Fußball: Westfalenliga
Gievenbeck beim 5:3 über Nottuln im Torrausch

Münster -

Was für ein Festival im Sportpark: Der 1. FC Gievenbeck und GW Nottuln öffneten die Schleusen und schossen acht Tore in 90 Minuten. Mit dem besseren Ende für die Münsteraner, die wieder auf Platz zwei vorrückten nach dem 5:3-Sieg und wieder erster Verfolger des SC Hassel sind.

Sonntag, 08.11.2015, 14:27 Uhr aktualisiert: 08.11.2015, 20:51 Uhr
Großer Jubel: Tristan Niemann, Torschütze Clemens Donner, Kay Göttsch und Sascha Brinker (v.l.) feiern das 3:2.
Großer Jubel: Tristan Niemann, Torschütze Clemens Donner, Kay Göttsch und Sascha Brinker (v.l.) feiern das 3:2. Foto: Peter Leßmann

Es war ein regelrechtes Gelage, das der 1. FC Gievenbeck und GW Nottuln in der vorgezogenen Samstagspartie abhielten. Während sich die Teams in der Vorsaison zweimal fast asketisch mit 1:0 zugunsten der Münsteraner trennten, prassten sie nun mit Fehlern, Chancen und Toren.

Dass dem FCG mit Nils Heubrock und GWN mit Ex-Nullachter Timo Twachtmann je eine wichtige Ordnungskraft fehlte, interpretierten ihre Kollegen als Freifahrtschein, sich wie unbeaufsichtigte Kinder im Bällebad zu benehmen. Feuer frei, alles nach vorn, kein Blick zurück, so lautete Gievenbecks Motto von der ersten Sekunde an. Die Bilanz nach den ersten 15 Minuten Powerplay: Drei Hochkaräter, ein Lattentreffer von Tristan Niemann nach Kombination von Alan Bezhaev und Christian Keil (7.) und dessen Tor zum 1:0 (11.). „Und dann kam der komplette Spannungsabfall“, sagte FCG-Coach Benjamin Heeke verständnislos kopfschüttelnd. Seine 4-4-2-Formation rückte in Begier nach dem 2:0 leichtsinnig weit auf. Der ehemalige FCG-Junior David Veauthier preschte in den verwaisten Raum und bediente Sascha Markmann – 1:1 (14.).

Eschhaus bombastisch

Das erste Nottulner Auswärtstor nach 451 Minuten brachte die Gäste auf den Geschmack. Diesmal legte Veauthier auf den früheren Preußen-Kicker Lucas Morzonek ab, der seinen Meister vorerst im „bombastisch starken“ (Heeke) Keeper Nico Eschhaus fand (16.). Doch die Neuauflage dieses Duells entschied Morzonek sieben Minuten später für sich. Bezhaev leistete sich den empfindlichen Ballverlust, der Ex-Nullachter Niklas Wathling erspähte die Gasse, Morzonek fand diesmal die Lücke zum 2:1 für die Gäste. „In der Phase war unser Abwehrverhalten katastrophal“, sagte Heeke.

Den Ordnungsanweisungen des Defensiv-Triumvirats, nämlich Kay Göttsch, Janis Hohenhövel und Sascha Brinker, wurde nur bedingt Folge geleistet. Lieber lebte die Gievenbecker Rasselbande mit dem Manko und konzentrierte sich zur Freude der Zuschauer darauf, mehr Tore zu schießen als zu kassieren. Tristan Niemann besorgte noch vor der Pause nach Vorarbeit vom starken Außenverteidiger Tom Gerbig den 2:2-Ausgleich, ehe Clemens Donner erst das 3:2 aus schwieriger Lage markierte (60.) und dann den Weg freiwühlte für Niemanns sechsten Saisontreffer zum Doppelpack (65.). Das Zittern nach Oliver Leifkens Anschlusstreffer zum 3:4 (73.) beendeten Nottuns Morzonek, der wegen einer versuchten Tätlichkeit glatt Rot sah (87.), und Fabian Gerick in der Nachspielzeit mit dem Tor zum 5:3-Endstand.

FCG: Eschhaus – Natrup, Hohenhövel, Göttsch, Gerbig – Keil, Bezhaev, Brinker, von der Ley (74. Gerick) – Niemann (89. Schliesing), Donner (85. Fedorov).

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