Trainingslager des SC Preußen
Das Trio von der Torstelle

Estepona -

Seit Freitag bereitet sich Fußball-Drittligist SC Preußen auf den Neustart im spanischen Estepona vor. Dort liefern sich die Torhüter Daniel Masuch, Max Schulze Niehues und Marc Aulbach einen Dreikampf.

Montag, 19.01.2015, 21:24 Uhr aktualisiert: 20.01.2015, 08:54 Uhr
Bis das Tornetz wackelt: Preußen Münsters dritter Torhüter Marco Aulbach wird hier von Marcus Piossek aus nächster Nähe bezwungen.
Bis das Tornetz wackelt: Preußen Münsters dritter Torhüter Marco Aulbach wird hier von Marcus Piossek aus nächster Nähe bezwungen. Foto: Jürgen Peperhowe

Es ist schon dreieinhalb Jahre her, als letztmals die Nummer eins beim SC Preußen Münster vergeben wurde. Damals, im Sommer 2011, trug David Buchholz jene Zahl, die einzig und allein für einen Torwart reserviert ist. Münster stieg in die 3. Liga auf.

Daniel Masuch, seitdem Platzhirsch zwischen den Pfosten, ist kein „Zahlengläubiger“, er hat die 25 auf den Sportklamotten stehen seit er ein Preuße ist. Auch Max Schulze Niehues ist kein „Nummerngirl“, ihm steht die 35 zu. Und das Trio von der Torstelle wird durch Marco Aulbach komplettiert, er hat die 22. Die 1 hat keiner von ihnen bislang angetastet, vielleicht auch aus Respekt vor Torwart-Coach Alexander Ogrinc, der in den 90er Jahren beim SCP im Kasten stand.

Dabei sucht Trainer Ralf Loose im Trainingslager von Estepona seine Nummer eins, das Rennen sei offen, erklärt er, der Mann ist clever. Die Nummer 1. Masuch war das, ehe er sich an der Hand verletzte. Schulze Niehues hat den Anspruch als Dauerlösung, weil er seine Sache als Masuch-Vertreter gut machte. Aulbach ist hintendran und treibt die beiden an. Torwarttrainer Alexander Ogrinc nimmt die Schnapper jedenfalls rigoros an die Kandare, auf dem Trainingsplatz Donna Julia muss geliefert werden. „Ja, der Alex ist sehr direkt“, versucht sich Aulbach an einer vorsichtigen Umschreibung von Fitnessfanatiker Ogrinc. Nur nichts Falsches sagen, Ogrinc verzeiht nie.

Wer aber drei Streithammel im Torwartdress erwartet, wird getäuscht. Sie verstehen sich, sie respektieren sich. Wie überhaupt die Chemie im Team stimmen würde. Der Warendorfer Schulze Niehues, nach einer einjährigen Unterbrechung als Schlussmann von Fortuna Düsseldorf II seit acht Jahren ein Preuße, sieht sich gewappnet. Er, die Höflichkeit in Person, die Arme hinter dem Rücken verschränkt, meldet Ansprüche an: „Ich denke, der Zeitpunkt ist gekommen, an dem ich dauerhaft spielen möchte.“ Schulze Niehues ist nun 26 Jahre alt, Jahr für Jahr habe er sich gesteigert, dazugelernt. Und: „Ich bin noch nicht am Ende meiner Leistungskurve angekommen.“

Er fordert Daniel Masuch heraus, der mit Macht ins Tor zurückdrängt. Nichts deutet heute daraufhin, dass der 37-Jährige vor Weihnachten lange pausieren musste. Im Punktspiel bei den Stuttgarter Kickers hatte er sich die Handverletzung zugezogen. Nur ein Tapeverband, der vor jedem Training angelegt werden muss, erinnert noch daran. In den Übungseinheiten in Spanien ist er jedenfalls mit Vollgas dabei, in den Trainingsspielen ist er stets einer der Wortführer auf dem Platz. Vielleicht ein Pluspunkt.

Sie schenken sich nichts, Trainer Ralf Loose hat ein eher angenehmes Problem, wenn er sich zwischen zwei, drei nahezu gleichwertigen Torleuten entscheiden muss. Viel Zeit hat er aber auch nicht, das erste Punktspiel steht am 1. Februar gegen Dynamo Dresden auf dem Programm.

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