Fußball: 3. Liga
Kürzere Wege für Preußen – kommen Kühn und Mangafic?

Münster -

Die Preußen kennen jetzt alle ihre Gegner für die kommende Saison, einzig der MSV Duisburg bangt noch um die Lizenz. Die Reisen werden für sie kürzer. Mit der Verpflichtung von Jeron Al-Hazaimeh wächst der Kader zudem. Auch Denis Mangafic kommt wohl. Favorit auf den Torhüterposten ist Philipp Kühn vom SV Sandhausen.

Dienstag, 31.05.2016, 01:00 Uhr aktualisiert: 31.05.2016, 12:28 Uhr
Fußball: 3. Liga : Kürzere Wege für Preußen – kommen Kühn und Mangafic?
Foto: Mrugalla

Am Dienstag, Poststempel gilt, müssen alle Drittligisten nachgebessert haben. Dann wird, falls noch nicht geschehen, die Lizenz für die nächste Saison 2016/17 erteilt. Auch der SC Preußen musste noch zulegen, hat das getan, alle Unterlagen nach Frankfurt geschickt – und darf die sechste Saison in der Drittklassigkeit in Angriff nehmen.

Clubchef Georg Krimphove: „Wir haben alles nachgereicht. Wenn das nicht passen würde, dann hätten wir längst etwas gehört.“ Am Ende wirklich gefährdet ist bei der Lizenzierung, nachdem Hansa Rostock alle Auflagen und Bedingungen erfüllte, nur Zweitliga-Absteiger MSV Duisburg. 2013 hatte der MSV keine Lizenz für die 2. Bundesliga erhalten, möglicherweise wiederholen sich die Dinge nun in Liga drei.

Preußen Münster: Abgänge 2016

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  • Verlässt die Preußen nach drei Jahren: Rogier Krohne.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nach nur einem Jahr ist Schluss in Münster: Felix Müller.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zurück zum SC Freiburg: Elie Laprevotte.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zurück zum FC Metz: Chris Philipps, Nationalspieler Luxemburgs.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Bald wieder in Leverkusen: Tormann Niklas Lomb.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schon lange kein Stammspieler mehr: Kevin Schöneberg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Küsschen für die Fans: Stürmer Marcel Reichwein geht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch Angreifer Abdenour Amachaibou verlässt den SCP.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zwei Jahre in Münster: Marc Heitmeier.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Derweil wissen die Preußen, wo die Reisen künftig hingehen. Nach Regensburg, Chemnitz und Zwickau führen die weiten Schläge. Durch Lotte, Paderborn und Duisburg werden Auswärtspartien aber auch deutlich greifbarer und auch attraktiver für den eigenen Anhang. Insgesamt sparen die Preußen-Anhänger im Vergleich 2712 Reise-Kilometer ein durch die neuen Vertreter. Immerhin.

Adios 3. Liga hieß es für Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue, Würzburger Kickers (alle Aufsteiger), Stuttgarter Kickers, Energie Cottbus und VfB Stuttgart II (alle Absteiger). Neu in der 3. Liga sind der MSV Duisburg, der FSV Frankfurt, der SC Paderborn und die Regionalliga-Meister SF Lotte, FSV Zwickau und Jahn Regensburg.

Al-Hazaimeh flexibel

Nachdem die sportlichen Entscheidungen gefallen sind, hat der SCP seinen Kader auf vorläufig 18 Spieler aufgestockt. Aus Lotte kommt erwartungsgemäß Jeron Al-Hazaimeh, ein 24 Jahre alter Abwehrspieler für die Innenverteidigung und die linke Außenbahn. Der Vertrag, Laufzeit bis Sommer 2018, dürfte bereits vor den Relegationspartien unter Dach und Fach gewesen sein, mit Al-Hazaimeh rang Lotte dann Waldhof Mannheim nieder. Er ist damit der fünfte externe Neue. Und entspricht dem Anforderungsprofil von Trainer Horst Steffen: Der gebürtige Düsseldorfer, der bei der Fortuna bis zur U 23 alle Stationen durchlief, ist auf mehr als nur einer Position hinten einsetzbar.

Denis Mangafic (FSV Frankfurt) dürfte in der Woche folgen. Er soll Rechtsverteidiger spielen. In der Saison 2014/15 überzeugte er in der Regionalliga bei Kickers Offenbach, in der abgelaufenen Saison war er beim FSV Frankfurt (ein Einsatz) kein entscheidender Faktor.

Mit Mangafic hätte der SCP 19 Spieler unter Vertrag, darunter aber auch die Langzeitverletzten Philipp Hoffmann und Simon Scherder. Während Hoffmann auf ein Comeback im Herbst hoffen kann, wird Scherder im September erneut operiert, erst im Frühjahr 2017 dürfte mit dem Eigengewächs zu rechnen sein. Andererseits soll Stürmer Cihan Özkara trotz laufenden Vertrages gehen, an ihm sollen türkische Zweitligisten Interesse zeigen.

„Wir haben gut Pflöcke gesetzt“, sagt Sportvorstand Carsten Gockel über die bisherigen fünf sicheren Transfers. Aber durch die Ausfälle und die noch fehlenden Torleute besteht natürlich noch Handlungsbedarf. So ist zwischen den Pfosten weiterhin keine Position besetzt. Das könnte sich ändern, nach Information unserer Zeitung bemüht sich der SCP um Philipp Kühn vom Zweitligisten SV Sandhausen. Der 23 Jahre alte Schlussmann ist nur noch die Nummer drei. Marco Knaller war Stammkeeper, dann wurde Kühn der Rang als Stellvertreter durch Rick Wulle abgelaufen. Kühn, Vertrag bis 2017, würde eine westfälische Note mitbringen, denn schließlich kommt der 23-Jährige gebürtig aus Beckum, spielte auch für RW Ahlen. Dort wurde er 14 Mal in der 3. Liga eingesetzt, für RW Oberhausen kommen insgesamt 57 Regionalliga-Partien zusammen. Er fällt aber nicht mehr unter die U-23-Regel, anders als in der vergangenen Saison Niklas Lomb (zurück zu Bayer Leverkusen). Kommt Kühn, wäre ein Verbleib von Marco Aulbach denkbar, weil der am 1. Juli erst 22 ist. Der Torhüter lieferte allerdings ein gutes Probetraining bei Hansa Rostock ab, der Ligakonkurrent der Preußen sucht gleich zwei Torleute für die neue Saison – der Ausgang des Torwartspokers in Münster ist völlig offen.

Grote kein Thema

Definitiv nicht zum SCP kehrt Dennis Grote zurück, der Vertrag des in Münster wohnhaften Mittelfeldspielers beim MSV Duisburg endet. Offen bleibt zudem, ob der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler Lokman Erdogan fest zum Drittliga-Aufgebot gehören oder doch in der Westfalenliga beim SCP II angesiedelt sein wird.

Mit 23 Spielern plant der Club aktuell. Verlassen Spieler den Verein, gäbe es eine neue Dynamik. „Nein“, sagt Sportvorstand Gockel auf die Frage, ob Profis mit laufenden Verträgen um die Freigabe für einen anderen Verein gebeten hätten. Am 19. Juni ist Trainingsauftakt – mit vielen neuen Gesichtern.

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