Fußball: 3. Liga
Ein denkwürdiges Unentschieden

Osnabrück. Eigentlich bedarf diese Ansetzung keiner besonderen Maßnahmen, um sie zu einem besonderen Spiel zu machen: Doch dieses Drittliga-Derby zwischen dem SC Preußen Münster und dem VfL Osnabrück findet seinen Weg in die Annalen der beiden Clubs – unabhängig von dem Ergebnis.

Mittwoch, 23.09.2015, 20:02 Uhr aktualisiert: 23.09.2015, 22:00 Uhr
Fußball: 3. Liga : Ein denkwürdiges Unentschieden
SC Preußen Münster - VfL Osnabrück - Torjubel von Philipp Hoffmann. Foto: Jürgen Peperhowe
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Das Spiel nochmal miterleben? Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen.

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Am Ende trennten sich beide Teams vor 8590 Osnabrücker und einer vernachlässigbaren Minderheit illegal angereister Preußen-Fans mit 2:2 (1:1). Unentschieden nach Toren von Marcos Alvarez und Halil Savran für Osnabrück und Philipp Hoffmann und Amaury Bischoff mit tätiger Mithilfe von VfL-Kapitän Tobias Willers für Münster . Den Schlusspfiff erlebten indes einige Zuschauer nicht mehr mit – weil sie offensichtlich von der Ordnungsmacht als Münsteraner enttarnt und unter höhnischem Applaus des Stadions verwiesen wurden. Ansonsten blieb in Osnabrück – im Stadion und am Bahnhof alles ruhig.

Die Preußenfans demonstrieren gegen ihren Ausschluss vom Derby in Osnabrück

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  • Foto: Moritz Frankenberg
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Preußen-Trainer Ralf Loose setzte erwartungsgemäß auf die Erfolgself, die das Team aus Münster in den vergangenen Wochen Schritt für Schritt auf Platz zwei in Liga drei geführt hat. VfL-Coach Joe Enochs dagegen hatte eine nicht ganz uninteressante Änderung zur knappen Niederlage gegen Dresden vorgenommen: Er schmuggelte gegen alle Sicherheitsauflagen einen bekennenden Anhänger des SCP in die Startelf: Ex-Preuße Massimo Ornatelli durfte von Beginn an ran – und nach nur sieben Minuten erstmals jubeln. Aus gut 20 Metern versenkte Marcos Alvarez einen Freistoß unhaltbar für Preußen-Keeper Niklas Lomb zur 1:0-Führung der Platzherren. Das war exakt zu dem Zeitpunkt, als sich wenige Kilometer entfernt rund 450 Preußenfans von ihrer zu einer Kundgebung degradierten Demonstration am Osnabrücker Bahnhof für die Rückfahrt rüsteten. 90 Minuten vor dem offiziellen Start der Demo um 18 Uhr hatte das Oberverwaltungsgericht Lüneburg  dem Antrag der Stadt Osnabrück stattgegeben und den geplanten Zug durch Osnabrück untersagt. Um 18.21 Uhr traten die Preußenfans frustriert, aber friedlich den Rückzug an.

Den geordneten Rückzug bevorzugten zeitgleich auch die lilaweißen Spieler. Sie überließen den Gästen die Initiative und setzten auf Konter – so weit die Theorie: In der Praxis passierte derweil nicht sonderlich viel, was die ohnehin eher maue Stimmung in der mit 8000 Zuschauern nur halbvoll besetzten Arena hätte anheizen können. Für noch etwas mehr Ruhe sorgte nach 24 Minuten Philipp Hoffmann mit seinem gut platzierten und perfekt dosierten Geschoss aus 25 Metern: 1:1 – kein Grund zur Freude für die Osnabrücker Fans, aus Münster war ja niemand da.

