Fußball: 3. Liga
Keine Gästefans beim Preußen-Derby in Osnabrück

Münster -

Der Termin für das Derby zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster (23. September, 18 Uhr) bleibt bestehen. Allerdings sind diesmal erstmals keine Gäste-Fans zugelassen. Das gilt auch für das Rückspiel. Die Verantwortlichen begründen diesen drastischen Schritt mit den Verfehlungen der Vergangenheit.

Mittwoch, 02.09.2015, 12:19 Uhr
Immer wieder kam es zu Verfehlungen von Fans in beiden Stadien.
Immer wieder kam es zu Verfehlungen von Fans in beiden Stadien. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Meisterschaftsspiele zwischen dem VfL Osnabrück und dem SC Preußen Münster müssen in dieser Drittliga-Saison erstmals ohne Gästefans stattfinden. Das ist das Ergebnis einer mehrtätigen Sicherheitskonferenz, an der beide Vereine, der DFB sowie die zuständigen Polizeidienststellen teilgenommen haben. Das erste Spiel, das von dieser Regelung betroffen ist, ist das am 23. September um 18 Uhr, in der Osnatel-Arena.

Verlässliche Sicherheitslage

„Trotz einer Vielzahl von bisweilen sehr aufwendigen Sicherheitsmaßnahmen ist es in den vergangenen Jahren in beiden Stadien nicht gelungen, die zum Teil schwerwiegenden Vorfälle auf den Gästetribünen zu verhindern. Der miteinander geführte Austausch über das weitere Vorgehen in Bezug auf die Derbys hat nun ergeben, dass sich die Sicherheitspartner zum jetzigen Zeitpunkt auf diesen Weg verständigen müssen, um eine verlässliche Sicherheitslage im Stadion gewährleisten zu können. Es ist allen Beteiligten zu wünschen, sich wieder auf einen Rahmen für Fußballspiele zwischen Münster und Osnabrück verständigen zu können, in dem Störer und Gewalttäter keinen Platz finden“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung.

„Mit dem Ausschluss der Gästefans beschreiten die Verantwortlichen einen ungewohnten Weg“, sagt der Leitende Polizeidirektor Rainer Schieferbein für das Polizeipräsidium Münster. „Die andauernden Ausschreitungen bei den Derbys müssen ein Ende haben.“

„Intensive Diskussionen“

„Das Ergebnis der Konferenz ist in allererster Linie ein Ergebnis der letzten Aufeinandertreffen beider Vereine, bei denen auf beiden Seiten zum Teil Schwerverletzte zu beklagen waren. Über die Maßnahmen, die künftig zu treffen sind, um die Spiele weiterhin mit Gästefans ausrichten zu dürfen, muss jetzt intensiv zwischen allen Sicherheitspartnern diskutiert werden. Die nun entstandene Situation darf nur ein Übergangsmoment sein“, so Carsten Gockel, Sportvorstand des SC Preußen.

VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend sagt: „Es ist unser gemeinsames Anliegen, für auf den Rängen friedliche und auf dem Rasen spannende Fußballspiele zu sorgen. Dass wir hier auf einem guten Weg sind, zeigt die große Mehrheit der weitgehend störungsfreien Fußballveranstaltungen in der Osnatel-Arena. Die von beiden Vereinen, der Polizei und dem DFB getragene Einzelfallentscheidung wurde auch vor dem Hintergrund getroffen, dass eine zusätzliche Reduzierung des Gästekontingentes als unzureichend erachtet wurde und Vorgehensweisen wie die stadionweite Personalisierung von Tickets oder der verbindliche, organisierte Fantransfer zum Stadion, also das sogenannte Kombiticket für Gästefans, keine Alternative darstellen. Wir hoffen, dass künftig derart massive Einschränkungen für die Austragung des Derbys nicht erforderlich sind, damit der Fußball für alle friedlichen Fans beider Vereine wieder im Vordergrund stehen kann.“

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