Fußball: 3. Liga
0:0 – Preußen belagern Aalens Strafraum ohne jeden Ertrag

Aalen -

Drei Rote Karten, aber kein Tor. Das 0:0 der Preußen beim VfR Aalen fühlte sich angesichts der langen Überzahl wie eine Niederlage an. Die Münsteraner stellten ihre Bemühungen zu umständlich an. Völlig niedergeschlagen traten sie dennoch nicht die Heimreise an.

Sonntag, 04.10.2015, 15:10 Uhr aktualisiert: 04.10.2015, 19:11 Uhr
Der Griff an den Nacken oder an das Tor von Keeper Daniel Bernhardt brachte Benjamin Schwarz den dritten Platzverweis der jungen Saison ein. An der Rudelbildung waren allerdings auch viele weitere Akteure beteiligt.
Der Griff an den Nacken oder an das Ohr von Keeper Daniel Bernhardt brachte Benjamin Schwarz den dritten Platzverweis der jungen Saison ein. An der Rudelbildung waren allerdings auch viele weitere Akteure beteiligt. Foto: Sebastian Sanders

Die Gelassenheit war schon bemerkenswert, mit der die Preußen das 0:0 beim VfR Aalen hinnahmen. Trotz teilweise doppelter Überzahl beließen es die Münsteraner bei gezielter Analyse statt Schuldzuweisungen zu verteilen oder Alarmglocken zu läuten. Aber vielleicht ist auch das eine Qualität. Keine Panik schieben, wenn mal ein Rückschlag kommt.

Berechtigte Platzverweise

Als solcher war das Remis in der Ostalb schon zu werten. Zwei berechtigte Rote Karten sprachen eigentlich klar für einen Gäste-Sieg. Oliver Barth hatte nach einem SCP-Konter über Marc Heitmeier und Mehmet Kara die Notbremse gegen Benjamin Schwarz ausgepackt (36.), später trat Michael Klauß den am Boden liegenden Amaury Bischoff (61.). „Wir haben zwar in Überzahl das Spiel in die Hand genommen, aber zu wenig Durchschlagskraft entwickelt“, sagte Trainer Ralf Loose, dessen Team sich nach der Pause trotz Dauerbelagerung keine einzige Chance erspielte. Abgesehen von einer Kara-Flanke, die versehentlich auf der Latte landete (71.). Zweifellos brachte auch die Rote Karte gegen den als halber Zehner bis dahin starken Schwarz Münster aus dem Tritt. Er hatte nach einem Foul an ihm auf Provokationen mit einem Griff an den Hals von Keeper Daniel Bernhardt reagiert (66.) und seinen dritten Platzverweis der Saison kassiert. Die Hausherren nutzten die Emotionen auf dem Rasen für sich und verteidigten ohnehin leidenschaftlich, auch wenn sie in Hälfte zwei wirklich nicht einmal den gegnerischen Strafraum betraten.

„Zu wenig über die Flügel“

Loose benannte die Versäumnisse hinterher deutlich: „Wir hätten früh in Führung gehen müssen, haben zu wenig über die Flügel versucht. Aalen hat es hinten gut gemacht, und dann haben unsere frischen Leute auch nicht den erhofften Schwung gebracht.“

Viel Ballbesitz hatte der SCP schon in der Anfangsviertelstunde. Und eine dicke Chance durch Philipp Hoffmann, der nach einer Bischoff-Ecke aus 16 Metern an Bernhardt scheiterte (10.). Marcel Reichwein jagte an alter Wirkungsstätte zudem zwei Schüsse drüber (10./33.), der bemühte Gestalter Amaury Bischoff hatte bei seinen Freistößen kein Glück. Nach dem Barth-Aus parierte Bernhardt einen glänzend (38.). Auf der anderen Seite war Schlussmann Niklas Lomb immer hellwach, vor allem bei einem Schuss des freihstehenden Klauß`(12.).

Kara zieht nach innen

In Überzahl zog Kara immer wieder in die Mitte, dem angriffsfreudigen Felix Müller fehlte so links der Partner. Aus der zweiten Reihe probierte es Münster zu selten, auch lange Bälle blieben die Ausnahme. Vorher, als Schwarz das Pressing oft forciert hatte, war der SCP präsenter und hatte weitaus mehr Räume. Im Anrennen ging in der Schlussphase auch etwas die allgemeine Ordnung verloren. Lomb war komplett außen vor, Marco Pischorn blieb als einzige Notfall-Absicherung am Mittelkreis, Marc Heitmeier schob sich als zusätzlicher Spielmacher mit vor, dafür war dann von Elie Laprevotte nicht mehr viel zu sehen. Und auch die eigentlichen Offensivkräfte waren weitgehend abgeschnitten.

„Natürlich hätten wir schneller spielen, das Geschehen besser verlagern und Flanken suchen müssen“, räumte Loose, dessen Assistent Babacar N‘Diaye sich mit der Aalener Bank anlegte und auf die Tribüne musste (70.), ein. Aber auch er war weit davon entfernt, den Stab über seine Mannschaft zu brechen.

Vorsprung sogar ausgebaut

Trotz aller Enttäuschung hielten zwei Preußen-Serien. Auch im sechsten Auswärtsspiel kassierte der Tabellenzweite keine Niederlage. Und das Team blieb im siebten Spiel am Stück ungeschlagen. Vielleicht war auch das ein Trost: Trotz des Unentschiedens baute der SCP den Vorsprung auf Rang drei und vier auf drei Zähler aus. Der Rückstand auf Spitzenreiter Dynamo Dresden beträgt jedoch schon neun Punkte.

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