Fußball: 3. Liga
Erster Preußen-Heimsieg im vierten Anlauf – 3:1 gegen Werder

Münster -

Die entscheidenden Tore fielen spät. Aber sie fielen. Preußen Münster ist nach dem 3:1 gegen Werder Bremen II Tabellendritter der 3. Liga. Und es war auch noch der erste Heimsieg. Allerdings gönnte sich der SCP auch reichlich Leerlauf.

Sonntag, 06.09.2015, 19:45 Uhr aktualisiert: 06.09.2015, 20:53 Uhr
Außer Kontrolle: Mehmet Kara (links) versucht Kapitän Amaury Bischoff nach dessen Führungstreffer per Freistoß wieder einzufangen.
Außer Kontrolle: Mehmet Kara (links) versucht Kapitän Amaury Bischoff nach dessen Führungstreffer per Freistoß wieder einzufangen. Foto: Jürgen Peperhowe

Ja, da schau her: Als am Samstag der Schlusspfiff von Referee Christof Günsch aus Battenberg ertönte, da war der SC Preußen Münster vorbei an Freund und Feind auf Platz drei der 3. Liga gehuscht. Zwei 3:1-Siege innerhalb von acht Tagen, zunächst beim Halleschen FC und dann daheim gegen Werder Bremen II , sorgten für diese Momentaufnahme. Und das wollte sich niemand schlecht- oder kleinreden lassen. Kein Spieler, nicht der Trainer, auch nicht die Verantwortlichen. „Der Sieg geht in Ordnung, am Ende hatten wir die Chance, das eine oder andere Tor mehr zu schießen“, erklärte Trainer Ralf Loose stellvertretend für alle.

Traumhafter Start

Zwei Spieltage zuvor hatte sich die Mannschaft gegen die zweite Vertretung des FSV Mainz 05 (0:1) noch bis auf die Knochen blamiert, nun machte der SCP das, was man gegen Teams auf Abstiegsrängen erwarten darf: Siege einfahren. Beim 3:1 in Halle benötigten die Preußen einen langen Anlauf, ehe nach einer Stunde die Waage zugunsten der Gäste kippte. Gegen Werder startete der SCP dagegen traumhaft, weil Amaury Bischoff nach 66 Sekunden einen Freistoß zum 1:0 versenkte. „Der war nicht zu halten für den Torwart. Ich hatte in dieser Saison nur wenige solcher Chancen, umso mehr freut mich das Tor“, erklärte der Preußen-Kapitän strahlend.

Münster gegen Werder war nun vor der Pause keine abendfüllende Unterhaltung, aber die Hausherren hatten zumindest mehr vom Spiel, mehr Ballbesitz, nur kaum richtig gute Chancen. „Ein schwieriges Spiel“, bilanzierte Mittelstürmer Marcel Reichwein. Denn von Münsters Überlegenheit profitierte gerade er nicht, kaum einmal landete ein Ball bei ihm in der gefährlichen Zone. Die Werder-Bubis hatten nicht allzu viele Probleme in der Verteidigung zu lösen. Andererseits, bis auf zwei, drei Schüsse war auch von den Gästen nicht viel zu sehen.

Hilßner teilt aus

Eine Wendung bekam die Partie erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, als der überhitzte Marcel Hilßner nach einem taktischen Foul gleich eine rüde Attacke auf das Sprunggelenk von Amaury Bischoff folgen ließ – mit Gelb-Roter Karte war sein Arbeitstag beendet. Der des Gefoulten stand infrage. „Ich habe von der Halbzeitansprache des Trainers nichts mitbekommen, mich haben drei Ärzte behandelt“, blickte Bischoff zurück. Nach Wiederbeginn war er aber zurückgekommen.

Bischoff: „Wir haben 20 Minuten verschlafen.“ Und auch Torwart Niklas Lomb sah von hinten, „dass wir schludrig gespielt haben“. Werder glich nach einer Stunde durch Rafael Kazior aus, Münsters Verteidigung war unsortiert, zudem flutschte der Ball durch die Hosenträger von Keeper Lomb, ein Beinschuss. Die Preußen wackelten kurz.

Bemerkenswerte Verfassung

Immerhin ist Mehmet Kara dieser Tage in einer bemerkenswerten Verfassung. Als er endlich wieder auf seiner Spielwiese im linken offensiven Mittelfeld auftauchte, er hatte zuvor im zentralen Mittelfeld rumwerkeln müssen, war es um Werder geschehen. Eine Tempoverschärfung, einen Gegenspieler ausgetanzt und dann mit Wucht und Präzision den Ball in den Giebel am zweiten Pfosten geknallt – Kara machte den Unterschied aus, und das 2:1. Erst da war der Bann gebrochen, die eingewechselten Rogier Krohne und Cihan Özkara hätten noch für mehr Tore sorgen müssen, ließen aber im Abschluss letzte Konsequenz vermissen. So war es Danilo Wiebe vorbehalten, die Entscheidung nach 87 Minuten herbeizuführen. Sein Schlenzer segelte in den Torwinkel. Und nun? „Auswärts sind wir ungeschlagen, warum sollen wir nicht drei Punkte in Chemnitz holen?“ Ja, Bischoff traute sich was nach Spielschluss. Ja, warum sollte er nicht recht behalten.

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