Fußball: Trainer-Ausbildung
Ex-Preuße Drube erhält Zuschlag für Elite-Lehrgang in Hennef

Münster -

Nils Drube coachte jahrelang Junioren-Teams des SC Preußen, ehe er 2012 zu Bayer Leverkusen wechselte. Jetzt steht der 37-Jährige vor einem großen Schritt in der persönlichen Entwicklung: Ab Juni nimmt er am Fußballlehrer-Lehrgang in Hennef teil, in den es auch in diesem Jahr nur 24 Kandidaten schafften.

Mittwoch, 13.05.2015, 13:00 Uhr aktualisiert: 13.05.2015, 17:22 Uhr
Nils Drube, der seit 2012 in Diensten von Bayer Leverkusen steht, nimmt ab nächstem Monat an der Ausbildung zum Fußballlehrer teil, für den er als erster Nachrücker die Zulassung erhielt.
Nils Drube, der seit 2012 in Diensten von Bayer Leverkusen steht, nimmt ab nächstem Monat an der Ausbildung zum Fußballlehrer teil, für den er als erster Nachrücker die Zulassung erhielt. Foto: imago sportfotodienst

Manchmal braucht es eben ein bisschen Glück im Leben. 24 Anwärter lässt der DFB zu seiner Fußballlehrer-Ausbildung 2015 zu. Nils Drube war offenbar die Nummer 25 – und rutschte als einziger Nachrücker am Ende doch noch in den elitären Kreis, weil ein Teilnehmer abgesprungen war. „Ich freue mich wahnsinnig, dass es geklappt hat und kann kaum erwarten, dass es losgeht“, sagt der 37-Jährige, der zwischen 2007 und 2012 die B- und A-Junioren des SC Preußen permanent in der Bundesliga hielt.

Ein Glücksfall

Für den Münsteraner in Diensten von Bayer Leverkusen ist der Zuschlag ein Glücksfall, nachdem er den Eignungstest im März bestanden hatte. Das allein reichte allerdings nicht bei weit über 50 Bewerbern. Die Kriterien, nach denen selektiert wird, sind geheim. Vertreten sind neben Verbandssportlehrern immer auch einige Ex-Profis, Trainer aus Nachwuchsleistungszentren und dem gehobenen Senioren-Amateurbereich (Regional- und Oberliga) sowie natürlich Frauen. Zwei Ex-Preußen gehören vom 8. Juni 2015 bis zum 31. März 2016 ebenfalls zur Gruppe: Marco Antwerpen (Coach von RW Ahlen) und Pellegrino Matarazzo (U23 des 1. FC Nürnberg). Weitere prominente Namen wären die früheren Bundesliga-Spieler Jeff Strasser und Patrick Weiser – sowie natürlich die ehemalige Nationalspielerin Inka Grings. „Mindestens 60 Prozent kenne ich“, so Drube. Schon im Vorfeld sind zumindest die West-Vertreter regelmäßig in Kontakt, um die zwölftägige Reise zur U-21-EM in Tschechien mit Basislager in Brünn zu organiseren, die gleich nach dem Lehrgangsstart anliegt.

Längeres Vereinspraktikum

Der Großteil der Ausbildung erfolgt dann stets von Montagmorgen bis Mittwochabend in der Sportschule Hennef , dazu kommt im Verlauf ein längeres Vereinspraktikum. Drube, der bis 2016 beim Werksclub unter Vertrag steht und seit dem 1. Februar nicht mehr U-19-Assistent von Peter Hyballa, sondern als Scout für die Profi-Abteilung und deren Manager Jonas Boldt unterwegs ist, soll künftig im zweiten Wochenteil für seinen Verein auf Beobachtungsreisen gehen. „Die Konstellation ist perfekt. So kann ich meinem Arbeitgeber weiter dienen“, sagt er. „Zudem ist es möglich, mein Scouting-Netzwerk auszubauen, was als Jugend-Trainer so nicht denkbar wäre.“

Schritt für Schritt

Die Geschichte des gebürtigen Kinderhausers ist schon speziell. Ohne selbst in höheren Regionen gekickt zu haben, arbeitete er sich Schritt für Schritt nach vorne. Anfangs als Jung-Coach bei seinem Heimatverein Westfalia Kinderhaus, dann sehr erfolgreich beim SCP, nun seit drei Jahren unter dem Bayer-Kreuz. „Ich bin peu á peu vorangekommen. Mit der Zulassung für den Fußballlehrer sehe ich mich aber jetzt nicht am Ende des Weges, ganz im Gegenteil.“ Auf eine konkrete berufliche Vision lässt er sich nicht ein. „Das Schöne am Fußball ist ja, dass man nie weiß, was die Zukunft bringt. Vor einem Jahr hätte ich ganz andere Perspektiven beschrieben als jetzt.“ Grundsätzlich sieht Drube, der in dieser Saison auch acht Monate für Chefcoach Roger Schmidt (noch ein Ex-Preuße) als Schnittstelle zu den Profis die U-19-Perspektivspieler begleitete, sich zwar im Trainer-Bereich. „Aber das konkrete Sichten wie im Augenblick hat auch Vorteile. Ab Juni gilt meine volle Konzentration erstmal dem Lehrgang.“

Kraftraubende Zeit

Dass eine kraftraubende Zeit auf ihn wartet, weiß der Exil-Rheinländer. „Schon die Vorbereitung ist sehr zeitintensiv, Ausbilder Frank Wormuth hat uns darauf eingestellt. Es wird auch Hausaufgaben geben, die Abende können lang werden.“ Die Vorfreude kann Drube dennoch kaum kaschieren. Denn wer diesen höchsten Trainerschein in Händen hält, dem stehen viele Türen im Profi-Geschäft offen.

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