Fußball: 3. Liga
Idrissou-Deal geplatzt, aber Preußen hoffen auf Özkara

Münster -

Nun wird‘s also doch nichts. Mohamadou Idrissou wechselt nicht zum SC Preußen. Die Gründe liegen wohl im Finanziellen begründet, vermutlich auch in der Vertragslaufzeit. Juristische Dinge, die aus Hannover nach Münster durchsickerten, blieben unkommentiert.

Montag, 20.07.2015, 19:00 Uhr aktualisiert: 21.07.2015, 10:48 Uhr
Eine zweimalige Ausnahme: Mohamadou Idrissou im Preußen-Trikot, hier im Zweikampf mit Hannovers Christian Schulz. Der Angreifer passt nicht ins wirtschaftliche Raster des Drittligisten.
Eine zweimalige Ausnahme: Mohamadou Idrissou im Preußen-Trikot, hier im Zweikampf mit Hannovers Christian Schulz. Der Angreifer passt nicht ins wirtschaftliche Raster des Drittligisten. Foto: Jürgen Peperhowe

Keine Extraportion Glamour an der Hammer Straße, stattdessen vielleicht demnächst die zweite Generation einer Fußballerfamilie im Preußenstadion. Das bedeutet: Mohamadou Idrissou kommt nicht nach Münster , dafür konzentriert sich der Verein nun auf die Verpflichtung von Cihan Özkara , der der Neffe von Orhan Özkara (einst SCP-Kapitän und U-16-Trainer) ist.

Keine Details

Am Montagmittag erteilte der Drittligist dem 35-jährigen Kameruner eine Absage. Zu den Gründen mochte sich Sportvorstand Carsten Gockel nicht im Detail äußern. Klar ist aber, dass die wirtschaftlichen Vorstellungen beider Seiten weit auseinander lagen. Idrissou hatte am Samstag noch betont, dass Geld für ihn zweitrangig sei und er unbedingt für die Preußen spielen möchte, dass er sein Image aufpolieren wolle und diese Mannschaft jetzt schon ins Herz geschlossen habe. Die Einschätzung nach zwei Trainingstagen bestätigte er am Samstag nach dem Test gegen Hannover 96 (0:0) erneut, doch zum Vertragsabschluss kam es dann doch nicht. „Es war keine Basis in Sichtweite“, so Gockel. „Uns ist ein klarer Rahmen vorgegeben, und es war schon in einem frühen Stadium klar, dass wir nicht zusammenkommen.“ Sportlich, so der Geschäftsführer, habe der Angreifer durchaus einen ordentlichen Eindruck vermittelt, auch in die Mannschaft habe er sich schnell integriert. Das sieht auch Idrissou so, der gerne in Münster war. „Die Mannschaft und auch die Verantwortlichen haben mich toll aufgenommen. Es ging nicht in der Verhandlung weiter, weil Preußen Münster aktuell nur einen Spieler verpflichten kann. Man war mir gegenüber sehr fair und lösungsorientiert. Aber es ist Fakt, dass Cihan Özkara gegen Hannover überzeugt hat. Er ist jung, variabel im Sturm einsetzbar und polarisiert nicht.“

Berichte aus Hannover

Dass laut „Neue Presse“ aus Hannover die Staatsanwaltschaft auf Idrissous Rückkehr nach Deutschland aufmerksam wurde, ihn sogar am Freitag in Münster vernahm und im Falle eines Vertragsabschlusses eine Gehaltspfändung wegen ausstehender Unterhaltszahlungen für mehrere uneheliche Kinder vornehmen möchte, kommentierten die Preußen übrigens nicht.

Gockel hatte am Wochenende ohnehin betont, dass das aktuelle Budget nur noch für eine Neuverpflichtung langt. Die soll, wenn es nach den Verantwortlichen geht, Özkara heißen. „Er will zu uns, wir würden ihn gern holen. Aber da können wir noch nichts verkünden, es muss erst alles verbrieft sein“, sagt Gockel. Nicht ganz ohne Hintergrund: Internationale Transfers sind selten ohne Risiko. „Wir haben unsere Erfahrung gemacht, am Ende fehlt womöglich doch noch das entscheidende Dokument“, sagt der 42-Jährige, der 2013 extra in die Türkei reiste, um Mehmet Kara bei Genclerbirligi Ankara auszulösen oder Anfang des Jahres feststellen musste, dass ein Wechsel trotz fester Zusagen noch platzen kann, als Davis Curiale nicht wie abgemacht von Frosinone Calcio aus der italienischen Serie B nach Münster kam.

Zustimmung von Sivasspor?

Nun laufen die Verhandlungen vor allem über die Berater-Agentur S&E, die zahlreiche türkischstämmige Profis begleitet. Nun muss nur noch Erstligist Medicana Sivasspor zustimmen, der Club hatte Özkara aber immerhin bereits erlaubt, sich beim SCP vorzustellen.

Klappt zumindest dieser Deal, würde vermutlich zunächst kein weiterer Akteur kommen. „Natürlich fehlt uns dann noch eine zweite klassische Neun neben Rogier Krohne, aber Cihan kann diese Position auch ausfüllen“, sagt Gockel. „Irgendwann ist unser Etat eben mal erschöpft.“ Auch das durch die erhoffte Vertragsauflösung des unerwünschten Aaron Berzel gesparte Gehalt würde nicht automatisch reinvestiert. Auch wenn ein weiterer Angreifer nach wie vor zumindest der große Wunsch von Trainer Ralf Loose ist.

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