Fußball: Westfalenliga
Hiltrup fehlt gegen Herford der letzte Biss

Münster -

Das letzte Heimspiel für Trainer Martin Kastner verlief nicht nach Wunsch. Der TuS Hiltrup unterlag dem SC Herford verdient mit 1:2 und musste dem Gast anschließend beim Feiern des Klassenerhalts zusehen.

Sonntag, 22.05.2016, 19:11 Uhr aktualisiert: 22.05.2016, 20:35 Uhr
Das letzte Heimspiel war für Hiltrups scheidenden Coach Martin Kastner (r.) kein Augenschmaus.
Das letzte Heimspiel war für Hiltrups scheidenden Coach Martin Kastner (r.) kein Augenschmaus. Foto: Wilfried Hiegemann

Selten kommt es nicht vor, dass Mannschaften aus dem Keller gegen Ende einer Saison Spitzenteams düpieren. So richtig überraschen konnte es also keinen, dass der ohnehin nominell hervorragend ausgestattete SC Herford die letzten Punkte für den Klassenerhalt beim TuS Hiltrup einsackte. Verdient war der 2:1 (1:0)-Erfolg allemal, weil der Gast Biss und Leidenschaft einwarf, während die Münsteraner nur spielerisch auf der Höhe waren, die allerletzte Entschlossenheit aber vermissen ließen.

Eric Rottstegge (17.) und Diogo Castro (19.) gaben erste Warnschüsse ab, Philipp Plöger scheiterten nach einem Freistoß von Aaron Schölling knapp an SCH-Keeper Nino vom Hofe (26.). Das war ein passabler Start, dem jedoch zwei Schockmomente folgten. Erst stimmte bei einem Gegenstoß der Ostwestfalen die Zuordnung nicht, sodass Pascal Röber am langen Pfosten leichtes Spiel mit dem 1:0 hatte (29.), kurz darauf musste Hiltrups Saisonbester Joschka Brüggemann mit einer schweren Schulterverletzung vom Feld und ins Krankenhaus.

Aus der Kabine kamen die Hausherren kurzzeitig mit Schwung, was Aljoscha Kottenstede mit dem Ausgleich (48.) belohnte, nachdem vom Hofe einen Kopfball von Daniel Ziegner stark pariert, aber nach vorne prallen lassen hatte. Doch das war fast schon das letzte TuS-Wort. Die Herforder übernahmen das Kommando. Röber schickte Thilo Versick, der freistehend vorbeischob (55.), drei Minuten später aber per Kopf zur Stelle war nach einer Flanke von Joschka Matys. Vom 1:2 erholte sich der Gastgeber nicht mehr und hätte durch Martin Fuhsy (77.) und Tim Vezzon (79.) weitere Treffer kassieren können. Als sich kurz vor Schluss, wohlgemerkt durch einen eigenen Konter, doch noch mal eine glänzende Schusschance für Michael Fromme ergab, war vom Hofe auf dem Posten (84.). Die nötige Überzeugung fehlte danach beim TuS, es deutete nichts mehr auf ein Aufbäumen hin. So blieben eine triste Kulisse und eine trübe Stimmung vom letzten Heimspiel der Serie. Blumen für die Abgänge um Coach Martin Kastner gab es auch nicht – das aber soll, wenn die Offiziellen zurück sind, in der nächsten Woche nachgeholt werden.

TuS: Toboll – Hoeveler, Plöger, Ziegner, Scherer – Brüggemann (33. Fromme) – Kottenstede, Rottstegge, Castro, Schölling (74. Paton) – Wellermann

Trainer Martin Kastner stellte sich noch für ein Kurz-Interview zur Verfügung:

Das letzte Heimspiel für Sie als TuS-Coach, Zeit für Bilanzen. Was bleibt nach vier Jahren?

Kastner: Ganz einfach. Ich hatte, als ich anfing, hier eine, sagen wir, erfahrenen Mannschaft. Wir haben dann den Kader verjüngt, der ist heute absolut wettbewerbsfähig. Ich hinterlasse ein bestelltes Feld. Da kann mein Nachfolger Carsten Winkler etwas draus machen. Aber man darf die Messlatte in diesem Verein auch nicht zu hoch anlegen.

Ist die Erwartungshaltung in Hiltrup zu groß oder wäre nicht auch in dieser Saison mehr möglich gewesen?

Kastner: Der Traum von der Oberliga ist noch da. Aber wir haben mit vier Punkten aus den letzten sieben Spielen jeden Anspruch verspielt, um ganz oben dabei zu bleiben. Das war zu wenig.

Fehlte gegen die Hrforder auch der Biss?

Kastner: Kann man in Teilen so sehen. Wir haben ordentlich begonnen, waren anfangs besser. Symptomatisch, dass der Gegner seine erste Chance nutzt. Die wenigen Szenen, die wir in der zweiten Hälfte hatten, haben wir schlecht ausgespielt.

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