Fußball: 3. Liga
Druck auf Preußen wächst – Bischoff trainiert

Münster -

So schwach wie in diesem Sommer haben die Preußen seit 1970, als sie noch in er 2. Bundesliga spielten, nicht mehr die ersten beiden Saisonspiele absolviert. Unterdessen hat Sorgenkind Amaury Bischoff wieder mittrainiert, über seine Zukunft gibt es aber noch keine Entscheidung.

Sonntag, 07.08.2016, 16:58 Uhr aktualisiert: 07.08.2016, 22:12 Uhr
Zum Haare-Raufen: Trainer Horst Steffen (r.) ärgerte sich über die zweite Nullnummer der Saison in Rostock. Zu allem Überfluss droht jetzt der Ausfall von Adriano Grimaldi (M.), den Oberschenkelprobleme quälen.
Zum Haare-Raufen: Trainer Horst Steffen (r.) ärgerte sich über die zweite Nullnummer der Saison in Rostock. Zu allem Überfluss droht jetzt der Ausfall von Adriano Grimaldi (M.), den Oberschenkelprobleme quälen. Foto: Jürgen Peperhowe

Der schlechteste Saisonstart seit 46 Jahren hat Spuren hinterlassen bei den Preußen. Fast genauso schwer wie die doppelte Nullnummer zum Auftakt wiegt die Ungewissheit, wie es mit Amaury Bischoff weitergeht. Der Konflikt schwelt weiter, nachdem Trainer Horst Steffen den Franzosen aufgrund eines fehlenden Bekenntnisses zur Spielfähigkeit am Freitag vor der Abreise nach Rostock zu Hause gelassen hatte. Immerhin: Am Sonntag gab es noch mal eine Unterredung zwischen Coach und Profi, anschließend trainierte Bischoff wieder mit dem Team. „Es gab Signale, dass sich wieder alle dem Erfolg unterordnen wollen“, sagte Sportvorstand Carsten Gockel. Ob der Ex-Kapitän am Mittwoch (19 Uhr) gegen den MSV Duisburg wieder im Kader steht, ist noch offen. Und ob der Verein hinter den Kulissen an einer anderen Lösung der Thematik, etwa einem Transfer arbeitet, wollte Gockel das unkommentiert lassen.

Unabhängig von der Situation um den langjährigen Regisseur steckt der SCP ja bereits in einer schwierigen Situation. So klar und vielversprechend Steffen bisher seine Ideen vortrug, so schlüssig seine Personalauswahl und sein Konzept wirkten – ihm fehlen Argumente in Form von Punkten. Gegen den hoch gehandelten MSV ist der Druck bereits riesig. Nicht auszudenken, wenn auch diese Prüfung in die Hose ginge. Möglichkeiten zu reagieren hat der finanziell arg eingegrenzte Club aktuell überhaupt nicht.

Sicher, das war schon ein wenig besser als beim 0:1 im Derby gegen Osnabrück, was der SCP in der Vorwärtsbewegung einbrachte, zumindest vor der Pause. Doch so gut, wie es die Profis selbst gesehen hatten, war es in der Summe auch nicht. Der fleißige Sandrino Braun fasste es schon passend zusammen: „Es waren gute Ansätze nach vorne dabei, aber in der zweiten Hälfte haben wir uns in Unterzahl schwer getan.“ Jeron Al-Hazaimeh befand: „Zur Pause können wir 2:0 führen.“ Und Edisson Jordanov, der nach seiner Einwechslung für etwas Belebung sorgte, merkte an: „Es tut einfach weh.“

Die Mängel der Preußen, nicht nur am Freitag, sind schnell auf den Punkt gebracht. Krasse individuelle Aussetzer in einer in weiten Teilen stabilen Deckung, dazu fehlende Entschlossenheit und Konsequenz auf dem Weg in den Sechzehner oder in den seltenen Abschlüssen. Tobias Rühle, Sinan Tekerci, Adriano Grimaldi, Jordanov, Mehmet Kara – sie alle hatten noch nicht einen nennenswerten Abschluss in dieser Saison.

„Gut, dass es am Mittwoch direkt weitergeht“, meinte Al-Hazaimeh. Klingt erst mal logisch, sich gar nicht lange mit dem Krisenansatz und dem Abstiegsplatz in der Tabelle aufhalten. Nur: Sollte der erste Sieg weiter auf sich warten lassen, gerät das gerade erst umgebaute Team weit früher als geplant in eine Lage, in der es, Flagge zeigen muss. Wie hatte Kapitän Michele Rizzi noch direkt vor dem ersten Anpfiff gesagt: „Wenn es nicht läuft, zeigt sich der Charakter einer Mannschaft.“► Während Rizzi, der mit Adduktorenbeschwerden an der Ostsee vom Feld musste, bereits nach dem Abpfiff Entwarnung für die Partie gegen Duisburg gab, könnte es für Grimaldi (Oberschenkelprobleme) eng werden. Ohne den Stürmer müsste Steffen seine gesamte Offensive anders aufstellen.

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