SC Preußen: Sechser „hervorragend“
Zenga ist spitze im Mittelfeld

Münster -

Erik Zenga ist aus dem Kader des SC Preußen nicht mehr wegzudenken. Der „Kicker“ benotete seine Leistung mit „herausragend“.

Donnerstag, 08.01.2015, 12:00 Uhr aktualisiert: 08.01.2015, 19:07 Uhr
Erik Zenga schloss das erste Halbjahr mit der (Kicker-)Note „herausragend“ ab.
Erik Zenga schloss das erste Halbjahr mit der (Kicker-)Note „herausragend“ ab. Foto: Jürgen Peperhowe

„Ich mache hinten die Räume zu und räume ab.“ Wenn Erik Zenga seinen Job beim SC Preußen Münster beschreibt, dann sollte man meinen, dass der 21-Jährige zu Beginn des Spieljahres als neuer Hausmeister eingestellt worden ist. Tatsächlich hat er jedoch nicht etwa den Malocher im Blaumann abgelöst, sondern vielmehr den Mann mit der Kapitänsbinde von seinem Platz verdrängt. Ausgerechnet Münsters Dauer(b)renner Jens Truckenbrodt musste sich nach 300 Drittligaeinsätzen plötzlich dauerhaft auf der Ersatzbank einrichten, weil derzeit wohl kein Weg an dem bei Bayer Leverkusen solide ausgebildeten Mittelfeldmann vorbeigeht. Trainer Ralf Loose setzt ebenso auf den jüngsten Spieler in seiner Startaufstellung wie auch die Mitspieler, für die der Mann in der Zentrale häufig erste Anspielstation ist. Eine große Herausforderung, der sich Zenga aber selbstbewusst stellt. „Ich weiß, dass man auf dieser Position sehr große Verantwortung trägt, aber ich spiele schon so lange auf der Sechs. Ich weiß, worauf es da ankommt.“ Nämlich nicht nur aufs Löcherflicken und Ausputzen, auch wenn Zenga seinem Partner im Mittelfeld bereitwillig das Rampenlicht überlässt. „Amaury (Bischoff) ist ein besonderer Spieler, der Spiele durch seine Freistöße und Standards entscheiden kann“, lobt Zenga den Kollegen an seiner Seite. „Aber natürlich nutze ich auch meine Möglichkeiten.“

Zwei Treffer hat Zenga bereits erzielt, in der Rangliste des „Kicker“ wird er bei den defensiven Mittelspielern an Position eins in der Kategorie „herausragend“ geführt. Er weiß um seine Stärken und setzt sich entsprechende Ziele. In Münster unterschrieb er einen Einjahresvertrag, „weil ich mir alle Wege offenhalten will“, so Zenga. Derzeit allerdings tut er den Preußen wohl genauso gut wie die Preußen ihm. „Win-win“ heißt diese Situation in der Wirtschaftssprache. „Stand jetzt war es der richtige Schritt, nach Münster zu kommen“, sagt der Spieler, der am 18. Januar seinen 22. Geburtstag feiert und seine Karriere noch vor sich hat. „Stand jetzt“ ist Anfang Januar 2015 und ein Aufstiegsrang in Liga drei. „Ich bin sehr glücklich, dass es hier so gut läuft. Aber wir müssen jetzt dranbleiben. In dieser Liga kann alles ganz schnell gehen.“ Zenga ist seit langer Zeit wieder ein U-23-Spieler, der es in Münster sicher in die erste Elf geschafft hat – auch das macht ihn für den Trainer so wertvoll.

Langfristig werden Zenga und die Preußen aber wohl nur eine gemeinsame Zukunft haben, wenn der Aufstieg gelingt. Schon jetzt soll es Anfragen von höherklassigen Clubs geben. „Das interessiert mich nicht, ich konzentriere mich ausschließlich auf Münster“, will Zenga seinen Teil zum möglichen Aufstiegscoup leisten. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt Zenga, der aber auch nichts Schlechtes über seinen letzten Arbeitgeber VfL Osnabrück sagen kann. „Ich hatte da keine schlechte Zeit. Es lief für mich nicht so gut, weil da extremes Pressing gespielt wurde. Das System in Münster kommt mir deutlich mehr entgegen.“ Und es kommt wohl auch dem näher, was Zenga in seinen Lehrjahren in Leverkusen als Rüstzeug mitbekommen hat. „Leverkusen habe ich extrem viel zu verdanken, sportlich, aber auch als Mensch“, erinnert sich Zenga, der als Fünfjähriger aus Russland nach Deutschland kam.

In der Winterpause verbrachte Zenga mit der Familie einige Tage in Stockholm, mit der Freundin in London. Der Sonne entgegen geht es am 16. Januar mit den Preußen, wenn es ins Trainingslager nach Estepona geht ...

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