Die Leistung der Preußen gegen den VfL Osnabrück in der Einzelkritik

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  • Niklas Lomb: Machtlos bei den Gegentoren, ansonsten fehlerlos und aufmerksam. Note 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Björn Kopplin: Mehrere Vorstöße, hatte sogar einen Treffer auf dem Fuß. Kämpferisch gut. Note 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marco Pischorn: Viele gewonnene Kopfballduelle und wie immer eine Bank. Note 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marc Heitmeier: Einige ungewohnte Unsicherheiten, dann wieder ganz der Alte und sicherer Rückhalt. Note 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Felix Müller: Einer seiner stärksten Auftritte im Preußen-Trikot. Stark im Vorwärtsgang. Note 2,5

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  • Elie Laprevotte: Viele Ballgewinne, nach vorne mit einzelnen Akzenten. Note 3

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  • Amaury Bischoff: Brauchte etwas Anlauf. Kurzzeitig der Held als Flankengeber vor dem 2:1, am Ende aber im Mittelpunkt und am Boden. Note 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz: Hervorragender Auftritt. Großes Laufpensum, arbeitete viel fürs Team. Note 2,5

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  • Philipp Hoffmann: Ein glänzender Treffer aus 30 Metern. Sollte öfter schießen - tat er mit Erfolg. Note 2,5

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  • Marcel Reichwein: Arbeitete viel nach hinten, vorne ohne große Szenen. Note 3

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  • Mehmet Kara: Vereinzelt blitzte sein Können auf, war aber schon effektiver. Note 3

    Foto: Jürgen Peperhowe

Die Preußen behielten auch in der Folge kühlen Kopf an diesem lauen Herbstabend. Bis zur Pause tat sich vor beiden Toren wenig. Und im Anschluss gab es dann sogar die ersten Pfiffe für die Heimmannschaft – von den Heimfans. Viel fiel den Osnabrückern bis dato nicht ein, im Gegenteil: Nach 49 Minuten fabrizierte Kim Falkenberg einen Rückpass aus dem Lehrbuch, den VfL-Keeper Marvin Schwäbe sicher in die Arme schloss. Für den folgenden indirekten Freistoß an der Kreuzung Fünfmeterraum/Torauslinie fanden die Preußen allerdings keine sinnvolle Verwendung. Felix Müller nagelte den Ball weit über den Kasten. Es war für lange Zeit der letzte Aufreger einer Partie, die ihre Spannung vor allem aus dem unentschiedenen Zwischenstand bezog.

Das Derby zwischen dem SC Preußen und dem VfL Osnabrück am 23.09.2015

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  • Heitmeier und Pischorn gegen Marcos Alvarez

    Foto: Jürgen Peperhowe
  •  Kara gegen Kim Falkenberg

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  • Torjubel Hoffmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torjubel Hoffmann

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  • Hoffmann gegen Alexander Dercho

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  • Bischoff und Kopplin gegen Alvarez

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  • Laprevotte und Reichwein gegen Christian Groß

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  • Mauer beim Freistoß zum 1:0 durch Osnabrück mit v.l. Bischoff,
    Kopplin,Reichwein, Laprevotte und Hoffmann

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  • Torjubel Bischoff

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  • Torjubel Bischoff

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  • Willers und Bischoff

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  • Ornatelli gegen Müller

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  • Ornatelli gegen Schwarz

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  • Der Osnabrücker Spieler Merkens attackiert Bischoff nach Spielschluss und flieht
    über die Tribüne

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  • Der Osnabrücker Spieler Merkens attackiert Bischoff nach Spielschluss und
    flieht über die Tribüne

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  • Willers und Bischoff

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  • Der Osnabrücker Spieler Merkens attackiert Bischoff nach Spielschluss und flieht
    über die Tribüne

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  • Der Osnabrücker Spieler Merkens attackiert Bischoff nach Spielschluss und flieht
    über die Tribüne

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  • Schwarz gegen Christian Groß und Michael Hohnstedt

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  • Der Osnabrücker Spieler Merkens attackiert Bischoff nach Spielschluss und flieht
    über die Tribüne

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  • Alvarez gegen Pischorn

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  • Pischorn gegen Halil Savran

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  • Torjubel Bischoff

    Foto: Jürgen Peperhowe

Nach einer Stunde tauchten dann in kurzem Abstand Björn Kopplin und Amaury Bischoff im VfL-Strafraum auf, konnten aus zwei guten halben Chancen kein ganzes Tor machen. Es blieb spannend und plötzlich signalisierte auch der Gastgeber wieder Interesse an einem Sieg. Enochs wechselte dazu mächtig durch, während Ralf Loose auf bewährte Maßnahmen zurückgriff: Marcel Reichwein räumte nah 69 Minuten das Feld für Rogier Krohne. Richtig Fahrt nahm das Spiel aber erst nach 88 Minuten auf, als Amaury Bischoff zunächst zum 2:1 traf und Halil Savran in der Nachspielzeit der Ausgleich gelang.

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