Fußball: 3. Liga
SCP-Präsident Krimphove erwartet eine vernünftige Stimmung im Heimspiel

Münster -

Vereins-Chef Georg Krimphove und Präsidiumsmitglied Siggi Höing kümmern sich federführend um die Aufarbeitung der Vorfälle in den Blöcken M und N beim Heimspiel gegen Hansa Rostock am 16. Oktober. Mit Krimphove sprach vor dem Heimspiel gegen Kiel unser Redaktionsmitglied Alexander Heflik.

Samstag, 31.10.2015, 06:00 Uhr
Bezieht Stellung: Preußen-Präsident Georg Krimphove.
Bezieht Stellung: Preußen-Präsident Georg Krimphove. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Blöcke M und N bleiben am Samstag leer . Welche Stimmung erwarten Sie?

Georg Krimphove : Tja, eine gute Frage. Es wird vielleicht etwas gedämpfter sein. Der Rest kann es wettmachen. Es soll ja ein Heimspiel sein, vielleicht machen sich dann die Verbliebenen noch lauter bemerkbar als sonst.

Gab es Gespräche mit den Ultra-Gruppierungen und deren Capos, den Taktgebern auf den Zäunen bei den Choreografien?

Georg Krimphove: Siggi Höing ist sehr stark in dieses Thema eingebunden. Er ist federführend in dieser Kommunikation. Was ich sagen kann, ist, dass wir eine klare Position haben. Wir von Vereinsseite halten uns an die gemachten Absprache mit den Blöcken , aber wir tanzen nicht nach ihrer Pfeife. Solche Gespräche dürfen keine Einbahnstraße sein.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Georg Krimphove: Wir befanden uns in einer Phase, in der wir uns auf einem guten Weg mit den Ultras sahen. Das Spiel gegen Rostock war ein enormer Rückschlag. Das war durch nichts zu rechtfertigen, da wurde die rote Linie überschritten. Von dieser Seite wurde dem Verein ein Bärendienst geleistet. Das tut mir in der Seele weh, weil es auf Kosten des Clubs und auch der anderen Zuschauer ging. Wir werden das verfolgen, was für uns möglich ist und gegen die entsprechenden Personen vorgehen.

Wie groß ist der wirtschaftliche Verlust?

Georg Krimphove: Das ist noch etwas Kaffeesatzleserei. Wir haben noch kein Urteil vom Deutschen Fußball-Bund, weil für unsere Stellungnahme eine Fristverlängerung beantragt haben. Wir wollen alle Seiten hören, das haben wir noch nicht ganz geschafft. Was die Kosten betrifft, so wird die Strafe sicherlich fünfstellig ausfallen. Bei einer Blocksperre können wir generell nur rund 10 000 Zuschauer ins Stadion lassen, bei Top-Spielen wäre der Verlust enorm. Was ich hoffe ist, dass der DFB anerkennt, dass wir alles Menschenmögliche tun für die Aufklärung.

Und wie groß ist das Imageproblem für den Club im Moment?

Georg Krimphove: Ich wurde gestern beim Mittagessen nur auf dieses Thema angesprochen. Keiner sprach davon, dass wir sportlich richtig gut sind und sportlich ein tolle Saison haben. Die Vorfälle auf den Rängen waren Thema Nummer eins.

Vor dem Spiel gegen Holstein Kiel

Eine Frage an: Siggi Höing (Präsidiumsmitglied)

Gibt es Gespräche mit den Capos bzw. den Ul­tra-Gruppierungen?

Siggi Höing: Die Gespräche mit den Ultras sind zuletzt eigentlich positiv gelaufen. Was dann am Freitag gegen Rostock passiert ist, war schwierig nachvollziehbar. Vor sechs Monaten habe ich mich diesem Thema im Präsidium verschrieben, deshalb habe ich am Samstag gleich mit den Capos gesprochen, der Verein hat den Kontakt nicht abgebrochen.

Auch die Polizei hat uns, nach Rücksprache, bestärkt, diesen Weg weiterzugehen. Das werden wir tun. In der nächsten Woche wird das weiter intensiviert. Aber wir stellen auch klar, dass diejenigen, die nachweislich Straftaten begangen haben, auch von Vereinsseite bestraft werden.

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