SC Preußen: Interview mit dem Vize-Kapitän
Dominik Schmidt: „Loose gab mir einen Schub“

ESTEPONA -

Seitdem Jens Truckenbrod nur noch Reservist ist, trägt Dominik Schmidt beim SC Preußen regelmäßig die Kapitänsbinde. Und der 27-Jährige hat auch durchaus etwas zu erzählen. Im Interview beleuchtet er die aktuelle Lage beim Drittligisten – und auch seine persönliche.

Mittwoch, 21.01.2015, 17:42 Uhr aktualisiert: 21.01.2015, 22:30 Uhr
Dominik Schmidt: Münsters Vize-Kapitän
Dominik Schmidt: Münsters Vize-Kapitän Foto: Jürgen Peperhowe

Dominik Schmidt ist der Abwehr-Chef von Preußen Münster , wird allerdings im ersten Punktspiel des Jahres daheim gegen Dynamo Dresden gelb-gesperrt fehlen. Mit ihm sprach unser Redaktionsmitglied Alexander Heflik am Rande des Trainingslagers in Estepona.

Wie schwer fällt es Ihnen, hier im Trainingslager Vollgas zu geben und zu wissen, dass Sie am 1. Fe­bruar im Heimspiel gegen Dresden gesperrt sind?

Dominik Schmidt: Das ist schon schwierig. Zu trainieren, und zu wissen, dass ich in einem solchen Heimspiel nicht mit dabei bin. Aber das kenne ich schon aus dem Vorjahr, da war es genauso, dass ich im ersten Punktspiel 2014 eine Gelbsperre absitzen musste.

Es wird viel über die Chemie in der aktuellen Preußen-Mannschaft gesprochen. Offenbar folgt die Mannschaft nach der Trennung von Sportchef Detlev Dammeier dem Trainer Ralf Loose mehr denn je. Was ist anders, was ist besser geworden?

Schmidt: Die Chemie in der Mannschaft ist nicht alltäglich, damit konnte keiner so rechnen. Es war ja nicht einfach davor, die Trennung von Pavel Dotchev und der Wechsel zu Ralf Loose. Dann kam mit Detlev Dammeier eine starke Persönlichkeit dazu, wo bei vielen dann aber ein, zwei Fragezeichen blieben. Es stimmt, seit diesem Zeitpunkt läuft es nahezu optimal bei uns. Wir sind seitdem ein Team, natürlich mit vielen Individualisten, aber jeder hat begriffen, dass wir es nur zusammen schaffen. Jeder ist für jeden da.

Wo liegen die Stärken der aktuellen Mannschaft?

Schmidt: Natürlich ist da der Teamgeist, dann haben wir in der Offensive sehr viel individuelle Qualität, da sind wir sehr stark. Und wir verfügen über eine stabile Abwehr. Rufen wir unser Potenzial ab, sind wir schwer in der 3. Liga zu schlagen.

Was gilt es zu verbessern?

Schmidt: Naja, ein paar Gegentore weniger kassieren und ein paar Tore mehr schießen wäre schon gut. Aber wir haben uns entwickelt, haben auch mal schmutzige Spiele gewonnen oder wie in Stuttgart auch an einem schlechteren Tag gepunktet.

Der SCP könnte auch in Münster trainieren. Was ist besser in Estepona, und ist das ein Meilenstein zum möglichen Aufstieg?

Schmidt: Wir tun weiter gut daran, von Spiel zu Spiel zu denken und nicht vom Aufstieg zu sprechen. Einige von uns wissen noch, was vor zwei Jahren passiert ist, die Erinnerung an den verpassten Aufstieg von 2013 ist noch da. Hier in Spanien sind wir den ganzen Tag zusammen und konzentrieren uns nur auf das Training, es gibt keine Ablenkungen durch Freunde oder Familie. Das Zusammensein ohne Pausen ist gut für das Team.

Sie haben in Münster viele Aufs und Abs seit 2012 erlebt. Was bleibt hängen?

Schmidt: Das war tatsächlich eine Achterbahnfahrt für mich. Erstmal bin ich froh darüber, was ich in der Hinrunde gezeigt habe und das ich mich stabilisieren konnte. Es war nicht immer eine leichte Zeit für mich. Anfangs lief es super, dann kam die schwere Verletzung mit dem Kreuzbandriss. Das kannte ich vorher nicht, viele Monate pausieren zu müssen. Auch die Entlassung von Pavel Dotchev, dem ich es überhaupt zu verdanken habe, dass ich noch Fußball spiele, hat mir im Kopf zugesetzt. Auch das kannte ich nicht, bei Werder Bremen oder Eintracht Frankfurt waren die Trainer unantastbar. Es hat mich mitgenommen. Aber Ralf Loose, der nach außen manchmal etwas knorrig wirkt, ist in Wirklichkeit sehr kommunikativ und hat mir nach Startpro­blemen weitergeholfen. Dass er mich zum Vize-Kapitän gemacht hat, hat meinem Selbstwertgefühl einen weiteren Schub gegeben.

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