Fußball: 3. Liga
Keine Treffer bei steifer Brise – Preußen in Kiel erneut ohne Gegentor

Kiel -

Beim SC Preußen Münster steht derzeit die defensive Null. Seit 322 Minuten ist der Fußball-Drittligist ohne Gegentor, auch bei Holstein Kiel hielt Schlussmann Niklas Lomb seinen Kasten sauber. Da der SCP aber auch nicht traf, blieb es beim 0:0. Ein Ergebnis, mit dem Coach Horst Steffen leben kann.

Montag, 18.04.2016, 01:18 Uhr aktualisiert: 18.04.2016, 07:10 Uhr
Unruheherd in der Kieler Defensive:  Philipp Hoffmann (Mitte) hatte Münsters beste Chance, auch sonst ging die meiste Gefahr von ihm aus, wenn die Preußen mal in der Offensive waren.
Unruheherd in der Kieler Defensive:  Philipp Hoffmann (Mitte) hatte Münsters beste Chance, auch sonst ging die meiste Gefahr von ihm aus, wenn die Preußen mal in der Offensive waren. Foto: Jürgen Peperhowe

Am Ende beschwerte sich keiner wirklich über dieses 0:0. Nicht Gastgeber Holstein Kiel, nicht die Gäste von Preußen Münster, und schon gar nicht Schiedsrichter Tobias Reichel, der in einer durchaus umkämpften und intensiven Partie nicht einmal eine Gelbe Karte zückte. Wer das als Indiz für ein Freundschaftsspiel deutete, den korrigierte SCP-Coach Horst Steffen: „Ich kann mich über den Punkt freuen. Es war ein hart umkämpftes Spiel, fragen Sie unsere Abwehrspieler mal.“

Gesagt und getan. Denn Marco Pischorn und Lion Schweers hielten letztlich über 90 Minuten den Laden zusammen, zum dritten Mal in Folge verhinderten sie gemeinsam mit dem aufmerksamen Schlussmann Niklas Lomb ein Gegentor. Fünf Punkte, drei Partien ungeschlagen, kein Gegentor seit 322 Minuten lautet der aktuell positive Trend. In Teilen hat der SCP die Kurve noch einmal bekommen.

Holstein Kiel - Preußen Münster

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  • SC Preußen Münster - Holstein Kiel - Hoffmann gegen Rafael Czichos.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster - Holstein Kiel - Hoffmann gegen Rafael Czichos.

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  • SC Preußen Münster - Holstein Kiel - Wiebe geht verletzt raus.

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  • SC Preußen Münster - Holstein Kiel - Hoffmann gegen Rafael Czichos.

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  • SC Preußen Münster - Holstein Kiel - Pischorn gegen Sane.

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  • SC Preußen Münster - Holstein Kiel - Horst Steffen

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  • SC Preußen Münster - Holstein Kiel - Horst Steffen.

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  • Verzweiflung ob der Torlosigkeit...

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  • SC Preußen Münster - Holstein Kiel - Laprevotte gegen Willi Eseev.

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  • SC Preußen Münster - Holstein Kiel - Hoffmann gegen Schmidt.

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  • SC Preußen Münster - Holstein Kiel - Torwart Robin Zentner vor Reichwein.

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  • SC Preußen Münster - Holstein Kiel - Torwart Robin Zentner vor Reichwein.

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  • SC Preußen Münster - Holstein Kiel - Kopplin gegen Rafael Czichos.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SC Preußen Münster - Holstein Kiel - Kara gegen Patrick Herrmann.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Schweers mit guter Partie

„Das war ein schweres Spiel. Kiel hat stark agiert, wir haben gut gegengehalten“, meinte der 20 Jahre alte Schweers, der gegen Aalen (0:2) das letzte Gegentor der Preußen noch selbst produziert hatte. Seine Entwicklung zeigt weiter nach oben, er ist der große Gewinner bei den Preußen in der zweiten Saisonhälfte. Und sein Mitspieler Pischorn verneigte sich vor seinem defensiven und jungen Mitstreiter: „Lion hat ein riesiges Spiel abgeliefert.“

Schweers hat den Routinier Marc Heitmeier verdrängt. Im Holsteinstadion, durch das während der Partie eine steife Brise pfiff, unterstrich er wieso. Gerade vor der Pause mussten Schweers und Pischorn viele brenzlige Situation auflösen. Sie waren die freiwillige Feuerwehr der Preußen. Im Mittelfeld lief einiges schief, Münsters Offensive, wo die Verteidigung beginnen sollte, machte auch nicht das, was geplant war. „Ich war davon ausgegangen, dass wir weniger Ballbesitz haben, das war schon okay. Nur haben wir zu viele falsche Entscheidungen auch bei Ballbesitz getroffen“, meinte Steffen.

