Fußball: 3. Liga
Zeit für Preußen Münsters ersten Sieg

Münster -

Drittligaspiel Nummer vier steht an für die Fußballer des SC Preußen Münster, die Samstag bei der gleichfalls noch sieglosen SG Sonnenhof Großaspach antreten müssen. Zwei Adlerträger kennen den Gastgeber bestens.

Freitag, 12.08.2016, 15:30 Uhr aktualisiert: 12.08.2016, 22:11 Uhr
Michele Rizzi (l.) hatte zuletzt mit verschiedenen Wehwehchen zu kämpfen. Gegen seine Ex-Kollegen in Großaspach will er aber mit aller Macht auflaufen.
Michele Rizzi (l.) hatte zuletzt mit verschiedenen Wehwehchen zu kämpfen. Gegen seine Ex-Kollegen in Großaspach will er aber mit aller Macht auflaufen. Foto: Jürgen Peperhowe

Die beiden Szenen hatten durchaus Symbolwert für ein neues Miteinander beim SC Preußen. Als Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck am Mittwoch gegen den MSV Duisburg Elfmeter gab, zeigte Kapitän Michele Rizzi umgehend auf seinen Vorgänger Amaury Bischoff: Du schießt! Ja, der Franzose war ohnehin als erster Schütze festgelegt. Trotzdem – sein Kollege bewies Gespür. Und dann war da noch der Moment nach dem Abpfiff, als Trainer Horst Steffen den kurzzeitig Aussortierten innig umarmte. Das waren deutliche Signale in Richtung des sensiblen Franzosen. Und sie waren wohl genau so gewollt. Jedenfalls hob der Coach nicht von ungefähr den neuen Geist in seiner im Sommer komplett umgebauten Truppe hervor.

Am Samstag (14 Uhr) steht dieser erneut und erst recht auf dem Prüfstand. Bei der SG Sonnenhof Großaspach, wo Rizzi und Tobias Rühle bis Mai noch unter Vertrag standen, gilt: Verlieren verboten! Eigentlich ist es in Runde vier auch zwingend Zeit für den ersten Sieg.

Nominell sind die Nord-Württemberger die kleinste Nummer unter den bisherigen SCP-Kontrahenten. „Ich weiß aber, dass die Mannschaft extrem laufstark und aggressiv ist“, sagt Steffen. „Wir werden hart arbeiten müssen und Geduld brauchen, um Lücken zu finden.“ Und dann fügt er lachend an: „Den Satz können wir aufnehmen und jede Woche wieder hervorholen. Das gilt bei jedem Gegner der Liga.“

Bisher tat sich sein Team jedenfalls noch schwer damit, eigene Chancen zu kreieren oder sie gar zu verwerten. Ein Tor in 270 Minuten, dazu noch per Elfmeter – das ist eine magere Ausbeute. Zumindest hatte Adriano Grimaldi gegen die Zebras kurz vor dem Ende mal eine echte Chance. „Den kann er machen“, sagt Steffen über seinen Vize-Kapitän, den bis vor einigen Tagen muskuläre Probleme plagten. „Aber er ist im Kommen. Vor dem Strafstoß für uns hat er für Amaury den Weg nach hinten gemacht und den Ball gewonnen.“ Solche Szenen liebt der Coach, auch sie stehen für den Zusammenhalt. Im vierten Spiel binnen 14 Tagen schließt er eine Rotation zum Ende der englischen Woche aus. Wenn er etwas ändert, dann nur aus taktischen Erwägungen oder Leistungsgründen. Ob Denis Mangafic nach seiner Sperre wieder Stéphane Tritz hinten rechts ersetzt, blieb wieder mal ein Geheimnis. Rizzi kassierte gegen den MSV einen Schlag auf den Fuß und absolvierte nur Lauftraining – gegen seinen Ex-Verein wird er aber wohl auf die Zähne beißen. Für Jesse Weißenfels, der zuletzt Frische von der Bank brachte, ist zunächst wieder die Jokerrolle vorgesehen. Nicht mit im Bus, der am Freitagmittag Richtung Süden startete, saß diesmal Nachwuchs-Stürmer Tobias Warschewski.

Er verpasste somit am Abend auch die Videoanalyse, Steffens Lieblingsarbeitsfeld. „Ich habe noch mal aufgezeigt, dass wir den Gegner vorne noch mehr unter Druck setzen müssen und dass unsere Verteidiger mit Tempo andribbeln sollen.“ Setzen die Spieler das wie erhofft um, sollte der erste Saisonsieg machbar sein. ► SCP: Schulze Niehues – Tritz, Schweers, Mai, Al-Hazaimeh – Braun, Rizzi, Bischoff – Rühle, Grimaldi, Tekerci

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4223864?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker