Münster gewinnt das 34. Derby dank eines überragenden Amaury Bischoff mit 2:0 gegen Osnabrück
Französisches Flair

Münster - Französisches Flair im Herzen Westfalens. Dieser Meilenstein trägt den Namen von Amaury Bischoff.

Montag, 09.02.2015, 08:18 Uhr aktualisiert: 09.02.2015, 08:33 Uhr
Gratulationscour mit Ball: Doppel-Torschütze Amaury Bischoff (Mitte) wird vom Aufsichtsrats-Vorsitzenden Thomas Bäumer gedrückt, SCP-Präsident Dr. Marco de Angelis strahlt mit um die Wette.
Gratulationscour mit Ball: Doppel-Torschütze Amaury Bischoff (Mitte) wird vom Aufsichtsrats-Vorsitzenden Thomas Bäumer gedrückt, SCP-Präsident Dr. Marco de Angelis strahlt mit um die Wette. Foto: Jürgen Peperhowe

Wer am Wegesrand der Derbys zwischen Preußen Münster und dem VfL Osnabrück innehält, wird sich beim 34. Vergleich der beiden Friedensstädte an den kleinen Franzosen erinnern. Er war der X-Faktor, der Unterschied in einem rassigen und teils ruppigen Aufeinandertreffern zweier Teams auf Augenhöhe:

Ein fantastisches Freistoßtor nach 64 Minuten, eine famose Rettungstat auf der Linie für den geschlagenen Tormann Max Schulze Niehues nach 70 Minuten, ein verwandelter Foulelfmeter eine Viertelstunde vor Schluss waren die drei alles entscheidenden Sequenzen mit der Note Bischoffs .

Und auch das war zu sehen: Er posierte provozierend vor der Osnabrücker Trainerbank nach dem 1:0 für zwei, drei Sekunden, weil er von den VfL-Fans von den Rängen beleidigt worden war, im Vorfeld der Partie sich als böser Bube verunglimpft sah. Er schlenderte nach 86 Minuten vom Feld, applaudierte zurück zu den Rängen, hatte seinen Job gemacht, das war sein Moment. Au revoir – bis zum nächsten Mal, den Spielball nahm er mit heim als Erinnerungsstück.

Derby-Bilder: Preußen Münster gegen VfL Osnabrück

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  • Der Matchwinner: Amaury Bischoff schoss beide Tore für den SCP.

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  • Osnabrücks Trainer Maik Walpurgis ist bedient.

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  • So sehen Sieger aus.

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  • Preußenfans hüllen die Ostkurve zu Spielbeginn in schwarz-grünen Nebel.

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  • Auch die Osnabrücker können es nicht lassen.

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  • Vor dem Spiel gelöste Stimmung zwischen den Kontrahenten. Der verletzte SCP-Spieler Erik Zenga scherzt mit Osnabrücks Stanislav Iljucentko.

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  • „Westfälischer Friede“ war das Motto, unter das beide Vereine das Derby im Vorfeld gestellt hatten.

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  • Im Spiel ging es trotzdem ordentlich zur Sache. Schulz lässt Iljutcenko abheben.

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  • Auf der Gegenseite fällt Reichwein im Duell mit Iljutcenko.

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  • Ex-Preuße Addy-Waku Menga im Duell mit Amaury Bischoff, der Preußen mit einem Doppelpack zum Sieg schoss.

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  • Reichwein im Zweikampf mit Falkenberg

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„Meine Serie geht weiter. Es war das elfte Derby, das ich für Münster gegen Osnabrück oder Bielefeld gespielt habe – und keines wurde verloren“, platzte der 27 Jahre alte Elsässer fast vor Stolz. Vor knapp einem Jahr hatte er im Derby gegen Osnabrück noch die Rote Karte gesehen nach einem rüden Foulspiel gegen Tom Merkens, nun war Münsters Spielmacher Feindbild Nummer eins für den Gäste-Anhang. Seine Leistung auf dem Platz, seine Antwort, ließ keine Fragen offen. Auch wenn Fußball ein Mannschaftssport ist, an diesem Samstag gewann die Nummer 10 des SCP die Partie vorne und hinten.

Vor der Pause passierte nicht viel, außer: Sieben Gelbe Karten zückte Schiedsrichter Markus Schmidt bis zur Halbzeit, was ihn vor Wiederanpfiff dazu veranlasste, beide Kabinen zu besuchen und zur Gelassenheit aufzurufen. Das wirkte ein wenig.

„Die Osnabrücker haben doch keinen Fußball gespielt. Wir mussten einfach nur mehr Chancen bekommen“, blickte Bischoff, immer noch bissig nach Spiel­ende, zurück. Und gab seinem Mittelfeldkompagnon Marcus Piossek zur Pause klare Anweisungen: „Ich habe ihm gesagt, er muss mehr Freistöße rausholen.“ Piossek, enorm lauffreudig und dribbelstark, tat ihm den Gefallen. Vor dem 1:0 wurde er halbrechts gefoult, der anschließende Freistoß war ein bischoffsches Gedicht. Wenig später war es erneut Piossek, der von Christian Groß dankend das Tackling im Strafraum annahm – Elfmeter. „Ja, ja, das hat der Amaury wirklich in der Pause gesagt“, meinte Piossek später lachend – als ob das alles wie ein Gericht beim Pizza-Taxi zu bestellen sei.

Stimmen zum Spiel

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  • Siegert: Das hat man schon beim Aufwärmen gesehen, dass wie das gewinnen. Osnabrück ist schön ins Warme gegangen und hat sich warme Gedanken gemacht. Wir hatten Feuer unterm HIntern.

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  • Bischoff: Ich habe in der Pause gesagt, ich brauche nur ein paar Freistöße. Pio hat da gut zugehört und erst den Freistoß und dann den Elfmeter rausgeholt.
    Das war mein elftes Derby mit den Preußen, ich habe noch keins verloren
    Es ist mir egal, was die Osnabrücker Presse schreibt. Morgen kann da nichts anderes stehen als: Traumtor Bischoff

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  • Loose: Ein packendes Derby vor fantastischer Kulisse. 

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  • Walpurgis: Ein Spiel auf Augenhöhe. Am Ende entscheid die individuelle Klasse - und da war Preußen heute besser.

    Foto: Jürgen Peperhowe

In der Hysterie um den filigranen Bischoff durfte nicht vergessen werden, dass der SCP als Kollektiv nach der Pause Fahrt aufnahm. Alles passte nun, Osnabrück konnte das Tempo nicht halten. „Wir haben Sturm und Drang der Osnabrücker abgewehrt und dann einen überragenden Bischoff gehabt“, meinte Rechtsverteidiger Kevin Schöneberg lässig. Münster zementierte so den Aufstiegsplatz – und wird jetzt erst richtig gejagt.

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