Einzelkritik der Preußen im Spiel gegen Holstein

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  • Torwart Niklas Lomb, Note 2,5, hatte erneut wenig zu klären, war bei zwei, drei kniffligen Bällen zur Stelle.

    Foto: Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Björn Kopplin, Note 3,5, hatte vor der Pause einige Probleme, hing da auch am Tropf seiner Mitspieler, steigerte sich nach dem Wechsel. 

    Foto: Kopplin
  • Innenverteidiger Marco Pischorn, Note 3, lieferte wie der Lieferheld zuverlässig ab, köpfte, grätschte, kämpfte.

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  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 2,5, ist und bleibt die Entdeckung beim SCP in diesem Jahr. Spielt souverän, kompromisslos, hat bestimmt schon 200 Drittligapartien auf dem Buckel, oder? Nein, es sind erst ein knappes Dutzend.   

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  • Linksverteidiger Benjamin Schwarz, Note 3,5, hatte die gleichen Probleme wie Kopplin auf der rechten Seite, geriet durch das wenig zwingende Mittelfeld immer wieder unter Druck. Schied mit einer Achillessehnenverletzung aus.

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  • Mittelfeldspieler Danilo Wiebe, keine Note, musste nach zehn Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt, Leistenbeschwerden stoppten ihn.

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  • Mittelfeldspieler Chris Philipps, Note 3, war immer anspielbereit, versuchte sich an der Sortierung im Mittelfeld.

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  • Mittelfeldspieler Philipp Hoffmann, Note 2,5, machte nicht alles richtig, aber war dennoch ein steter Gefahrenherd in der Offensive, vielleicht der einzige bei den Preußen an diesem Tag.

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  • Mittelfeldspieler Amaury Bischoff, Note 4, präsentierte sich vor der Pause fehlerhaft und schwach in den Zweikämpfen. Nach der Pause wurde es deutlich besser. 

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  • Angreifer Marcel Reichwein, Note 4, hatte eine der raren Chancen für die Preußen, sein Schuss wurde aber abgefälscht. Vor der Pause kaum zu sehen, nach dem Wechsel in 20 Minuten mit einigen besseren Aktionen. 

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  • Angreifer Rogier Krohne, Note 4,5, strahlte keinerlei Torgefahr aus. Sein kämpferischer und läuferischer Einsatz war stark, aber als Stürmer blieb er völlig wirkungslos.

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  • Einwechselspieler Charles Elie Laprevotte, Note 3, fügte sich als Wiebe-Ersatz gut in die Partie ein. Defensiv war alles perfekt, allerdings fehlten die offensiven Impulse.

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  • Einwechselspieler Mehmet Kara, keine Note, brachte neuen Schwung in die Preußen-Offensive, hatte bei einem tollen Dribbling Pech.

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  • Einwechselspieler Felix Müller, keine Note, kam für den verletzten Schwarz, sorgte für Ruhe und Ordnung auf der linken Abwehrseite.

    Foto: Peperhowe

Zwei Fetsch-Chancen

Die Gastgeber hatten mehr vom Spiel und vor allem durch Matthias Fetsch zwei herausragende Chancen. Die Preußen kamen erst Sekunden vor dem Pausenpfiff mal überhaupt gefährlich vor das Holsteintor, da aber vergab Philipp Hoffmann nach Pass von Marcel Reichwein und feiner Einzelleistung aus erster Lage. Das war aus Preußen-Sicht ein Unikat an diesem Nachmittag.

Nach dem Wechsel musste Kiel seiner kräfteraubenden Spielweise Tribut zollen, die Preußen machten das alles jetzt deutlich besser, ohne allerdings die ganz große Durchschlagskraft zu entwickeln. So richtig Wums hatten die Preußen einfach nicht, Holstein Kiel auch nicht mehr – bis auf einen Schuss von Fetsch (79.). Holstein-Coach Karsten Neitzel erklärte treffend: „Das war nicht das ganz große Fußball-Feuerwerk.“

Also schüttelte man sich die Hände, verabschiedete sich und plant ein Wiedersehen nächste Saison. Wobei die Kieler mit 43 Punkten noch nicht aller Sorgen ledig sind. Für die Preußen kündigte Horst Steffen noch vier griffige Spieltag und keinen Tanz um die „goldene Ananas“ an: „Ich verstehe die Diskussionen nicht. Ich will immer gewinnen.“ Eine ausplätschernde Saison ist nicht geplant, eher noch die eine oder andere Fußballparty. Vielleicht freitags unter Flutlicht gegen Magdeburg?

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