Fußball: SC Preußen startet mit Remis
„Ein schönes Gefühl“

Münster -

87 Minuten sah es so aus, als ob ein Dorfverein aus dem Schwabenland den SC Preußen in die erste Krise der neuen Spielzeit katapultieren würde. Doch dann hatte Amaury Bischoff eine Blitzidee.

Sonntag, 26.07.2015, 18:54 Uhr aktualisiert: 26.07.2015, 20:12 Uhr
Zwei entscheidende Szenen beim 1:1: Abdenour Amachaibou lässt seiner Freude nach dem Ausgleichstor freien Lauf.
Zwei entscheidende Szenen beim 1:1: Abdenour Amachaibou lässt seiner Freude nach dem Ausgleichstor freien Lauf. Foto: Jürgen Peperhowe

Ausgerechnet Abdenour Amachaibou. Nur noch wenige Minuten waren zu spielen, als der schon als Fehleinkauf abgestempelte Angreifer in den Großaspacher Strafraum eilte, seine als scharfe Hereingabe geplante Flanke fälschte Sebastian Schiek zum 1:1-Endstand ins eigene Tor ab. Der 28-Jährige, dem ein Vereinswechsel dringend ans Herz gelegt worden war, hatte den Preußen einen ähnlich desaströsen Fehlstart wie vor einem Jahr gegen Hansa Rostock erspart. Immerhin nicht verloren, immerhin einen Punkt gegen die SG Sonnenhof Großaspach geangelt, kurzes Durchatmen – aber richtig vom Hocker riss das niemanden.

Als ich erfahren habe, dass ich nicht spiele, war das wie ein Schock.

Abdenour Amachaibou, Schütze zum 1:1 für die Preußen

 

Preußen Münster gegen Sonnenhof Großaspach

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  • Torjubel Amachaibou

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Piossek gegen David Kienast

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  • Piossek gegen Michele Rizzi

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  • Müller gegen Sebastian Schiek

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  • Kopplin gegen David Kienast

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  • TW Christopher Gäng gegen Cihan Özkara

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  • Özkara gegen Kai Gehring

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  • Piossek gegen David Kienast

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • TW Christopher Gäng gegen Cihan Özkara

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Babacar N'Diaye mit Schiri Christian Dietz

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rote Karte von Schiri Christian Dietz gegen Benjamin Schwarz

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rote Karte von Schiri Christian Dietz gegen Benjamin Schwarz

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ralf Loose

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ralf Loose

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Laprevotte

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  • Torjubel Amachaibou

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  • Müller gegen Tobias Rühle

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  • Piossek

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  • Piossek vergibt gegen TW Christopher Gäng

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  • Torjubel Amachaibou

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  • Jubel Großaspach mit Kopplin und Schwarz

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  • Philipps gegen Tobias Rühle

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  • Ralf Loose

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  • Kara gegen Bashkim Renneke

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  • Özkara und Schiri Christian Dietz

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  • Kopplin

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  • Heitmeier gegen Tobias Rühle

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  • Babacar N'Diaye wird auf die Tribüne geschickt (mit Linienrichter Lothar Ostheimer)

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Babacar N'Diaye und Benjamin Schwarz

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  • Torjubel Amachaibou

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  • Babacar N'Diaye wird auf die Tribüne geschickt (mit Linienrichter Lothar Ostheimer)

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  • Felix Müller

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  • Torjubel Amachaibou

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Krohne

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  • Kopplin und Tritz

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Er war hin- und hergerissen. Da die Freude über das erste Pflichtspieltor für die Preußen nach 22 zumeist kurzen Einsätzen, dort der Frust über die Ausbootung in der Startelf. „Der Treffer war ein schönes Gefühl.“ Aber auch das sagte er: „Als ich erfahren habe, dass ich nicht spiele, war das wie ein Schock.“ Fast schon trotzig kündigte er an, weiter vehement seine Startplatz-Ambitionen zu verfolgen. Na ja, dachte sich Trainer Ralf Loose und nahm seinen in der Vorsaison so gebeutelten Schützling gleich mal in die Pflicht: „Abdenour hat nach der letzten Spielzeit auch eine Bringschuld gegenüber dem Verein.“ Was nichts anderes bedeutet, als dass der eingewechselte Amachaibou aus Sicht des Übungsleiters nur seine Aufgabe als Joker erfüllt hat.

Nach dem Platzverweis für Schwarz ging ein Ruck durch das Team.

