Fußball: 3. Liga
Preußen sperren Blöcke M und N gegen Kiel

Münster -

Es war zu erahnen, dass die Verfehlungen Preußen-Fanszene nicht ungesühnt bleibt. Der SC Preußen hat seine Anhänger mit der Sperrung der Blöcke M und N im Heimspiel gegen Holstein Kiel bestraft. Ein DFB-Urteil folgt noch.

Sonntag, 18.10.2015, 16:15 Uhr aktualisiert: 18.10.2015, 20:25 Uhr
Nichts zu erkennen: In der Ostkurve brannte es am Freitag nicht nur einmal. Die Fans waren sich im Klaren darüber, dass sie demnächst erst mal draußen bleiben müssen.
Nichts zu erkennen: In der Ostkurve brannte es am Freitag nicht nur einmal. Die Fans waren sich im Klaren darüber, dass sie demnächst erst mal draußen bleiben müssen. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Reaktion am Samstagmittag kam nicht mehr überraschend. Nach dem erneuten Pyro-Exzess der Ultra-Bewegungen am Abend zuvor im Spiel gegen Hansa Rostock (1:1) verkündete der SC Preußen , dass die Blöcke M und N – also dort, wo es wie so oft massiv gefackelt hatte – in der Partie gegen Holstein Kiel (31. Oktober) geschlossen bleiben. Nur für diese eine Partie zunächst, das klingt fast milde. Das Verbandsurteil kommt aber noch. Da Münster auf Bewährung unterwegs war, droht ein Geisterspiel, mindestens aber ein Teil-Ausschluss der Zuschauer.

Höing bezieht Stellung

Präsidiumsmitglied Siggi Höing begründete die Maßnahme so: „Wir müssen jetzt ein klares Zeichen setzen, ohne auf den DFB zu warten. Trotz zahlreicher positiver Gespräche zuletzt ist eine Grenze überschritten worden, die uns zu diesem Schritt zwingt.“ Fast obligatorisch erwähnt der Verein in seiner Mitteilung, den Dialog mit den Fans fortsetzen zu wollen. Es klingt nach einer Sackgasse. Die aktive Szene schert sich offenbar wenig um Versprechungen, sondern ist auf einem eigenen Pfad unterwegs, den der Protest gegen den Derby-Ausschluss von Osnabrück, das Alkohol-Verbot am Freitag oder auch gegen den Umgang der DFB-Stellen mit den organisierten Fan-Vertretern pflastern.

Roland Böckmann, Sicherheitsbeauftragter des SCP, verweist darauf, dass er und Höing sich intensiv um eine Zusammenarbeit bemüht hätten. „Dabei haben wir versucht, die Entscheidungen des Vereins schnell und transparent in die entsprechenden Gruppierungen zu transportieren. Das Ergebnis haben wir gesehen.“ Der 45-Jährige beschreibt mit diesem Satz den Status quo. Alle Uhren stehen auf null, die Verantwortlichen sind ratlos.

Loose besänftigt

Zwar versuchte Trainer Ralf Loose nach dem Abpfiff zu beschwichtigen („Ich verstehe die Unterbrechung nicht. Ich habe ein paar Bengalos gesehen, aber schon weitaus Schlimmeres erlebt. Unsicher hat sich keiner gefühlt.“), doch seine Vorgesetzten waren weit davon entfernt, Referee Felix-Benjamin Schwermer den schwarzen Peter zuzuschieben. Präsident Georg Krimphove schimpfte noch in den Katakomben über die Szenen in der Kurve: „Wir haben für vieles Verständnis, aber dafür nicht. Das darf einfach nicht sein.“ Ob sich der Verein künftig gegen von Behörden vorgegebene Maßnahmen wie Verbote von Gäste-Fans beim Derby oder den Ausschank alkoholischer Getränke zur Wehr setzt, ist nach den Vorkommnissen von Freitag aber fraglicher denn je.

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