Fußball: 3. Liga
Preußen Münster: Gut begonnen und Faden verloren

Münster -

Tobias Müller bescherte dem Halleschen FC den 1:0-Sieg in der 3. Liga beim SC Preußen Münster vor 6781 Zuschauern. Doch trotz der ersten Niederlage im dritten Punktspiel bläst SCP-Coach Horst Steffen kein Trübsal. Er hat am Mittwoch bereits die Chance zur Wiedergutmachung mit seiner Truppe.

Sonntag, 14.02.2016, 17:01 Uhr aktualisiert: 14.02.2016, 18:34 Uhr
Frustriert und ratlos: Am Ende fiel den Preußen, hier Abdenour Amachaibou, Cihan Özkara, Chris Philipps und Felix Müller, nichts mehr ein, um die erste Niederlage im Jahr 2016 zu verhindern-
Frustriert und ratlos: Am Ende fiel den Preußen, hier Abdenour Amachaibou, Cihan Özkara, Chris Philipps und Felix Müller, nichts mehr ein, um die erste Niederlage im Jahr 2016 zu verhindern- Foto: Jürgen Peperhowe

Horst Steffen vermittelte nicht den Eindruck, von der großen Depression betroffen zu sein. Gerade hatte er mit dem SC Preußen Münster erstmals eine Punktpartie verloren, 0:1 (0:1) hieß es vor 6781 Zuschauern gegen den Halleschen FC. War es das schon mit dem Effekt des Trainerwechsels, garniert mit Erfolgen über Erfurt und Mainz, fragten sich wohl einige Besucher. Denn gerade nach der Pause fiel das Aufbäumen, die offensichtliche Gegenwehr der Adlerträger im Sparmodus aus, das erinnerte an die letzten ratlosen Partien unter Ralf Loose im Dezember. „Wie die Stimmung ist?“, wiederholte Steffen eine Frage aus dem Plenum und gab die Antwort: „Die Stimmung hat sich nicht geändert, wir haben Zeit genug für Profisportler, um uns zu erholen und mit positiver Stimmung in Würzburg anzutreten.“

Es bleibt nicht so viel Zeit, das 0:1 gegen Halle aufzuarbeiten, weil bereits am Mittwoch die Nachholpartie beim Aufsteiger ansteht. Und da sollte auch keiner der Preußen über den großen Kräfteverschleiß nach einer Partie auf dem tiefen Rasen im Preußenstadion nöhlen – Würzburg spielte erst am Sonntag beim Tabellenzweiten in Aue.

Die SCP-Spieler in der Einzelkritik

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  • Tormann Niklas Lomb, Note 3, hatte nicht viel zu halten, beim Gegentor chancenlos.

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  • Rechtsverteidiger Björn Kopplin, Note 3,5, mit Licht und Schatten.

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  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3, kämpfte sich in die Partie rein und hatte mit Osawe einen bärenstarken Gegenspieler.

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  • Innenverteidiger Marco Pischorn, Note 3,5, wirkte beim Gegentor nicht voll auf der Höhe, ansonsten mit viele gewonnen Zweikämpfen, aber auch mit glücklosen langen Pässen.

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  • Linksverteidiger Felix Müller, Note 3, hatte in der Offensive einige gute Ansätze, vor der Pause defensiv stärker, nach dem Wechsel schwächer.

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  • Mittelfeldspieler Mehmet Kara, Note 4,5, war kaum zu sehen und wurde von Halles Mittelfeld komplett abgemeldet.

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  • Mittelfeldspieler Chris Philipps, Note 3, erneut mit einem weitestgehend soliden Auftritt, konnte aber offensive nicht entscheidende Impulse setzen.

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  • Mittelfeldspieler Amaury Bischoff, Note 4, begann ganz stark, baute dann aber auch rapide ab, wurde vom HFC immer mehr kaltgestellt.

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  • Rechtsaußen Philipp Hoffmann, Note 3,5, war noch bester SCP-Angreifer, vergab in der Anfangsphase eine Riesenchance zur Führung, ihm fehlte die Entschlossenheit in diesem Moment.

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  • Mittelstürmer Marcel Reichwein, Note 4,5, wurde von Ex-Nationalspieler Marco Engehardt komplett abgemeldet, erhielt aber auch kaum brauchbare Anspiele.

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  • Linksaußen Rogier Krohne, Note 4, war läuferisch überaus engagiert, vergab nach 35 Minuten die mögliche Führung, mal so und mal so, man wird nicht so recht schlau aus dem Holländer.

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  • Ersatzspieler Adriano Grimaldi, keine Note, blieb weitestgehend blass, nur einmal tauchte er gefährlich nach 81 Minuten im Strafraum auf, wirkte da aber zu unentschlossen.

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  • Ersatzspieler Abdenour Amachaibou, keine Note, kam, zeigte ein paar gute Ansätze, schoss eine guten Freistoß, konnte aber insgesamt keine neue und entscheidende Impulse setzen.

