Fußball: Testspiel
Maria Reisinger: Eine Frau mit Herz und Verstand

Ochtrup -

Wenn am Samstag die Bundesliga- und Zweitliga-Fußballerinnen des 1. FC Köln und des SV Meppen im Langenhorster Vechtestadion aufeinandertreffen, dann gibt es auch ein Wiedersehen mit Maria Reisinger, einst Angreiferin des FFC Heike Rheine. Ein Ochtruper kennt die heutige Sportliche Leiterin des SVM besonders gut.

Donnerstag, 01.08.2019, 18:31 Uhr
Eingespieltes Team: Sportleiterin Maria Reisinger und Trainer Roger Müller vom SV Meppen.
Eingespieltes Team: Sportleiterin Maria Reisinger und Trainer Roger Müller vom SV Meppen. Foto: Doris Leißing

Wenn Maria Reisinger und die Zweitliga-Fußballerinnen des SV Meppen am Samstag zum Testspiel gegen den 1. FC Köln im Langenhorster Vechtestadion (Anstoß 14 Uhr) antreten, dann ist es für die Sportliche Leiterin des SVM auch eine Begegnung mit der Vergangenheit. Beim ehemaligen Bundesligaclub FFC Heike Rheine hat Reisinger jahrelang Fußball gespielt. Und wenn am Samstag der Ball rollt, wird sie vielleicht auch einen ihrer ehemaligen Trainer wiedersehen.

„Wir kommen gerne nach Langenhorst, weil der Verein ein Herz für Mädchen- und Frauenfußball hat“, weiß Reisinger um das große Engagement, das die Spielvereinigung seit einigen Jahren auf diesem Sektor betreibt. Sportlich hat die Partie gegen Erstliga-Aufsteiger 1. FC Köln einen hohen Stellenwert, auch wenn Reisinger nicht von einer „Generalprobe“ für die eine Woche später beginnende Zweitliga-Saison sprechen möchte. „Diese Einschätzung“, so die Sportleiterin, „überlasse ich lieber unseren Trainern“. Nach ihrer Aussage befinden sich noch einige Spielerinnen auf einem U-18-Lehrgang des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV). Sie werden erst in der kommenden Woche zurückerwartet. Gleichwohl bietet der Test in Langenhorst den verbliebenen Spielerinnen die letzte Möglichkeit, sich für einen Platz in der Meppener Startformation zu empfehlen, wenn eine Woche später mit dem Heimspiel gegen den SV Ingolstadt die Zweitliga-Saison 2019/20 beginnt.

In der 2. Liga ist der SV Meppen eine feste Größe. In der vergangenen Saison belegte der Club aus dem Emsland Rang fünf. Am Ende fehlte nur ein Punkt zum Aufstieg in die Bundesliga. Da die beiden dominierende Zweitvertretungen des VfL Wolfsburg sowie des FC Bayern München nicht aufstiegsberechtigt waren, reichte schon Platz vier zum Sprung in die Eliteliga.

Die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg hielt sich jedoch in Grenzen. „Wir hätten die Bundesliga sicherlich mitgenommen. Aber unser Motto lautet: Alles kann – nichts muss. In erster Linie sehen wir uns immer noch als Ausbildungsverein.“

Diesem Grundsatz bleibt der Traditionsclub auch in diesem Jahr treu. So rückten in der Sommerpause gleich fünf Spielerinnen aus der in der Bundesliga spielenden Meppener B-Jugend in den Zweitliga-Kader auf. Sie sollen dazu beitragen, die Lücken zu schließen, die sich nach den Vereinswechseln von Elisa Senß (zur SGS Essen) und Jalila Dalaf (zum USV Jena) aufgetan haben. „Wenn uns etablierte Spielerinnen in Richtung Bundesliga verlassen, dann ergeben sich daraus freie Plätze, die wir mit Nachwuchsspielerinnen aus den eigenen Reihen besetzt werden können“, gewinnt Reisinger den Wechselspielen einen positiven Effekt ab.

Gleichwohl halten die Verantwortlichen auch in der Nachbarschaft Ausschau nach Talenten, die ins Meppener „Beuteschema“ passen. 2016 wurden sie beim SV Burgsteinfurt fündig, als die inzwischen für das US-amerikanische College-Team Pittsburgh Panthers spielende Vildan Kardesler für anderthalb Jahre beim SVM unter Vertrag stand.

Gemeinsam mit den beiden Trainern Roger Müller und Theodoros Dedes ist es Reisingers maßgebliche Aufgabe, die Augen offen zu halten, wenn es darum geht, den Kader zu bestücken. Nicht nur in Meppen ist die inzwischen 48-Jährige eine Institution. Bevor sie im Jahr 2016 Sportleiterin wurde, war sie als Trainerin tätig.

In heimischer Region ist sie vor allem als Spielerin des früheren Bundesligaclubs FFC Heike Rheine in Erinnerung, für den Reisinger sechs Jahre spielte. Dort stand sie kurz vor der Berufung in die deutsche Nationalmannschaft. „Maria war schlau, technisch gut und wendig“, erinnert sich Paul Schomann an die Qualitäten der Angreiferin.

Der Ochtruper kann das beurteilen, denn Schomann war zu jener Zeit mit Helmut Horsch als Trainer des Westfälischen Fußball- und Leichtathletikverbandes (FLVW) in Kamen-Kaiserau für die weibliche Auswahlmannschaft des Landesverbandes zuständig. Dem 68-Jährigen sind aber nicht nur Reisingers sportliche Vorzüge im Gedächtnis verhaftet geblieben: „Maria war Leistungsträgerin, die stets eine positive Ausstrahlung auf ihre Mitspielerinnen hatte – eben eine echte Teamplayerin.“ Und ein Frau mit Herz und Verstand.

Es sind diese charakterliche Eigenschaften, die sie offensichtlich auch als Sportleiterin des SV Meppen auf die Mannschaft übertragen hat.

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