Fußball: 3. Liga
Preußen kommen über 0:0 gegen Wiesbaden nicht hinaus

(Aktualisiert um 17:24) Weitgehend magere Kost lieferten Preußen Münster und der SV Wehen Wiesbaden beim 0:0 an der Hammer Straße. Am Ende waren die Gastgeber mit dem Punkt nicht zufrieden, auch weil sie nach der Pause dominierten und knapp 20 Minuten in Überzahl spielten. Im ersten Durchgang hatten die Hessen allerdings Vorteile.

Samstag, 21.11.2015, 15:43 Uhr aktualisiert: 21.11.2015, 17:24 Uhr
Fußball: 3. Liga : Preußen kommen über 0:0 gegen Wiesbaden nicht hinaus
SC Preußen Münster - SV Wehen Wiesbaden - Nils-Ole Book gegen Schwarz und Laprevotte. Foto: Jürgen Peperhowe
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„Ich habe kein schlechtes Spiel von uns gesehen“, sagte Trainer Ralf Loose. „Wir hatten einige kranke Spieler in dieser Woche und haben auf dem Rasen nicht die Lücken gefunden. Riesige Chancen waren nicht da, aber es gab viele Szenen, in denen wenig fehlte.“ Chris Philipps, der kurzfristig für Marc Heitmeier (Magen-Darm-Probleme) in die Innenverteidigung rutschte, sagte: „Ich muss auf einen kurzfristigen Einsatz immer vorbereitet sein. Das hat soweit ganz gut geklappt. Aber mehr als einen Punkt hatten wir uns schon versprochen.“

Das hatten wir uns anders ausgemalt. Aber manchmal spielt der Gegner nicht mit..

Björn Kopplin

Auf gerade im südlichen Bereich sehr schlechtem Geläuf brauchten die Gastgeber eine Weile, ehe sie im Spiel waren. Vor reduzierter Kulisse (die Blöcke K, M und N waren gesperrt) hatte Wiesbaden die erste Großchance. Der Ex-Münsteraner Marc Lorenz flankte von rechts, Luca Schnellbachers Heber ohne Gegenspieler aus sechs Metern landete aber auf dem Netz (16.). Danach fand der SCP etwas besser in die Begegnung. Nach einem schönen Angriff über Philipp Hoffmann und Marcel Reichwein, der die Kugel durchließ, kam Geburtstagskind Mehmet Kara (32) zum Abschluss, zielte aber aus 13 Metern drüber (25.). Es blieb eine 15-minütige Phase mit passablen Ansätzen.

Stattdessen lief Lorenz in seiner Heimatstadt zur Hochform auf. Für Schnellbacher legte er erneut super auf, doch der trat am Fünfmeterraum über den Ball (37.). Dann versuchte es der Linksfuß zweimal brandgefährlich aus der Distanz (41./44.). Zwar hatte Benjamin Schwarz für Münster dazwischen noch eine vielversprechende Szene nach Hoffmanns Pass (38.), doch das 0:0 zur Pause war eher schmeichelhaft für die Hausherren.

Die Leistung der einzelnen Preußenspieler im Heimspiel gegen SV Wehen Wiesbaden

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  • Torwart Niklas Lomb, 3, hatte insgesamt einen ruhigen Arbeitstag und kaum etwas zu tun.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Björn Kopplin, 3, hatte anfangs Probleme, steigerte sich dann, blieb aber mit seinen Vorstößen meist hängen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Marco Pischorn, 3, agierte erneut solide und fehlerfrei, konnte sich bei den Standardsituationen in der Offensive nicht wie erhofft einbringen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Chris Philipps, 3, sprang kurzfristig für den erkrankten Marc Heitmeier ein und machte seine Sache nach Anlaufproblemen ganz ordentlich. Bot sich mit seiner Defensivqualität als Ersatz für dann gesperrten Kapitän Bischoff im kommenden Auswärtsspiel in Dresden an.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Felix Müller, 3, erledigte die Abwehraufgaben sicher, drängte immer wieder nach vorn, hatte kurz vor Ende Pech mit seinem Schuss aus 20 Metern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Charles Elie Laprevotte, 4, kehrte nach Drei-Spiele-Sperre zurück ins Team, fand aber zunächst nicht zu seinem Rhythmus. Hatte schon stärkere Partien beim SCP.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Amaury Bischoff, 3,5, lief krankheitsbedingt schnell auf der Felge, hangelte sich durch die 90 Minuten, gab alles. Allerdings fehlte ihm die Präzision bei Pässen und Freistößen. Holte sich mit einem – für den SCP wichtigen – taktischen Foul die fünfte Gelbe Karte ab und fehlt in Dresden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Benjamin Schwarz, 3, erwies sich einmal mehr als Arbeitstier im Mittelfeld, konnte aus seinen guten Chancen aber zu wenig machen, um der Partie die entscheidende Wendung zu geben.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsaußen Philipp Hoffmann, 4, setzte zu selten seine Schnelligkeit und Passgenaukeit in Szene, hatte gute Momente, tauchte dann aber wieder in der Versenkung ab.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelstürmer Marcel Reichwein, 4,5, erwischte nicht seinen besten Tag, hatte keine Aktionen in der „Box“, blieb aber auch als Ballverteiler und Zweikämpfer in der Offensive blaß. Kaum ein Pass fand den Weg zu ihm.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksaußen Mehmet Kara, 4, wollte an seinem 32. Geburtstag zu oft mit dem Kopf durch die Wand. Hatte viele gute Ansätze, die aber im nächsten Moment verpufften. Zudem: Pech bei einem Pfostentreffer in der Schlussphase.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Offensivkraft Cihan Özkara, keine Note, nutzte nach seiner Einwechselung in der 81. Minute die Chance nicht, sich zu enpfehlen. Vom Rechtsaußen ging zu wenig Gefahr, zu wenig Druck aus.

