Fußball: 3. Liga
Mentalität der Profis begeistert Preußen-Trainer Steffen

Münster -

So ganz passte die Stimmungslage der Preußen nach dem 1:1 gegen den MSV Duisburg noch nicht zur Tabellensituation. Doch Trainer Horst Steffen will den von ihm beschriebenen guten Geist in der Truppe nutzen, um nun mit dem Punktesammeln so richtig loszulegen.

Donnerstag, 11.08.2016, 17:42 Uhr aktualisiert: 11.08.2016, 21:31 Uhr
Lion Schweers (2.v.r.) und Sebastian Mai (2.v.l.) setzen sich hier gegen mehrere Duisburger zur Wehr. Das Innenverteidiger-Gespann benötigt noch etwas Zeit zur Abstimmung, scheint aber auf dem richtigen Weg zu sein.
Lion Schweers (2.v.r.) und Sebastian Mai (2.v.l.) setzen sich hier gegen mehrere Duisburger zur Wehr. Das Innenverteidiger-Gespann benötigt noch etwas Zeit zur Abstimmung, scheint aber auf dem richtigen Weg zu sein. Foto: Jürgen Peperhowe

So richtig wollten die allgemeinen Bewertungen des 1:1 gegen der Preußen gegen den MSV Duisburg noch nicht passen zum 19. Tabellenplatz nach drei Spielen. Doch sowohl Trainer Horst Steffen als auch seine Schützlinge ließen mit ihren Ausführungen darauf hoffen, dass da im Augenblick etwas entsteht innerhalb der Mannschaft. Der erste Zähler der Saison war sicherlich verdient gegen einen der Aufstiegsanwärter. Doch klar ist, dass er nur dann Wert erlangt, wenn in den nächsten Wochen weitere Punkte und Siege folgen.

„Wir haben wieder das 0:1 kassiert, da können auch mal die Köpfe runter gehen“, befand der Coach. „Das war aber nicht der Fall. Die Jungs haben weiter versucht, unseren Spielstil zu verbessern.“ In der Tat war zu keiner Zeit zu erkennen, dass sich jemand hängen ließ. Die Körpersprache passte, der Einsatz aller war stimmig, wenn auch noch viele einfache Dinge im Passspiel oder in der defensiven Abstimmung nicht funktionierten. Mit der Einwechslung von Sinan Tekerci und vor allem Jesse Weißenfels sendete Steffen dann das richtige Signal. „Die, die reingekommen sind, haben für neuen Schwung gesorgt. Das ist eine gute Situation, wenn man noch mal Tempo nachlegen kann“, so der 47-Jährige. Er hatte allerdings auch erkannt, dass eine Portion Glück nötig war, nicht nur bei der Entstehung des Elfmeters zum 1:1. „Der MSV hatte die Chance zum 2:0. Aber wir wollten auch unbedingt den Ausgleich und hinterher sogar das zweite Tor.“ Adriano Grimaldi hatte es sogar auf dem Kopf, verfehlte aber sein Ziel. „Er und auch Tobias Rühle brauchen mal ein Erfolgserlebnis.“

Ein solches verschaffte sich Amaury Bischoff mit dem Strafstoßtor. Dass er nach den Irritationen des Wochenendes, die in seiner Streichung aus dem Rostock-Kader gipfelten, in der Startelf stand, war durchaus überraschend. „Er kam in die Kabine, und hat gesagt, dass er sich wieder frei fühlt. Das hat man auch im Training gesehen“, sagte Steffen. „Kopf hoch, Brust raus – das habe ich wieder gesehen bei ihm. Ich denke, alle sind nach dieser Geschichte eingenordet. Es geht nicht um mein Ego, nicht um Amaurys Ego, sondern um die Mannschaft. Und es geht auch nicht darum, wer vorne nicht trifft oder hinten Gegentreffer zulässt. Das darf es nicht geben. Wenn wir das verinnerlichen, kann uns nichts erschüttern, auch nicht von außen“, so der Trainer, der zudem angab, sich gegenüber dem Team geöffnet zu und über seine eigenen Gefühle gesprochen zu haben.

Einer, der sich von der allgemeinen Nervosität überhaupt nicht anstecken ließ, war Keeper Max Schulze Niehues, der vor allem beim Rauslaufen sehr aufmerksam war und viele Situationen entschärfte. „Das gehört zu meinen Aufgaben, wenn wir hoch stehen und früh stören“, sagte der 27-Jährige, der allerdings erneut nicht zu null blieb. „Ärgerlich, dass wir durch einen Standard in Rückstand geraten. Aber wir wussten, dass wir die Qualität haben, zurückzukommen.“ Seinem Coach pflichtete er übrigens bei: „Wir haben uns in den Tagen vorher geschworen, dass wir als Team zusammenstehen wollen. Das haben wir gezeigt.“ Abwehrchef Sebastian Mai stellte ebenfalls den großen Willen heraus: „Nachdem wir zunächst nicht gut reingekommen sind, haben wir nach der Pause jeden Zweikampf angenommen und dann auch gut kombiniert.“

Das Publikum zogen die Preußen mit dem nach der Pause beherzten Auftritt auf ihre Seite, am Ende gab es sogar Sprechchöre und Applaus aus der Kurve. Bestätigt werden muss dieser Eindruck aber noch: am Samstag (14 Uhr) schon bei der SG Sonnenhof Großaspach.

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