Do., 12.03.2015

Leichathletik: Charity-Lauf Sechs Stunden auf Kilometerjagd in Handorf

Münster - 

Einigen Athleten kann es nicht hart genug sein. Am Samstag gehen etwa 300 Läufer am Handorfer Kasernengelände an den Start und versuchen in sechs Stunden soviele Kilometer wie möglich zurückzulegen. Die Veranstaltung geht in ihre sechste Auflage.

Von André Fischer

Wer ist so hart wie Joey Kelly ? Die kurze und knappe Antwort: niemand. Bei der ultimativen Wüsten-Challenge in Namibia über 441 Kilometer, unlängst aufwendig begleitet vom RTL-Format „Stern TV“, schaffte es keiner der fünf auserwählten Antagonisten dem Musiker und Extremsportler das Wasser zu reichen. Lediglich der eher ultra-unerfahrene Andreas Ewald erreichte das Ziel – völlig erschöpft und gezeichnet ob der Strapazen. Frank Pachura, Birgit Schmidt-Böse, Klaus Möllenhoff und Falko Toetzke spielten unter anderem die unsägliche Hitze und der Hunger übel mit, sie stiegen entkräftet aus. Mittlerweile ist das Schnee von gestern. Auf zu aberneuen, extremen Ufern heißt die Devise – zumindest für die drei Erstgenannten. Pachura, Schmidt-Böse und Möllenhoff haben für die sechste Auflage des Sechs-Stunden-Laufs am Samstag in Münster gemeldet.

47 Teilnehmer 2011

„Wir biegen auf die Zielgerade“, sagt Organisator Christian Pflügler . 2011 hat er mit ein paar schlichten Papierblättchen das Event auf die Beine gestellt. Seinerzeit mit jungfräulichen 47 Teilnehmern. Einstweilen, vier Jahre und vier Ultra-Läufe später (2012 gab es einen Doppelpack) wollen weit mehr als 300 hartgesottene Konditionsbolzen den 2505 Meter langen Rundkurs mit Start an der Lützow-Kaserne im Stadtteil Handorf (10 Uhr) unter die Füße nehmen und möglichst viele Kilometer sammeln. Damit zählt die Charity-Veranstaltung – die Überschüsse kommen dem Vinzenzwerk Handorf zugute – zu den größten in dieser Art in Deutschland. Und Pflüglers elementare Niederschriften füllen inzwischen ganze Blöcke.

Hochkaräter am Start

Neben der Prominenz aus dem TV sind weitere Hochkaräter am Start, die schon den begehrten Bundesadler auf der Brust getragen haben. Benedikt Strätling zum Beispiel, für den Münster eine (läppische) Durchgangsstation auf seinem Weg zu den Deutschen Meisterschaften im 24-Stunden-Lauf in Reichenbach im Juni ist. Oder Jan-Hendrick Hans, der sich aktuell auf die DM über 100 Kilometer in St. Leon-Rot im April vorbereitet. „Und ein Weltmeister kommt auch“, sagt Pflügler hoch erfreut. Rückwärtsläufer Markus Jürgens von der LG Emsdetten gibt sich die Ehre. Die sechs Stunden will er allerdings wie alle anderen Mitstreiter mit dem Kopf voraus absolvieren. „Vielleicht dreht er ja noch ein paar Runden rückwärts extra“, so Pflügler.

Joey Kelly ist übrigens nicht dabei. Aber vielleicht ist das ganz gut so. Denn er scheint das Extrem unter den Extremen zu sein und kaum zu schlagen.



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