Fußball: 3. Liga
Preußen verspielen auch das letzte Ziel – Druck auf Loose wächst

Münster -

Mit dem 2:3 zu Hause gegen die Stuttgarter Kickers ist klar, dass Preußen Münster in der nächsten Saison nicht am DFB-Pokal teilnimmt. Gegen den Vierten verspielte der SCP in der Schlussphase eine 2:0-Führung. Der Gegenwind für Trainer Ralf Loose nimmt zu.

Sonntag, 10.05.2015, 19:00 Uhr aktualisiert: 10.05.2015, 20:36 Uhr
Da schleicht er von dannen: Mehmet Kara war noch einer der besten SCP-Spieler beim 2:3 gegen die Kickers.
Da schleicht er von dannen: Mehmet Kara war noch einer der besten SCP-Spieler beim 2:3 gegen die Kickers. Foto: Penno

Schon am 36. Spieltag ist die Saison für den SC Preußen Münster beendet, auch die allerletzte Aufgabenstellung konnte nicht zur allgemeinen Zufriedenheit erfüllt werden, der DFB-Pokal 2015/16 wird ohne die Adlerträger stattfinden. Das Schlüsselspiel, und nur ein Sieg hätte weitergeholfen, gegen die Stuttgarter Kickers vor nur 6069 Zuschauern wurde mit 2:3 (1:0) vergeigt. Fast zur Strafe muss der gestrauchelte Aufstiegskandidat am kommenden Samstag bei der SpVgg Unterhaching antreten und zu guter Letzt noch Borussia Dortmund 2 im heimischen Stadion abarbeiten. Kein Aufstieg in die 2. Bundesliga, kein DFB-Pokal in der nächsten Saison, das schlimme Aus im Westfalenpokal-Halbfinale, deshalb ganz viel Frust – so oder so ähnlich lautet die Bilanz aktuell.

2:0-Führung

„Alles war angerichtet für einen besseren Ausgang“, bilanzierte SCP-Trainer Ralf Loose den 36. Akt der Punktrunde 2014/15. Der Rangfünfte aus Münster führte mit 2:0 gegen den Tabellenvierten, die Stuttgarter Kickers. Damit wäre das Punktepolster bis auf einen Zähler geschmolzen gewesen, damit wäre auch die Chance auf die Hauptrunden-Qualifikation gewahrt gewesen, das hätte der Teilchenbeschleuniger für die beiden restlichen Partien der Preußen sein können. Nur werden Fußballspiele – außer bei den jüngsten Kickern – nicht nach einer Stunde abgepfiffen. Und die Gäste aus dem Schwabenland nutzten gar die Nachspielzeit gnadenlos aus. Verdienter Sieg? Ungerechter Erfolg? Es spielte keine Rolle, Fleißkärtchen für eine couragierte Stunde nützen niemandem, schon gar nicht den gebeutelten Adlerträgern.

Eine zum anderen

Die Chronologie der Partie sah den SCP klar vorn, weil Mehmet Kara (17.) und Simon Scherder (57.) trafen. Die Kickers aber, ebenso wie der SCP im Aufstiegsrennen um die Top-Ränge gestrauchelt, antworteten mit Verve und Treffern von Gerrit Müller (64.) sowie dem Doppelpack des eingewechselten Top-Jokers Manuel Fischer (81./90.+1). Münsters Tormann Max Schulze Niehues beim 1:2 und Simon Scherder beim 2:2 halfen kräftig mit, vorne vergaben Kara, Rogier Krohne und Marcus Piossek beste Konter zum 3:1. Eines kam zum anderen. „Es ist wie ein roter Faden nach der Winterpause, wie wir die Spiele verlieren“, sagte Kara, über lange Strecken noch einer der Besten.

Münsters Coach geriet in der Schlussphase in die Schusslinie. „Loose raus“, wurde auf den Rängen geschrien. Noch auffälliger war aber, dass der eigene Stadionsprecher den 52-Jährigen mit flapsig kommentierte. „Wie immer in der 69. Minute, Rogier Krohne für Marcel Reichwein“, sagte Martin Kehrenberg nassforsch über den Wechsel des Coaches.

Redebedarf

Das sollte lustig sein, hätte aber auch im falschen Hals landen können. Ralf Loose stand schon häufiger mit seinen späten Wechseln in der Kritik, vom Mann am Mikro hätte er sich veralbert vorkommen können. „Ich habe das gar nicht mitbekommen“, wollte Loose diese Baustelle nicht bearbeiten. Auch da gibt es Redebedarf.

„Ob der Trainer schuld ist, das müssen andere beurteilen“, erklärte Loose nach der Heimpleite. Er durchlebt seine schwerste Zeit in Münster, seitdem er im September 2013 Pavel Dotchev abgelöst hat. All das, was er mit seiner Mission Klassenerhalt in der Saison 2013/14 sowie der tollen ersten Saisonhälfte 2014/15 positiv bewirkt hatte, gilt offenbar nicht mehr. Allen negativen Entwicklungen zum Trotz, der SCP ist immer noch Sechster in der Liga. Loose stellte dabei klar: „Wir sind nicht im Stil einer Spitzenmannschaft aufgetreten. Alles ist nicht so toll, obwohl es lange Zeit eine gute Leistung der Mannschaft war und wir Rang vier ein Stück näher gerückt waren. Wenn man 2:0 führt und dann verliert, sind alle enttäuscht.“ Außer die Anhänger der Kickers.

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