Fußball: 3. Liga
Preußen setzen in Chemnitz auf bewährtes Personal

Münster -

Flexibel im System und konstant im Personal – so tritt Preußen Münster am Samstag um 14 Uhr beim Chemnitzer FC an. Den bisherigen dritten Tabellenplatz will Trainer Ralf Loose nicht überbewerten, den Gastgeber stuft er aber als brandgefährlich ein.

Freitag, 11.09.2015, 16:14 Uhr aktualisiert: 11.09.2015, 20:35 Uhr
Voller Einsatz gefordert: Preußens Abräumer Benjamin Schwarz (Mitte), hier im Zweikampf mit dem Bremer Marcel Hilßner, steht mit dem SCP in Chemnitz vor einer schweren Aufgabe.
Voller Einsatz gefordert: Preußens Abräumer Benjamin Schwarz (Mitte), hier im Zweikampf mit dem Bremer Marcel Hilßner, steht mit dem SCP in Chemnitz vor einer schweren Aufgabe. Foto: Jürgen Peperhowe

Wohl gegen kein Team aus der ehemaligen DDR-Oberliga hat der SC Preußen Münster in den vergangenen Jahren so häufig gespielt wie gegen den Chemnitzer FC . Am Samstag (14 Uhr) gastiert der Drittligist bei dem Club, der 1990 aus dem FC Karl-Marx-Stadt entstanden ist.

Die Bilanz nach 18 Aufein­andertreffen seit 2001, damals noch in der Regionalliga, fällt mit acht Siegen leicht positiv für den SCP aus. Chemnitz hat dafür die jüngsten beiden gewonnen.

Standortbestimmung

So oder so könnte das am Samstag eine Standortbestimmung für die Elf von Trainer Ralf Loose werden. Da kommt was auf die Preußen zu. So einfach wie beim 4:0-Auswärtserfolg vor zwei Jahren, als der Coach seinen ersten Erfolg mit dem SCP feierte, wird das nicht.

Ich hoffe, dass sich der Schiedsrichter von der Chemnitzer Atmosphäre nicht beeinflussen lässt.

Preußen-Trainer Ralf Loose

„Dynamo Dresden ist den anderen Clubs ein Stück voraus im Moment, hatte aber auch immer das Quäntchen Glück bei den Siegen“, so Loose. „Das ist eine äußerst interessante Liga im Moment.“ Die runderneuerte Preußen-Elf, die ihre Siege bislang gegen die aktuellen Kellerkinder einfuhr, muss vor allem gegenhalten und darf sich nicht von der aggressiven CFC-Gangart beeindrucken lassen. Es sind die „bislang guten Dinge“, die die Adlerträger auch im Stadion an der Gellertstraße abrufen sollen, sprich mit einer griffigen Defensivleistung den Hausherren den Schneid abkaufen. In der Offensive sei der Tabellendritte „noch nicht auf dem höchsten Niveau“, wie Loose glaubt.

Rotation in der Offensive

Das stimmt: Startete der SCP mit Rogier Krohne, Abdenour Amachaibou und Marcus Piossek in die Saison, haben nun Marcel Reichwein, Philipp Hoffmann und Amaury Bischoff wesentliche Plätze in der Offensive besetzt. Richtig scheint Loose hier seine erste Formation noch nicht gefunden zu haben. „Wichtig ist aber auch eine gewisse Flexibilität“, sagt der 52-Jährige, der seine Elf in dieser Saison schon im 4-2-3-1, im 4-3-3 und zuletzt im 4-4-2 mit Mittelfeldraute auflaufen ließ. „Wir wollen den Gegner ja manchmal überraschen und unser Spiel variabel gestalten“, sagt er. „Das Personal für kurzfristige Systemänderungen haben wir.“

Im Kader stehen bis auf Lion Schweers alle verfügbaren Spieler. Chris Philipps ist vom Abenteuer in Weißrussland zurück, blieb vom Magen-Darm-Infekt verschont und absolvierte zweimal 90 Minuten (eine Halbzeit auf der Sechs) in der EM-Quali für Luxemburg. Dort bekam er die Spielpraxis, die er in Münster derzeit nicht erhält.

Wiebe braucht Geduld

Ein ander muss sich weiter gedulden: Danilo Wiebe, zuletzt mit einem Kunstschuss zum 3:1 gegen Werder Bremen II als Joker überaus erfolgreich, muss auch in Chemnitz erst auf die Bank.

Als Dritter des Rankings halten sich die Wechselansätze eben in Grenzen. „Die Tabelle ist aber absolut noch kein Gradmesser“, sagt Loose. „Wir freuen uns nur, dass wir als Mannschaft schnell zusammengefunden haben. Aber es wird auch Rückschläge geben, und in den Nachholspielen können wir ja noch überholt werden.“ Vielleicht geht es aber auch in die andere Richtung.