    Ohne Bild: 

    Mittelstürmer Rogier Krohne, keine Note, kam nach 66 Minuten für Reichwein, konnte seine Joker-Qualitäten nicht ausspielen.

    Offensivkraft Abdenour Amachaibou, keine Note, durfte noch für gute zehn Minuten ran und erwies sich als Bereicherung, war viel in Bewegung und oft anspielbar.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Die Hessen bauten nach dem Wechsel ein wenig ab im Vorwärtsgang, Profit schlugen die Preußen daraus aber nicht. Hoffmanns Abschlüsse (53./55.) waren harmlos. Amaury Bischoff handelte sich für ein taktisches Foul an Lorenz die fünfte Gelbe Karte ein und muss nächste Woche beim Spitzenreiter Dynamo Dresden aussetzen (57.). Einmal hatte der Gastgeber noch Glück, als Kevin Schindler eine Lorenz-Hereingabe völlig blank in die Wolken jagte (64.).

SC Preußen gegen SV Wehen Wiesbaden im Preußenstadion

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  • Foto: Jürgen Peperhowe
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Danach aber übernahm der Tabellenzweite den Takt. Noch nicht zwingend, aber zumindest bemüht. Die Angriffe wurden nun besser, die Chancen klarer. Ein Schwarz-Schuss wurde noch abgefälscht (70.), dann nahm Kara eine Flanke von Björn Kopplin direkt und volley, Keeper Markus Kolke lenkte den Ball an den Pfosten (71.). Als Alf Mintzel Elie Laprevotte am Mittelkreis foulte, obwohl die Kugel längst weg war und dafür die Ampelkarte sah, geriet der Gast für die Schlussphase in Unterzahl (72.).

Die Marschroute war damit klar: Wiesbaden verschanzt sich, Münster muss sich durch ein Dickicht arbeiten. Daran scheiterten die Preußen aber. Es gab kaum mehr nennenswerte Szenen, ein Schuss von Felix Müller vielleicht mal ausgenommen (88.) oder einer von Abdenour Amachaibou (90.+2).

Das war zu wenig aus der Kreativzentrale gegen eine zugegeben vielbeinige Abwehr. Das Remis bedeutete zwei Punktverluste für den SCP. „Es ist schade, aber der Gegner hat gut verteidigt. Uns ist nichts eingefallen, um den Riegel zu knacken. Aber ganz unzufrieden bin ich mit einem Zähler auch nicht“, fand Innenverteidiger Marco Pischorn versöhnliche Worte. 

  • Ehe der pünktliche Anstoß an der Hammer Straße erfolgte, gedachten Fußballer und Fans der Toten von Paris. Die Kapitäne, Amaury Bischoff und Kevin Pezzoni, verlasen eine Botschaft, in der sie auf Französisch und Deutsch zu Frieden und Respekt aufriefen sowie den Terror verurteilten. Es folgte eine Schweigeminute, ehe der Fokus dem Sport gehörte. Ein erhöhtes Sicherheitsaufkommen rund ums Stadion und beim Einlass war eher nicht zu verzeichnen.

 SCP: Lomb - Kopplin, Pischorn, Philipps, Müller - Laprevotte, Bischoff, Schwarz (81. Amachaibou) - Hoffmann (81. Özkara), Reichwein (66. Krohne), Kara

SVWW: Kolke - Funk, Dams, Geyer, Mintzel - Pezzoni - Schindler, Mrowca (90.+1 Blacha), Book, Lorenz - Schnellbacher (75. Ruprecht)Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Hannover)Tore: keineZuschauer: 5834Gelb: Bischoff (5.) / BookGelb-Rot: Mintzel (72.).

Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Hannover)Tore: keineZuschauer: 5834Gelb: Bischoff (5.) / BookGelb-Rot: Mintzel (72.).

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