Fußball: 3. Liga
Trüber Blick und leere Hände

Münster -

Nach 86 Minuten qualmte es im Preußen-Fanblock. Und es wirkte fast wie die gerechte Strafe, dass zwei Minuten später Christian Beck den 2:1 (1:1)-Siegtreffer für den FC Magdeburg gegen den SC Preußen Münster erzielte. Beides hatten die Preußen an diesem Abend nicht verdient, weder die unbelehrbaren Zündler noch diese Niederlage.

Freitag, 22.04.2016, 22:35 Uhr aktualisiert: 23.04.2016, 10:46 Uhr
Verdacht auf Nasenbeinbruch: Benjamin Schwarz mit Prof. Dr. Horst Rieger. Foto: Jürgen Peperhowe
Verdacht auf Nasenbeinbruch: Benjamin Schwarz mit Prof. Dr. Horst Rieger. Foto: Jürgen Peperhowe

Bis dahin war die Partie nach Treffern von Beck (16.) und Lion Schweers (45.) vor 8140 Zuschauern auf dem Weg zu einem leistungsgerechten Remis. Diese Niederlage war ärgerlich für Münster, bleibt aber ohne Folgen.

Die beste Nachricht des Abends: 86 Minuten ging es im Preußenstadion ausschließlich um Fußball. Auch wenn die Polizei rund um das Stadion groß aufgefahren hatte, weil diesmal die Magdeburger Fans eine potenzielle Gefahrenlage aus dem Osten exportiert hatten. Aber zumindest im Stadion blieb es abgesehen von den lautstarken Fanchören aus der Gästekurve ruhig, nachdem diese mit etwas Verspätung und nach verschärften Kontrollen bis zum Bersten gefüllt war.

Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und haben den Sieg verdient.

FCM-Trainer Jens Härtel

 

35. Spieltag: Preußen Münster - 1. FC Magdeburg

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  • SCP-Stürmer Marcel Reichwein klärt im eigenen Strafraum per Kopf.

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  • Nicht zufrieden ist in dieser Situation SCP-Mittelfeld-Regisseur Amaury Bischoff.

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  • Die Führung für die Gäste erzielte FCM-Stürmer Christian Beck

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  • SCP-Coach Horst Steffen war in diesem Moment sichtlich nicht erfreut.

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  • Benjamin Schwarz (M.) musste zur Halbzeit verletzt ausgewechselt werden.

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  • Kollektiver Jubel der Preußen: Abwehrspieler Torjubel Lion Schweers erzielte das 1:1 (45.).

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  • Im Folgenden weitere Impressionen vom Spiel...

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Die nach den Vorfällen im Cottbus-Spiel gesperrten-Preußenblöcke sorgten zwar für einen kleinen optischen Schönheitsfehler, der aber irgendwie seltsam bekannt anmutete und der Stimmung letztlich keinen Abbruch tat. Die akustische Unterstützung hatte sich um einige Meter in den Block L verlagert, das war’s. Bis zur 86. Minute, als dann doch noch ein paar Unbelehrbare unter den Preußenfans die Kurve einnebelten. Schade drum.

Und auf dem Platz wurde eben so Fußball gespielt, wie es der Tabellenstand der beiden Clubs drei Spieltage vor Saisonschluss nahelegte. Irgendwo zwischen munter und egal rollte der Ball durch die Reihen – zunächst mit Vorteilen für engagierte Platzherren, nach zehn Minuten dann zunehmend mit einem Chancenplus für die jetzt bissigeren Gäste.

Ich sehe das ein bisschen anders. Ich glaube, dass wir das Spiel nicht hätten verlieren dürfen.

SCP-Trainer Horst Steffen

Dass Preußen-Keeper Niklas Lomb nach drei Zu-null-Spielen in Folge nach 16 Minuten erstmals wieder hinter sich greifen musste, war dann zweifellos auch das Verdienst von Magdeburgs Vorzeige-Torjäger Christian Beck, der Saisontreffer Nummer 17 verbuchte – vor allem aber ging die Magdeburger Führung auf das Konto von Elie Laprevotte, der das Leder höchst fahrlässig 20 Meter zentral vor dem eigenen Kasten verstolperte.

Zum Thema

Das haben wir nicht verdient. Ich dachte, wir schießen das entscheidende Tor. Das tut echt weh.

Niklas Lomb

Dieses Tor war eine bezeichnende Mischung aus Schlendrian hüben und hoher Schule drüben – und so ging es weiter. Sehenswerte Ballstafetten wechselten sich mit unnötigen Ballverlusten ab – das war nicht hochklassig, aber unterhaltsam.