Voraussichtliche Aufstellung Münster: Lomb – Kopplin, Pischorn, Heitmeier, Müller – Laprevotte, Schwarz – Hoffmann, Bischoff, Kara – Reichwein.

Das machen die Ex-Preußen, die im Sommer den SCP verließen...

1/14
  • Daniel Masuch (38): Der Torwart, vier Jahre SCP-Keeper, war unlängst bei Holstein Kiel als Ersatz für Kenneth Kronholm (Kreuzbandriss) im Gespräch. Versucht sich über das Camp der Vertragsfußballer in Form zu halten, noch ohne Verein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Julian Riedel (24): Nach dem Wechsel zu Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue und zum früheren Preußen-Coach Pavel Dotchev anfangs verletzt und noch in der zweiten Reihe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Patrick Kirsch (34): Münsters letzter Meisterspieler (2011) plagt sich immer noch mit Kniebeschwerden herum, wurde operiert und geht an Krücken. Ob er noch einmal als Profi zurückkehrt oder sich beruflich neu orientiert, ist offen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Hergesell (29): Der Linksverteidiger ist bei RW Erfurt angekommen, dort Stammkraft (sechs Einsätze) und bereitete ein Tor vor. Allerdings läuft es beim Titelanwärter aus Erfurt nicht gerade rund.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Aaron Berzel (23): Nach wochenlangem und teilweise unsäglichem Hin und Her zwischen Spieler und Club schaffte der Rechtsverteidiger noch den Absprung. Regionalligist SV Elversberg mit Trainer Michael Wiesinger wollte Berzel, sein Einstand ist am Freitag gegen Kickers Offenbach geplant.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philip Röhe (21): Startet bei Oberligist FC Eintracht Rheine durch, doch der Rechtsverteidiger muss wegen einer Adduktorenverletzung aktuell pausieren. Dürfte bald eine Stammkraft beim FCE sein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dominik Schmidt (28): Holpriger Start bei Drittligist Holstein Kiel, nun erste Wahl. Auch deshalb, weil Innenverteidiger Hauke Wahl an den Zweitligisten SC Paderborn verkauft wurde.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Siegert (34): Münsters „bester Umschaltspieler“, wie Trainer Ralf Loose sagte, schloss sich Regionalligist SF Lotte an. Zwar reichte es für den Routinier aus dem rechten Mittelfeld nur zu drei Kurzeinsätzen, aber Lotte ist Spitzenreiter in der Regionalliga – und trifft demnächst im Westfalenpokal auf den SCP.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jens Truckenbrod (35): Der Rekordspieler der 3. Liga mit 233 Einsätzen hat seine aktive Laufbahn beendet. Er kickt nun in seinem Wohnort bei Concordia Albachten (Kreisliga A), ist zurzeit allerdings noch verletzt. Beim Preußen-Vermarkter Cocnito hat er eine Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation begonnen.

    Foto: René Penno
  • Thorsten Schulz (30): War bei Zweitliga-Absteiger VfR Aalen unter Coach Peter Vollmann sofort auf Betriebstemperatur. In den ersten vier Partien mit Top-Bewertung im Kicker (2,63), aber dann stoppte ein Muskelfaserriss den Außenverteidiger.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Erik Zenga (22): Sechs Monate in Münster verletzt, nun noch kein Einsatz für Zweitligist SV Sandhausen. Das Mittelfeldtalent setzt einer Sprunggelenksblessur außer Gefecht. Im Übrigen ist mit Jose-Pierre Vunguidica ein weiterer Ex-Münsteraner in Sandhausen aktiv, aber aktuell muss auch er mit einer Knorpelabsplitterung pausieren.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Michael Holt (29): Sein letzter Einsatz war im Juni 2014 für den SCP beim Turnier in Verl, damals stand er auf dem Wunschzettel von Regionalligist SV Meppen, seitdem verletzt an der Achillessehne. Brachte sich im VdV-Camp nun wieder in Schwung. Will endlich wieder Fußball spielen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marcus Piossek (26): Endlich weg, dachte er wohl, und wohl auch so mancher Preußen-Fan. Die Offensivkraft durfte am letzten Tag der Wechselperiode zu Zweitligist 1. FC Kaiserslautern gehen. Am Freitag im Heimspiel gegen den SC Freiburg könnte er seine Premiere in der 2. Liga feiern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Emil Atlason (22): Der Angreifer ist zurück in Island und wurde von KB zu Valur Reykjavik ausgeliehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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