Fußball: Westfalenpokal
Lotte ist beim 1:3 für Preußen erneut die Endstation

Lotte -

Und wieder ereilte Preußen Münster das Westfalenpokal-Aus gegen die SF Lotte, diesmal schon in der zweiten Runde. Der Auftritt beim 1:3 war schon extrem blass gegen hochmotivierte Gastgeber. Nun gehen womöglich die Einnahmen aus dem DFB-Pokal flöten.

Sonntag, 11.10.2015, 16:15 Uhr aktualisiert: 16.10.2015, 18:20 Uhr
Ein Bild spricht Bände: Mehmet Kara, Marcel Reichwein und Danilo Wiebe schleichen gesenkten Hauptes vom Rasen im Sportpark am Autobahnkreuz. Erneut mussten die Preußen die Segel streichen.
Ein Bild spricht Bände: Mehmet Kara, Marcel Reichwein und Danilo Wiebe schleichen gesenkten Hauptes vom Rasen im Sportpark am Autobahnkreuz. Erneut mussten die Preußen die Segel streichen. Foto: Jürgen Peperhowe

In einem Vereinslied des SC Preußen, das vor jedem Heimspiel im Stadion läuft, heißt es unter anderem: „Sie stürmen ohne Rücksicht auf den Gegner los.“ Auf die aktuelle Mannschaft trifft das weniger zu, sie bevorzugt Spielkontrolle statt Dauerpressing. Dafür ist mit der Zeile der Stil der Sportfreunde Lotte ganz gut umschrieben. Der Regionalligist hat in diesem Jahr offensichtlich den Schlüssel gefunden, um den großen Nachbarn in Verlegenheit zu bringen. Nämlich mit frühem, aggressivem und konsequentem Pressing, mit viel Zweikampfhärte und hervorragender Fitness.

Rund 200 000 Euro auf der Kippe

Zum zweiten Mal anno 2015 boxte der Außenseiter Münster aus dem Westfalenpokal . Im Frühjahr im Halbfinale, am Samstag schon in Runde zwei. 3:1 (1:1) hieß es für den Gastgeber – und das mehr als verdient. Erneut droht der SCP die 1. Hauptrunde im DFB-Pokal zu verpassen. Nur ein Platz unter den besten vier Teams in der 3. Liga könnte das Aus in diesem Punkt reparieren. Immerhin geht es um Gesamteinnahmen von rund 200 000 Euro. Mindestens.

Müller verletzt

Der Ausfall von Amaury Bischoff (Knieprobleme/noch keine Diagnose) brachte Danilo Wiebe sein Startelf-Debüt auf der Sechs ein und Marc Heitmeier die Kapitänsbinde. Freiwillig wechselte Coach Ralf Loose vorne, er setzte auf Rogier Krohne und Cihan Özkara statt Marcel Reichwein und Philipp Hoffmann. Kurz nach der Pause verletzte sich Felix Müller bei einem Sturz auf die Schulter und musste ins Krankenhaus. Das MRT folgt erst am Montag. Trainer Ralf Loose äußerte sich aber nicht gerade zuversichtlich. „Das sieht wohl nach einer mehrwöchigen Pause aus“, sagte er. In Lotte vertrat den Ex-Mainzer zunächst Benjamin Schwarz hinten links. Auch Stéphane Tritz, der für Müller kam, aber erst im Mittelfeld und dann rechts in der Viererkette agierte, wäre ein Ersatzkandidat.

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Das Verpassen des Wettbewerbs war zuletzt auch verantwortlich dafür, dass der Etat in diesem Sommer knapper ausfiel als zuletzt. Finanzielle Aspekte wollte am Autobahnkreuz aber niemand in den Fokus rücken. „Wir haben viel zu viele einfach Fehler gemacht. Das Ergebnis geht in Ordnung, wir waren nicht so konzentriert wie sonst“, sagte Innenverteidiger Marco Pischorn durchaus selbstkritisch.

Wesfalenpokal: SF Lotte gegen SC Preußen Münster

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Wendel trifft früh

Er und seine Defensivkollegen sahen beim 0:1, das Tim Wendel durch eine Einzelleistung erzielte, nicht gut aus (8.). Allerdings hatte der Torschütze sich 30 Sekunden zuvor eine ungeahndete Tätlichkeit an Cihan Özkara geleistet. Spätestens danach verdiente sich Lotte die Führung. Einen Freistoß (14.) und einen Fernschuss von André Dej (24.) parierte Keeper Niklas Lomb klasse, ein weiterer Versuch des Taktgebers flog drüber (27.). Bernd Rosinger (33.) und vor allem Kevin Freiberger, der frei stehend verzog (36.) und per Kopf den Pfosten traf (40.), verpassten das 2:0. Umso überraschender der Ausgleich. Benjamin Schwarz fiel im Laufduell mit Tim Gorschlüter – der Elfmeter war vertretbar, Özkara verwandelte souverän (44.).

Hitzig war es fast permanent, vor der Pause eskalierten die Dinge aber beinahe. Der starke Jeron Al-Hamaizeh trat im Fallen gegen Özkara nach. Es kam zum Rudel, dabei stieß Rogier Krohne Freiberger zu Boden (45.+1). Zwei Platzverweise wären fällig gewesen, Referee Benjamin Schäfer zeigte aber nur den beiden Preußen Gelb, Lottes Außenverteidiger ging leer aus.

Hoffmann bringt Schwung

Den zweiten Abschnitt hatte der Gast eigentlich gut im Griff. Philipp Hoffmann, zur Pause für Krohne dabei, hatte gegen Torhüter Benedikt Fernandez zwei gute Szenen (57./64.). Dann aber war Rosinger nach einem langen Schlag von Matthias Rahn zum 2:1 zur Stelle, nachdem sich Marc Heitmeier total verschätzt hatte (65.). Selbst in Überzahl – Gorschlüter sah Gelb-Rot für ein Foul an Stéphane Tritz (73.) – kam Münster nicht zurück. Stattdessen legte Benjamin Siegert nach Ballverlust des eingewechselten Marcel Reichwein per Solo und Präzisionsschuss das 3:1 nach (79.). Loose meinte: „Es ist schwer, dieses Spiel in zwei, drei Sätzen zusammenzufassen. Man hat gesehen, dass eine Regionalliga-Spitzenmannschaft es uns sehr schwer machen kann.“

Sein Verweis auf den tiefen Boden war die eine Sache, der auf entschlossenere und siegeswilligere Sportfreunde aber kein gutes Zeichen. „Der Sieg war verdient, die Zweikämpfe teilweise an der Grenze zum Erlaubten.“ Auch das wog schwer für die Preußen. Immerhin bleibt dieser Trost: Als der Club letztmals so früh auf Verbandsebene scheiterte (2010 mit 0:1 bei RW Ahlen), stand am Saisonende der Aufstieg.

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