Fußball: 3. Liga
Preußen-Rotsünder Schwarz bereut und hofft auf Milde

Münster -

Nach seinem dritten Platzverweis seit Saisonbeginn muss Preußen-Mittelfeldspieler Benjamin Schwarz eine längere Sperre fürchten. Zwar ist der 29-Jährige einsichtig, aber als Musterbeispiel eines Rüpels oder Raubeins taugt er auch nicht.

Montag, 05.10.2015, 20:00 Uhr
Kopfschüttelnder Abgang: Benjamin Schwarz musste in Aalen erneut vorzeitig vom Platz.
Kopfschüttelnder Abgang: Benjamin Schwarz musste in Aalen erneut vorzeitig vom Platz. Foto: Sebastian Sanders

Die Zahl drei klingt erstmal verheerend. Drei Platzverweise nach zwölf Spieltagen, und das im neuen Verein. Hat sich da einer nicht im Griff? Bei Benjamin Schwarz will das Bild vom Wiederholungstäter irgendwie nicht zu dem Eindruck passen, den er ansonsten nach dreieinhalb Monaten beim SC Preußen hinterlassen hat. Wie ein Heißsporn kommt der 29-Jährige nicht daher, stattdessen hat er sich sportlich fast unverzichtbar gemacht. Sein Eingeständnis nach der Roten Karte beim 0:0 in Aalen hört sich auch reflektiert an. „Das war eine große Dummheit. Es darf nicht passieren. Ich lasse mich provozieren und muss einfach ruhiger bleiben. Der Jüngste bin ich ja schließlich nicht mehr.“ Direkt vom Platz geflogen war er zuvor noch nie.

Unsportlichkeit gegen Bernhardt

Die Strafe, die Schiedsrichter Florian Heft aussprach, war vielleicht hart. Aber sie war regelkonform, denn der Griff an den Hals oder ans Ohr von Keeper Daniel Bernhardt ist durchaus als Unsportlichkeit zu werten – kaum aber als Tätlichkeit. Hoffnung auf ein mildes Urteil des DFB macht, dass Schwarz vorher eindeutig vom Torhüter und vom ehemaligen Preußen Thorsten Schulz am Boden liegend verbal attackiert worden war, nachdem der Referee ein deutliches Foul von Sebastian Neumann an dem Ex-Unterhachinger geahndet hatte. „Nach Provokation“ lautet häufig der Zusatz der Gerichte, wenn Spieler für derartige Taten mit milden Sanktionen davonkommen. Ob Schwarz auf eine kurze Sperre hoffen kann, hängt auch davon, ob der DFB seine beiden Ampelkarten in dieser Saison berücksichtigt. Am ersten Spieltag gegen die SGS Großaspach und am vierten bei RW Erfurt (jeweils 1:1) sah er Gelb-Rot. Vier Vergehen also, drei davon waren verwarnungswürdige Foulspiele, eines eine diskutable Schwalbe. Ins Raster des Raubeins oder des Enfant terrible passt der Linksfuß jedenfalls nicht. „Eine gesunde Aggressivität habe ich in meinem Spiel. Aber ich bin kein Rüpel.“

Intern hat Schwarz neben einem Rapport bei Trainer Ralf Loose auch noch eine Geldstrafe einzustecken. Ansonsten bröckelt sein Status als Führungsspieler durch den Blackout aber wohl nicht. Dass er nach Ablauf seiner Auszeit ins Team zurückkehrt, scheint sicher.

Suche nach Zwischenlösung

Bis dahin muss der Coach eine Zwischenlösung finden. Option eins: Er setzt sein Erfolgsmodell mit drei zentralen Mittelfeldspielern (4-3-3) fort und gibt Youngster Danilo Wiebe eine Chance. Allerdings war Schwarz zuletzt in exzellenter Form („Ich habe im Mittelfeld viele Freiräume.“) und mit seiner Laufstärke vielleicht der Schlüsselspieler. Zumal der als Linksverteidiger geholte Profi gegen den Ball wie ein zweiter Angreifer agierte. Die andere Variante könnte eine zusätzliche Offensivkraft (Rogier Krohne, Cihan Özkara) in die Startelf spülen und die temporäre Rückkehr zum 4-2-3-1 vorsehen.

Schwarz hat nun erstmal einige Wochen Pause. Runterziehen lassen will er sich davon nicht. „Ich habe schon Schlimmeres erlebt, stand schon vor dem Karriereende. Ich komme wieder.“

► Tom Christian Merkens (VfL Osnabrück) ist für seine Derby-Tätlichkeit in Zivil gegen Preußen-Kapitän Amaury Bischoff vom DFB-Kontrollausschuss mit drei Spielen Sperre belegt worden. Dazu kommt eine Geldstrafe. Aktuell kann 25-Jährige verletzungsbedingt ohnehin nicht spielen.

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