Fußball-Westfalenliga
Preußen Münster – TuS Hiltrup: Mit Nullnummer ins Wochenende

Münster -

Das Ergebnis lässt bestenfalls erahnen, dass das mit Spannung erwartete Westfalenliga-Derby, (fast) alle Erwartungen erfüllen konnte – einmal abgesehen von Toren. Am Ende trennten sich die Reserve des SC Preußen Münster und der TuS Hiltrup nach spannenden 90 Minuten mit einem torlosen Unentschieden.

Freitag, 09.10.2015, 22:59 Uhr aktualisiert: 10.10.2015, 09:33 Uhr
Lokman Erdogan (l.) und Eric Rottstegge liefern sich in der Dämmerung ein Laufduell. Nach 90 Minuten gingen beide Teams zeitgleich über die Linie. Einen Sieger geb es im vorgezogenen Derby nicht.
Lokman Erdogan (l.) und Eric Rottstegge liefern sich in der Dämmerung ein Laufduell. Nach 90 Minuten gingen beide Teams zeitgleich über die Linie. Einen Sieger geb es im vorgezogenen Derby nicht. Foto: Wilfried Hiegemann

Im rassigen Westfalenligaderby geizten die Fußballer des SC Preußen Münster II und des TuS Hiltrup nur in Sachen Toreschießen. Das Freitag-Spätspiel auf Kunstrasen endete 0:0. Damit müssen nicht nur beide Teams leben, damit können sie auch leben nach diesen intensiven 90 Minuten unter lauter guten Bekannten. Zwei der nominierten Preußen wiesen eine TuS-Vergangenheit auf. Und für Hiltrup spielten acht Männer mit, die mal das andere Trikot trugen.

Die mit nur einem Punkt aus den letzten drei Partien bescheiden erfolgreichen Adlerträger mussten ausschließlich auf eigene Kräfte setzen am Abend vor dem Pokalspiel der Ersten in Lotte. Der TuS rückte ohne das Stammspielertrio Fromme, Plöger und Ziegner an.

Sowohl Trainer Sören Weinfurtner als auch Martin Kastner fanden jeweils richtige Lösungen, um Einheiten herzustellen. Mit etwas mehr Abschlussglück „kann es am Ende vielleicht 1:0 für uns stehen, ohne dass sich jemand darüber beschwert hätte“, mutmaßte Weinfurtner in Erinnerung an die wenigen guten Szenen. Eine hatte Torjäger Elpermann nach Hereingabe des starken Spaniers Scigliotti (63.), der neben Lokman Erdogan und Innenverteidiger Lion Schweers zu den auffälligsten Preußen gehörte.

Einziges Manko: Zu wenig Torszenen

„Beide Teams haben für ihre Verhältnisse wenige Szenen produziert“, lag auch Kastner richtig, dessen umgebaute Elf gerade nach ruhenden Bällen gefährlich wurde. Im Ansatz zumindest. „In letzter Konsequenz waren wir nicht cool genug.“ Gute Noten gab der langjährige Preußen dem Remis trotzdem. „Das Niveau war hoch.“ An seiner umgebauten Abwehr fand er Gefallen: Erneut machte Brüggemann einen guten Job als Innenverteidiger, auch Freddy Böhmer kommt wieder in Form.

Weinfurtner wirkte angespannter und lebhafter als sonst und erklärte den Umstand auch schlüssig. „Die Elf muss derzeit richtig gecoacht werden. Sie braucht die Ansprache und die Hilfestellung.“ Er sah manche Szenen „so wie geplant“ durchgespielt, aber er sah auch manchen langen Schlag als Versuch, hinter die TuS-Kette zu kommen.

Hiltrup gut organisiert

Enorm laufstark und auch sicherer im Zusammenspiel begann der TuS die Partie und schaltete situativ aufs Pressing um, um die jungen Preußen packen zu können. Deren Rückhalt aber, Stephan Tantow, war einmal mehr die Ruhe selbst und spielte stets mit. Fußballerisch ist der Keeper eh klasse. Und einmal parierte er auch stark, als nämlich Guglielmo Maddente nach Eckball zum Abschluss kam und Tantow im kurzen Eck parat stand (85.).

TuS-Stürmer Robin Wellermann fehlte zu dem Zeitpunkt längst verletzt. In der 60. Minute kam Jan Kniesel für den schnellen Linksfuß, tat sich aber schwer, bei den körperbetonten wie durchweg fairen Duellen mitzumischen. Auch Gunnar Weber kam als Preußens Einwechsler nicht mehr zum Zug. Sehr großzügig leitete Schiedsrichter Matthias Erning (Ahaus), der viele strittige Szenen laufen und dabei nicht immer eine klare Linie erkennen ließ.

Preußen II: Tantow – Wiesweg, Schweers, Eickhoff, Danabas – Holtmann (63. Altun), Scigliotti – Grütering, Erdogan, Müller (77. Weber) – Elpermann.

TuS Hiltrup: Böcker – Hoeveler, Brüggemann, Böhmer, Blesz – Rottstegge, Kleine-Wilke (80. Schölling) – Bohnen, Maddente, Castro – Wellermann (60. Kniesel).

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