SC Preußen: Ab in den Süden
Der letzte Akt – Teil 1

Münster -

Zwei Spiele noch, dann ist die Saison vorbei. Der erste Teil von zwei Akten führt die Fußballer des SC Preußen am Samstag zur Spielvereinigung Unterhaching.

Freitag, 15.05.2015, 18:04 Uhr aktualisiert: 15.05.2015, 21:13 Uhr
Sein vorletztes Spiel für Münster? Der Vertrag von Jens Truckenbrod (r.) ist noch nicht verlängert.
Sein vorletztes Spiel für Münster? Der Vertrag von Jens Truckenbrod (r.) ist noch nicht verlängert. Foto: René Penno

Tabellarisch ist es völlig bedeutungslos, ob der SC Preußen die Saison nun als Fünfter oder Zehnter beendet. Die ersten vier Ränge hat das Team mehr oder minder fahrlässig liegen lassen, dahinter tobt ein Kampf um gelb-goldene Südfrüchte. Nicht mal für das Fernsehgeld, und damit anders als in den beiden Bundesligen, ist die Platzierung relevant. Es könnte höchstens zur Bürde für die neue Saison werden, wenn Münster diese Spielzeit als erster Verfolger des Spitzenquartetts beendet und damit reflexartig bei der Favoritenfrage im Juli permanente Nennungen erfährt.

Doch da ist noch etwas anderes, etwas nicht Messbares, was das letzte Auswärtsspiel am Samstag (schon um 13.30 Uhr) bei der SpVgg Unterhaching zu einer echten Bewährungsprobe macht. Wie tritt die Mannschaft, die zumindest zu 50 Prozent auch in der neuen Serie das Adler-Trikot trägt, gegen Abstiegskandidaten – zum Finale kommt ja auch noch Borussia Dortmund II – auf? Wie viel Kredit nimmt sie gemeinsam mit Trainer Ralf Loose nach vergeigtem Aufstieg und verpasstem DFB-Pokal mit in die Sommerpause? Die Antwort darauf liefern die letzten beiden Akte. „Es geht darum, dass wir uns noch mal professionell verkaufen müssen“, sagt der Coach. „Es liegt auf der Hand, dass ich weiterhin Vollgas erwarte. Das sind noch mal schwere Spiele, für die Gegner geht es ums Überleben.“

Dass nach dem 2:3 gegen die Stuttgarter Kickers vor einer Woche ein Ultra-Rudel die Spieler aufforderte, noch zweimal alles rauszuhauen, war das klarste Indiz für die aktuelle Stimmungslage – auch wenn die passende Einstellung für einen Profi selbstverständlich sein muss und es dazu nicht der Hinweise einiger wütender Fans bedarf. Mt Sicherheit 200 Anhänger werden den SCP auch nach Bayern begleiten. Die meisten hatten lange ihre Tickets gebucht und auf ein ganz anderes Saisonfinale gehofft.

Immerhin für die Gastgeber geht es noch um alles, der Abstieg ist für sie ein sehr reales Szenario geworden. „Das wird eine umkämpfte Sache, davon bin ich überzeugt“, so Loose. „Bis auf das 1:5 in Dresden zuletzt waren Hachings Ergebnisse immer eng. Und die Preußen-Bilanz dort sieht ja nicht so gut aus.“ An seiner Startelf wird der 52-Jährige kaum schrauben. Aaron Berzel (Meniskusprobleme) muss weiter passen, Emil Atlason (Bänderriss im Sprunggelenk) hat schon Urlaub. Immerhin kehrt Fabian Hergesell seit fast dreieinhalb Jahren ein Preuße und noch ohne neuen Vertrag, nach seinem Muskelfaserriss zurück ins Aufgebot.

Looses Vorwürfe hielten sich auch nach zuletzt drei Pflichtspiel-Niederlagen in Grenzen. „Die Jungs arbeiten ja im Training gut mit. Die letzten beiden Liga-Spiele waren okay, da haben wir nur wegen individueller Fehler verloren.“ Anders als Teile der Fans hält Loose einen Appell an die Ehre für unangebracht. Ein Sieg im Sportpark würde diese Haltung zweifellos stärken.

SC Preußen Münster: Schulze Niehues – Riedel, Scherder, Heitmeier, Schulz – Truckenbrod, Bischoff – Hoffmann, Piossek, Kara – Reichwein.

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