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  • Ersatzspieler Cihan Özkara, keine Note, fand in den zwölf Minuten Spielzeit eigentlich nicht statt.

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20 Minuten volle Kontrolle

Münster gegen Halle war ein eigenartiges Spiel. Weil die Hausherren furios starteten, mit einer Reihe von blitzgescheiten Pässen von Amaury Bischoff, mit Chancen für Philipp Hoffmann (2.), einem Kopfball von Marcel Reichwein und am Ende dieser guten Phase durch Rogier Krohne (35.), das war 20, 25 Minuten lang die volle Spielkontrolle, alles sehr ansehnlich, beschwingt halt. Aber das war´s dann auch mit der Offensive beim SCP, eine Stunde fiel dem Steffen-Team nichts mehr ein. Und vermutlich war es so, dass die Gäste nach dem Führungstor durch Tobias Müller (41.) nicht nur psychologisch im Vorteil waren, sondern mit jedem gewonnenem Zweikampf noch ein Stückchen größer wurden, wie Steffen später meinte. Stark begonnen, schnell eingedampft, kein Comeback mehr möglich – so oder so ähnlich lautete der Tenor der Partie.

Bischoff und Kara an der kurzen Leine

„Das war eine intensive und hart umkämpfte Partie mit viel Tempo auf beiden Seiten. Wir wollten den Punktgewinn aus Dresden veredeln“, bilanzierte Halles Coach Stefan Böger. Und legte beim unterlegenen Gastgeber den Finger in die Wunde: „Der Schlüssel war, dass wir Münsters Schlüsselspieler Bischoff und Kara aus dem Spiel nehmen konnten.“ Tatsächlich wurde Münsters Extravaganz im Mittelfeld nach einer unruhigen Startphase praktisch kaltgestellt.

Preußen Münster gegen Hallescher FC

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  • Hängende Köpfe nach dem Heimspiel gegen Halle: Der SC Preußen hat mit 0:1 verloren.

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  • Die Zuschauer sahen ein teils intensives Spiel: Marcel Reichwein und Marco Engelhardt bekämpfen sich in der Luft...

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  • ...und am Boden.

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  • Trainer Horst Steffen ist offenbar nicht zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft.

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  • Halles Stefan Böger kann sich hingegen freuen: Seine Mannschaft erzielt kurz vor der Pause das Tor des Tages.

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  • In der zweiten Halbzeit herrscht bei Preußen Offensivflaute: Auch Kapitän Amaury Bischoff...

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  • ..., der hier von Jonas Acquistapace gelegt wird, schafft es kaum, das Spiel anzukurbeln.

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  • Auf der Gegenseite kommt der Hallesche FC zu Torchancen.

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  • Der eingewechselte Adriano Grimaldi sollte für Schwung sorgen,...

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  • ...ist aber auch eher vor dem eigenen Tor zu sehen als vor dem des Gegners.

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  • Auch der eingewechselte Amachaibou (gegen Tim Kruse) kann keine Offensivakzente setzen.

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  • Stattdessen holt er sich bei Schiedsrichter Benedikt Kempkes noch die gelbe Karte ab.

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  • Am Ende hat die Offensivabteilung der Preußen in 90 Minuten eine (!) Torchance herausgespielt. Zu wenig: Der SCP verliert mit 0:1.

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  • Ein gebrauchter Tag für die Preußen.

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  • Für Trainer Horst Steffen...

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  • ...ist es die erste Niederlage mit Preußen Münster.

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Gästesieg am Ende auch verdient

Horst Steffen zum Spiel

Wie reagiert Horst Steffen auf den Rückschlag? "Von Ergebnissen lasse ich mir die Stimmung nicht verderben“, sagte der Preußen-Trainer im Anschluss an die 0:1-Niederlage gegen den Halleschen FC. Die erste Halbzeit macht ihm Hoffnung

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Halle kaufte Münster kämpferisch den Schneid ab, am Ende war der Sieg verdient, weil nach dem Wechsel der HFC vielfach brandgefährlich agierte, ganz früh attackierte und Münster manches Mal den Ball bereits am Mittelkreis wieder verlor. Selbst die drei offensiven Wechsel fruchteten nicht. Adriano Grimaldi wurde nach 81 Minuten mal im Strafraum der Hallenser gesehen, Cihan Özkara fand während seines zwölfminütigen Kurzeinsatzes nicht statt, und Abdenour Amachaibou hatte in knapp einer halben Stunde wenigsten einen Freistoß und ein paar gute Pässe zu verzeichnen. Steffen: „Großartig besser lief es nach den Einwechselungen nicht.“

Also, alles wieder verpufft nach so einer Niederlage? „Nein“, sagte Steffen, „ein Rückschritt ist diese Niederlage nicht. Wir wissen, dass wir die Gegner in der 3. Liga nicht über 90 Minuten kontrollieren können.“ Sechs Punkte aus drei Partien ist erst einmal eine gute Bilanz für den Neuen an der Seitenlinie. Die Zahlen sollen in Würzburg aufpoliert werden.

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