Fußball: 3. Liga
Besondere Maßnahmen nach Ausschluss von Preußen-Fans in Osnabrück

Münster -

Keine Gäste-Fans bei den Derbys zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster in dieser Saison – in der Spielvorbereitung stellt das spezielle Ansprüche an die Vereine. Einige Fans hoffen unterdessen, über Schlupflöcher ins Stadion zu gelangen.

Mittwoch, 16.09.2015, 09:08 Uhr aktualisiert: 16.09.2015, 16:16 Uhr
Fußball: 3. Liga : Besondere Maßnahmen nach Ausschluss von Preußen-Fans in Osnabrück
Foto: Jürgen Peperhowe

Offiziell ist alles klar: Es wird keine Gäste-Fans bei den beiden Derbys der 3. Liga zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster (23. September und 5. März 2016) in dieser Saison geben. Am kommenden Mittwoch erwartet der VfL den SCP im ersten Aufeinandertreffen, bis zu 16 000 Menschen passen in die Osnatel-Arena – und damit sind die Fragen verbunden, ob das Stadion ausverkauft sein wird und wirklich kein einziger SCP-Anhänger einen Weg in die Arena gefunden haben wird.

Wer besorgt sich Karten?

Natürlich wird der Gästeblock nicht mit 1600 Preußen-Fans gefüllt sein, aber bereits jetzt steht fest, dass sich Münster-affine Anhänger Karten besorgt haben. Es soll sich bereits um eine dreistellige Zahl handeln.

Dabei muss der VfL mit großem Aufwand den Vorverkauf betreiben. Anders als in Münster gibt es keine personalisierte Ticketausgabe. Nur Dauerkarteninhabern, Vereinsmitglieder, Unterstützer des Crowdfunding-Projekts zur Lizenzerlangung sowie im Online-Shop registrierte Personen können bis zur vier Tickets erwerben – alle sind bereits beim Club registriert. Allerdings nur der Name des Käufers steht auf den Karten, er würde bei entsprechenden Zuwiderhandlungen in die Mitverantwortung genommen. Vermutlich ist das Wunschdenken des Veranstalters. „Wir haben noch keine genauen Zahlen, wie viele Karten im Vorverkauf abgesetzt worden sind“, sagte Sebastian Rüther, Leiter Kommunikation und Marketing beim VfL, auf Anfrage unserer Zeitung.

►  Was passiert mit dem Gästeblock?

Osnabrück bietet Vereinen aus der Region diese Karten für Gruppen aus Junioren-Spielern und Betreuern vergünstigt an, die Stehplätze kosten sechs Euro.

►  Was geschieht mit Preußen-Anhängern, die erst im Stadion zu erkennen sind?

Das dürfte die Polizei vor Ort entscheiden. Als der SCP im Oktober 2011 zwei Auswärtsspiele in Wehen Wiesbaden und Erfurt ohne Fans bestreiten musste, waren dennoch rund 100 Anhänger angereist – ihnen wurde der Zugang zum Stadion verwehrt. Einige schlüpften aber durch die Kontrollen. Die Polizei entschied damals, die Anhänger auf ihren Rängen zu belassen, weil keine Gefahr von ihnen ausging. In Osnabrück wäre in einem solchen Fall nicht ausgeschlossen, dass die Zuschauer aus dem Block geholt würden und das Stadion verlassen müssten. Im Vorjahr klappte die Trennung zwischen Heim- und Gäste-Fans bei der Partie zwischen Osnabrück und Bielefeld nicht. So sollen sich damals über 2000 Arminen-Anhänger außerhalb des Gäste-Fanblocks zwischen das VfL-Publikum gemischt haben.

►  Wird es eine Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz oder doch einen Demonstrationszug, organisiert vom Fanprojekt des SCP, am Spieltag geben?

Das Fanprojekt will offenbar die „Demo“ durchsetzen und bis zum Stadion wandern. Ob das erlaubt wird? Darüber wird das Osnabrücker Verwaltungsgericht kurzfristig entscheiden.

►  Wird der SCP bei Ausschluss der eigenen Fans wie üblich dennoch 20 Ordner stellen?

Eher nicht. „Wenn es eine Aufforderung dafür geben sollte, werden wir uns nicht verschließen. In der aktuellen Planung müssten wir keine Ordner stellen“, sagte Münsters Sicherheitsbeauftragter Roland Böckmann. Das Motto lautet wohl: Wo keine SCP-Fans, da keine SCP-Ordner. Allerdings steht die letzte Sicherheitsbesprechung am Montag noch aus.

►  Wie viele Preußen (Trainer, Spieler, Funktionäre) werden eigentlich ins Stadion gelassen?

Sicherlich das komplette sportliche Aufgebot, wohl auch die üblichen fünf Ehrengäste und rund 20 weitere Personen aus dem SCP-Umfeld. Eher schlecht dürfte es für Spielerfrauen aussehen, auch sie dürften in der Kategorie „ausgesperrte Preußen-Fans“ sein.

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