Fußball: 3. Liga
Kleinigkeiten verursachen 1:2-Pleite der Preußen in Duisburg

Münster -

Dennis Grote tat seinem Ex-Club am Sonntag so richtig weh. Er erzielte für den MSV Duisburg das 1:0 gegen Preußen Münster. Die Zebras gewannen am Ende mit 2:1, die Gäste können nun auch rein rechnerisch maximal noch Vierter werden, was nach dieser Niederlage schwer genug wird. Vier Zähler muss der SCP auf die Stuttgarter Kickers aufholen, die am Samstag zu Gast an der Hammer Straße sind.

Montag, 04.05.2015, 14:49 Uhr aktualisiert: 04.05.2015, 15:24 Uhr
Ex-Preuße Dennis Grote brachte seinen neuen Verein gegen die alten Kameraden auf die Siegerstraße.
Ex-Preuße Dennis Grote brachte seinen neuen Verein gegen die alten Kameraden auf die Siegerstraße. Foto: Jürgen Peperhowe

Achtung, Achtung: Wichtige Botschaft für die Jungs mit dem Rechenschieber und dem unerschütterlichen Vertrauen in das Gute im Fußball : Das war es zum Thema Aufstieg. Nach der 1:2 (0:1)-Niederlage beim MSV Duisburg ist in der Aufstiegsgleichung mit dem SC Preußen nicht mehr zu rechnen. Zehn Zähler Rückstand bei drei noch ausstehenden Spielen – da spielt auch Adam Riese nicht mehr mit.

Niederlage als Bestätigung

Eine Überraschung ist das längst nicht mehr – die Niederlage in Duisburg dient vielmehr als Bestätigung und vielleicht auch in Teilen als Erklärung dafür, warum am Ende einer Saison dann doch wieder andere feiern dürfen. „Wir wollten das Tor machen – und haben wir dann ja auch“, brachte Duisburgs Trainer Gino Lettieri seine Fußballphilosophie auf den Punkt. So einfach kann Fußball sein, oder um es in den Worten von Preußen-Trainer Ralf Loose zu sagen: „Am Ende entscheiden der Wille, die Durchschlagskraft und die Klasse.“

Nicht schwächer

Auch gegen Duisburg, das durch den Sieg gegen Münster Aufstiegsplatz zwei erklommen hat, war Münster nicht erkennbar die schwächere Mannschaft – wie auch schon in den Vergleichen mit Bielefeld und Kiel. Mannschaftskapitän Jens Truckenbrod deutete mit zusammengepresstem Daumen und Zeigefinger an, wie klein der Klassenunterschied zwischen den beiden Teams, die in der kommenden Saison möglicherweise eine komplette Spielklasse trennen wird, an diesem Sonntag war: „Nuancen, das sind Nuancen, die uns da immer wieder fehlen“, sagt Truckenbrod und fügt bedeutungsschwanger hinzu: „Aber das wird schon irgendwie seine Gründe haben.“ „Über solche Spiele müssen wir uns nicht beklagen“, resümierte nach dem Abpfiff Stürmer Marcel Reichwein. „Diese Spiele kann man verlieren. Wir müssen die Punkte zu Hause gegen Mainz und Chemnitz holen.“

Tolle Kulisse

Vor erstligatauglicher Kulisse hat sich Münster gegen einen Top-Gegner in Duisburg gut aus der Affäre gezogen, vier Tage zuvor war die gleiche Mannschaft vor 3000 Zuschauern im eigenen Stadion vom Regionalligisten Lotte an die Wand gespielt worden. „Erklären kann man das nicht“, so Loose, der sich dennoch an einen Erklärungsversuch wagt: „Inzwischen müssen wir sechs Spieler ersetzen – und wenn dann unsere Leistungsträger nicht ihre beste Leistung abrufen wie am Mittwoch, dann wird es schwer.“ Zu schwer für den SC Preußen im Jahr 2015.

Schwerfällig

Münster war auch am Sonntag zu schwerfällig vor des Gegners Tor. In der dritten Minute der Nachspielzeit spielt Innenverteidiger Marc Heitmeier einen Doppelpass mit Jens Truckenbrod und zieht aus 18 Metern ab. Es ist der Anschlusstreffer zum 1:2 – ein Tor für die Statistik, an der elften Saisonniederlage der Preußen ändert dieser Treffer nichts mehr.

Zuvor hatte der MSV Duisburg die Nachlässigkeiten in Münsters Abwehrverbund gnadenlos ausgenutzt und bestraft. In der 38 Minute hatte Philipp Hoffmann MSV-Kapitän Steffen Bohl artig bis zum Strafraumgrenze eskortiert und flanken lassen. Der Ball landete bei Dennis Grote, der formvollendet und volley abschließt. Gegenspieler Thorsten Schulz beobachtete das Ganze aus sicherer Entfernung.

Onuegbu erhöht

Nach 88 Minuten entwischte MSV-Stürmer Kingsley Onuegbu Bewacher Heitmeier, hielt ihn mit den Armen robust auf Distanz und erhöht vorentscheidend auf 2:0.

Mehr brauchte es an diesem Sonntag nicht, um Münster auszuhebeln. Chancen hatten auch die Preußen – es fehlten manchmal das Glück, manchmal das Geschick, ab und an beides.

Eine Schrecksekunde gab es in den Schlussminuten: Marcus Piossek wird am Sprunggelenk getroffen, geht zu Boden und muss vom Platz getragen werden. Der Mittelfeldmann der Preußen sollte noch gestern Abend im Krankenhaus untersucht werden, eine genaue Diagnos steht noch aus. „Wir haben schon sechs Verletzte“: befürchtet Loose, dass die ständigen Umbauarbeiten im Kader auf der Piossek-Position ihre Fortsetzung finden könnten.

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