Fußball: Neues Vereinzkonzept
BW Aasee praktiziert Gleichstellung von Damen und Herren

Münster -

Bei BW Aasee tut sich etwas im Damen- und Mädchen-Bereich. Die Fußball-Abteilung stellt ganz offiziell den Frauen-Sektor auf eine Stufe mit den Herren. Davon soll kurzfristig auch die erste Mannschaft profitieren, die nicht nur einen Aufstieg anpeilt.

Mittwoch, 14.10.2015, 11:16 Uhr aktualisiert: 14.10.2015, 18:31 Uhr
Profiteur des neuen BWA-Konzepts soll auch die erste Mannschaft (großes Bild, Franziska Bußwinkel, r.) sein..
Profiteur des neuen BWA-Konzepts soll auch die erste Mannschaft (großes Bild, Franziska Bußwinkel, r.) sein.. Foto: Mario Witthake

Ein Verein geht in die Offensive für das weibliche Geschlecht. Mit dem „Konzept 2020“ beschreitet BW Aasee ab sofort neue Wege und stellt als erster Verein im Kreis den Damen- mit dem Herrenfußball ganz offiziell auf eine Stufe. Damit trägt der Club auch der weltweiten Entwicklung Rechnung, dass die Zahl der kickenden Frauen und Mädchen deutlich zugenommen hat. „Trotzdem ist die Behandlung fast überall noch stiefmütterlich“, sagt Kolja Steinrötter , Ideengeber der Initiative und Coach der ersten Mannschaft, der die Ausarbeitung mit Abteilungsleiter Rolf Gerlach vorgenommen hat. „Oft ist die Hackordnung noch klassisch, selbst wenn die Frauen in der Regionalliga und die Herren in der B-Liga spielen. Von gleichberechtiger Förderung sind wir in Deutschland weit entfernt, auch wenn sich der DFB gern mit den Erfolgen schmückt.“

Erst 2009 gegründet

Bei BWA soll sich das ändern. Der 2009 gegründeten Sparte soll nun mit einem leistungsorientierten Dossier nicht nur noch mehr Wertschätzung entgegengebracht werden, sondern sie soll vor allem nachhaltig so strukturiert werden, dass einerseits sportlicher Erfolg möglich ist, andererseits aber auf Dauer noch mehr Sportlerinnen eine Heimat im Club finden. „Wir wollen als Einheit arbeiten, es soll immer eine Verbindung zwischen den Trainern da sein“, sagt Steinrötter. Durch die Gründung einer zweiten Mannschaft sollen etwa Juniorinnen eine noch bessere Förderung erhalten, die den Schritt in den Seniorenbereich erleichtert. Daneben kann es auch mal passieren, dass die Männer demnächst bei der Trainingsplatz-Belegung zurückstecken müssen. „Zum Glück sind wir ein offener Verein, wo alle miteinander verzahnt und bekannt sind“, so Steinrötter.

Ochsenfarth im Vorstand

Die Damen-Koordinatorin Beate Ochsenfarth zählt als Beisitzerin nun zum Seniorenfußball-Vorstand. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Angelegenheiten und leistet Hilfestellung bei der Organisation des Trainings- und Spielbetriebs. Dazu wird auch die gemeinsame Philosophie mannschaftsübergreifend weiter erarbeitet. Die Trainer bleiben also im ständigen Austausch, nicht nur was die Ausbildung der Spielerinnen, sondern auch die Inhalte betrifft. „BW Aasee will für einen technisch sauberen, dominanten Angriffsfußball stehen, in dem flaches Passspiel, technische Fertigkeiten und taktisches Verständnis im Vordergrund stehen“, heißt es in der Mitteilung. „Im Frauen-Sektor sind schnelle Erfolge zu erzielen, wenn man es vernünftig macht“, sagt Steinrötter. „Das sieht man beim 1. FC Gievenbeck.“ Ihm geht es aber auch um eine gewisse Nachhaltigkeit und einen Weg, der nicht nur an einzelne Personenen gebunden ist. Die Jugend-Mannschaften sollen, soweit möglich, Spielerinnen aus den Senioren-Teams anleiten. Sportliches Ziel ist zudem natürlich der Aufstieg der derzeit noch vornehmlich mit Studentinnen besetzten ersten Damen-Mannschaft (momentan Kreisliga A) in höhere Klassen – die Bezirksliga soll dabei nicht Endstadtion sein. Talentierte Juniorinnen bekämen so auf Dauer eine bessere Perspektive im Verein, der aufgrund seiner zentralen Lage zurzeit reichlich Zulauf verzeichnet. Die Ausbildung, speziell der Jugendtrainer, ist ein weiteres Ziel des Konzeptes.

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