Ralf Loose, Coach des SC Preußen Münster
Punkt mit blauem Auge

Der Ausgleich fiel spät, er war glücklich, weil Amachaibou eigentlich flanken wollte und die Kugel ins Großaspacher Tor abgefälscht wurde – und doch war dieser verdient. Münster hatte mehr Spielanteile, aber nur wenige Chancen, die Schlussoffensive in Unterzahl war noch mit das Beste an der Partie. Benjamin Schwarz hatte nach 73 Minuten die Ampelkarte gesehen für eine „Schwalbe“ im Strafraum. Ein hartes Urteil von Referee Christian Dietz, der eigentlich souverän pfiff, nur zweimal entscheidend den SCP benachteiligte. Beim 0:1, wobei die komplette SCP-Abwehr ungelenkt daherkam, übersah er zuallererst ein Foulspiel eben an Schwarz, der den Ball ansonsten problemlos geklärt hätte. Der Platzverweis war ebenfalls diskutabel. Schwarz: „Mit etwas Fingerspitzengefühl hätte er mich auch mündlich verwarnen können.“

Die Preußen in der Einzelkritik

1/14
  • Torwart Niklas Lomb (3) hatte wenig zu tun, beim Gegentor machtlos.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Björn Kopplin (4) begann gut, baute später ab, ihm fehlt noch die Bindung zum Spiel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Chris Philipps (3,5) erhielt den Vorzug vor Marco Pischorn. Hatte gerade in der ersten Halbzeit einige gute Ideen bei der Spieleröffnung, wirkte beim Gegentor allerdings unglücklich.

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  • Innenverteidiger Marc Heitmeier (3): solide wie immer, kaum Fehler, machte seine Sache ordentlich.

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  • Linksverteidiger Felix Müller (4) agierte mit Licht und Schatten, konnte in der Offensive kaum Akzente setzen.

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  • Mittelfeldspieler Marcus Piossek (2,5): war unbeeindruckt von ein paar Pfiffen und dem Transfertheater um seine Person, er war Münsters beste Offensivkraft. Er sorgte gerade in der Schlussphase aus der zentralen Position für viel Unruhe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfelspieler Amaury Bischoff (3) spielte den blitzgescheiten Pass zum 1:1, hatte zuvor gegen die kompakten Gäste wenig Freiräume für die Spielorganisation, war in der Schlussphase hellwach.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Benjamin Schwarz (3,5) war der Pechvogel der Partie. Wurde vor dem 0:1 gefoult, wurde zweifelhaft für eine Schwalbe vom Platz gestellt, agierte unauffällig.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Mehmet Kara (4): seine Dribblings auf der linken Seite blieben meist wirkungslos, mühte sich, fand aber nicht zu seinem Spiel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Rogier Krohne (4,5) bekam viel zu wenig Bälle aus dem Mittelfeld, und wenn, dann waren seine Szenen eher unglücklich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Cihan Özkara (4,5) war auf dem Platz, zeigte aber zu wenig von seiner individuellen Klasse: ein unscheinbarer Auftritt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler und Rechtsverteidiger Stephane Tritz (ohne Note, zu kurz im Spiel) ersetzte Björn Kopplin und hatte Anpassungsschwierigkeiten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechsel- und Mittelfeldspieler Charles Elie Laprevotte (ohne Note, zu kurz im Spiel) zeigte in den letzten 20 Minuten, dass er dem Offensivspiel Schwung geben kann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler und Angreifer Abdenour Amachaibou (ohne Note, zu kurz im Spiel) wurde eingewechselt und sorgte für viel Unruhe im Großaspacher Defensivblock. Seine Flanke wurde zum 1:1 ins Tor abgefälscht. Hob seinen Finger und will mehr Einsatzzeiten.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Nur 6623 Zuschauer wollten den Auftakt in die neue Saison sehen, einige blieben in Aussicht von Regen und Wind wohl lieber daheim. Sie verpassten eine neu zusammengestellte SCP-Elf, sechs Neue standen im Team. Das lief noch nicht rund, die Abstimmungsprobleme wurden mit zunehmender Spieldauer und Intensität sichtbarer. Zudem fehlte den Preußen im Angriff die Durchschlagskraft, die Gäste konnten meist stressfrei die Situationen klären.

Kommentar zu Piossek

„Mit dem Punkt können wir leben nach dem 0:1-Rückstand“, befand Amaury Bischoff. Münsters Kapitän hatte einen schweren Stand, aber sein Freistoß-Zuspiel auf Amachaibou in der 87. Minute hatte Extraklasse. „Insgesamt sind wir nicht zufrieden“, fügte Loose an. Er sah eine ordentliche Defensivleistung seiner Mannen, monierte aber beim 0:1 das naive und unentschlossene Verhalten seiner Spieler. Und: „Im Aufbauspiel waren wir gar nicht so schlecht, aber nach ganz vorne haben wir nicht immer den richtigen Weg gefunden.“

Es gibt zweifellos noch eine Menge zu tun bei den Preußen. 

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