Vor allem, als Innenverteidiger Lion Schweers Sekunden vor dem Halbzeitpfiff nach Eckball von Amaury Bischoff energisch zum Kopfball hochstieg und mit seiner Torpremiere in Liga drei für den verdienten 1:1-Pausenstand sorgte. Es war die perfekte Reaktion des jungen Preußen-Innenverteidigers auf die taufrische Unterschrift von Sebastian Mai aus Zwickau, der in der kommenden Spielzeit einen Platz im Abwehrzentrum beanspruchen will.

Ich habe noch ge­rufen ‚Deckt den Beck!‘ – aber irgendwie hat es dann doch keiner getan.

Marco Pischorn

Auch im zweiten Durchgang waren die Kräfteverhältnisse gerecht auf beide Lager verteilt. Bei Münster hatte Felix Müller auf der linken Abwehrseite den Platz von Benjamin Schwarz übernommen, der seinen Arbeitstag mit Verdacht auf einen Nasenbeinbruch im Krankenhaus beenden musste.

Nach 65 Minuten endete wieder einmal der Auftritt von Stürmer Marcel Reichwein, dem ein stetes Bemühen nicht abzusprechen war. Für ihn übernahm wie üblich Rogier Krohne den Platz im Sturmzentrum, blieb dort aber ebenso glücklos, wie sein Vorgänger. Und so beendete der 18. Treffer von Christian Beck die Partie zugunsten der Gäste aus Magdeburg.

Jetzt müssen wir uns zusammenreißen und in Wehen mit frischen Kräften einen Dreier holen.

Horst Steffen

 

Preußen Münster - 1.FC Magdeburg: Einzelkritik der SCP-Spieler

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  • Foto: WN
  • Torwart Niklas Lomb, Note 3: Er hielt was zu halten war, bei den Gegentoren machtlos.

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  • Rechtsverteidiger Björn Kopplin, Note 3,5: Er hatte Schwerstarbeit zu verrichten, geriet durch das Mittelfeld häufig in die Bredouille.

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  • Innenverteidiger Marco Pischorn, Note 3: Er agierte eigentlich konzentriert und rustikal.

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  • Linksverteidiger Benjamin Schwarz, Note 3: Er entwickelt sich aufgrund seiner Verletzungen immer mehr zum Pechvogel beim SCP. Kämpferisch stark, mit einigen guten Akzenten in der Offensive, musste zur Pause mit Verdacht auf Nasenbeinbruch ausgewechselt werden.

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  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 2,5: Er kam nach Startschwierigkeiten immer besser auf Touren, krönte seine starke Rückrunde im Preußentor mit seinem ersten Pflichtspieltor.

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  • Mittelfeldspieler Chris Philipps, Note 3: Er bemühte sich das Spiel zu sortieren und war die stabilste Kraft im SCP-Mittelfeld.

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  • Mittelfeldspieler Philipp Hoffmann, Note 3: Er versuchte vieles, war ein Aktivposten im Offensivblock der Preußen. Ihm fehlt ein Torerfolg für ein noch selbstbewussteres Auftreten. Hätte bei einem Foulspiel im Strafraum wohl besser fallen sollen, das hätte eine Elfmeter gegeben, da fehlte ein bisschen die Abgezocktheit.

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  • Mittelfeldspieler Amaury Bischoff, Note 4: Er bereitete zwar das 1:1 mit einem Eckball vor, lief aber ansonsten meist der Musik hinterher. Schwächster Preuße.

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  • Angreifer Mehmet Kara, Note 3: Er sorgte für Aufregung bei Magdeburg im Strafraum, ihm fehlte aber jede Effektivität.

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  • Mittelfeldspieler Charles Elie Laprevotte, Note 4: Er muss das 0:1 auf seine Kappe nehmen, verpasste den Ausgleich, erwischte insgesamt einen gebrauchten Tag.

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  • Angreifer Marcel Reichwein, Note 4: Er vergab Münsters beste Chance zur Führung in der zweiten Halbzeit, musste sich daran messen lassen.

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  • Einwechselspieler Abdenour Amachaibou, keine Note: Er konnte natürlich in den wenigen Minuten keine Bäume als Kara-Ersatz rausreißen.

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  • Einwechselspieler Rogier Krohne, keine Note: Er kam für Reichwein, konnte sich aber kaum in Szene setzen in Tornähe, überzeugte wie immer läuferisch und kämpferisch.

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  • Einwechselspieler Felix Müller, Note 3: Er kam für Schwarz und machte seine Sache gut. Unterband die Angriffe der Gäste auf der linken Seite.

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