Mo., 24.08.2015

1:1 in Erfurt Es hätte mehr sein dürfen für die Preußen

Björn Kopplin hatte nicht nur in dieser Szene gegen Erfurts Torschützen Carsten Kammlott (l.) seine Seite im Griff. Allerdings ärgerte er sich genauso wie Rogier Krohne (kl. Foto), dass es beim Schlusslicht nur zu einem 1:1 langte.

Björn Kopplin hatte nicht nur in dieser Szene gegen Erfurts Torschützen Carsten Kammlott (l.) seine Seite im Griff. Allerdings ärgerte auch er sich, dass es beim Schlusslicht nur zu einem 1:1 langte. Foto: Jürgen Peperhowe

Erfurt - 

Mit einem Punkt im Gepäck kehrte der SC Preußen Münster von seinem Gastspiel aus Erfurt heim und bleibt damit weiter ungeschlagen. Doch am vierten Spieltag war bei den gastgebenden Rot-Weißen, die ans Tabellenende rutschten, auch der zweite Saisonsieg möglich.

Von Henner Henning

Die gute Nachricht vorweg. Die Serie hat dank des 1:1 (1:1) bei Rot-Weiß Erfurt gehalten, auch in der vierten Partie der Saison blieb der SC Preußen Münster ohne Niederlage. Ein Sieg und drei Unentschieden machen sechs Punkte, die Ausbeute ist solide. Doch getreu des Mottos an der Fleischtheke „Darf es ein bisschen mehr sein?“ hätte der Ertrag nach 360 Minuten durchaus üppiger ausfallen können.

Denn auch in der Landeshauptstadt Thüringens hatte der SCP gegen über weite Strecken harmlose Gastgeber die Möglichkeit, mehr als nur das fast übliche Remis – in nun elf Vergleichen teilten sich Münster und Erfurt achtmal die Punkte – zu holen. So fiel das Fazit von Trainer Ralf Loose auch durchwachsen aus. „Mit dem Ergebnis und dem Spiel bin ich nicht zufrieden. Wir haben schlecht begonnen und hatten nicht den Spielrhythmus, den ich mir vorgestellt hatte“, erklärte der Coach.

Fotostrecke: Die Preußen in der Einzelkritik - Gegen RW Erfurt

Im 4-3-3-System

Zwar hatten seine Schützlinge auch schon in den ersten 45 Minuten mehr Ballbesitz, Nutzen aber konnten sie daraus keinen ziehen. Spielfluss kam in der zerfahrenen Begegnung vor 4780 Zuschauern kaum auf, im 4-3-3 mit Elie Laprevotte und Benjamin Schwarz an der Seite von Amaury Bischoff blieb es meist bei guten Ansätzen, Genauigkeit und Kreativität fehlten. Einzig Standards von Bischoff sorgten für so etwas wie Gefahr im Erfurter Strafraum. „Aber auch in diesen Szenen waren wir nicht durchschlagskräftig genug“, so Loose. Ein Problem, dass die Preußen bislang durch die Saison begleitet – klammert man das 3:1 beim VfB Stuttgart II einmal aus. „Da sieht man, dass wir noch in der Entwicklung sind, die auch noch einige Zeit andauern wird“, meinte Loose.

Nur gut, dass die Münsteraner auf das 0:1 durch RWE-Torjäger Carsten Kammlott (38.) schnell eine Antwort fanden. Nach einer schönen Kombination über Mehmet Kara und Vorlagengeber Rogier Krohne kam der SCP durch Laprevottes Premierentreffer für die Preußen noch vor der Pause zum Ausgleich (43.). Mit diesem Treffer im Rücken bewies die Mannschaft dann nach der Pause, dass in ihr durchaus Potenzial und Qualität steckt. Der SCP diktierte das Geschehen, kombinierte nun deutlich flüssiger und spielte sich in aussichtsreiche Positionen – allein die Zielstrebigkeit und der unbedingte Wille, das Tor zu treffen, fehlten. „Wir sind mit den Chancen zu leichtfertig umgegangen, waren nicht präzise genug. Wir hätten hier mehr mitnehmen müssen“, sagte Loose, der neben seiner Mannschaft auch den Unparteiischen nicht ganz aus der Kritik nahm.

Fotostrecke: SC Preußen gegen RW Erfurt

Ampelkarte für Schwarz

Denn eine nicht ganz unwichtige Rolle nahm auch Schiedsrichter Florian Kornblum (Chieming) ein, der zurecht Benjamin Schwarz nach wiederholtem Foulspiel mit der Ampelkarte vom Feld schickte (82.) und so indirekt den Endspurt Erfurts mit zwei dicken Chancen für Okan Aydin (90.+1) und Tugay Uzan (90.+2) einleitete. „Allerdings hätte er kurz nach der Pause auch Fabian Hergesell Gelb-Rot geben können. Die Partie wäre danach sicher anders gelaufen“, sagte der 52-Jährige – und lag mit der Analyse beim Einsteigen des Ex-Preußen gegen Krohne nicht so falsch. So aber blieb es beim 1:1, das unter dem Strich ein gerechtes Ergebnis war. Aber immer mit dem Wissen, dass es durchaus etwas mehr hätte sein können.



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