepern.

„Aus terminlichen Gründen – einige Jungs befanden sich noch im Urlaub – haben wir nur einmal zusammen trainiert“, beschreibt Düker die reduzierte Vorbereitung auf das „Semi-Interlands“. So heißt das Duell im Nachbarland.

Das hinderte die „Gäste“ aber nicht daran, die Partie für sich zu entscheiden. Coach Alfons Weusthoff (früher u.a. Kickers Emden, Preußen Münster), der den verhinderten Röttger vertrat, beorderte Düker in den ersten 45 Minuten zwischen die Pfosten. „Ich hatte da das Glück, dass wir mit einer 2:0-Führung in die Kabine gegangen sind“, blickt der beim FC SW Weiner groß gewordene Torhüter zurück. Anschließend machte er – wie abgesprochen – für Lars Huxsohl Platz. In Abschnitt zwei starteten die Holländer eine Aufholjagd (3:3), um am Ende im Elfmeterschießen zu unterliegen.

„Das war ein Spiel auf einem richtig guten Niveau. Rund 1000 Zuschauer haben zugesehen, beim Einlaufen wurden die Hymnen gespielt, und selbst Fernsehsender haben berichtet“, zeigte sich Düker angetan vom ganzen Drumherum. „Das war eine super Erfahrung für mich. Ich hätte nichts dagegen, noch mal mitzuspielen.“

Die Gelegenheit könnte sich im nächsten Jahr ergeben, denn dann soll es zum Rückspiel kommen – allerdings auf deutschem Boden.

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