Fußball: 3. Liga
„Unterirdische“ Preußen Letzter – jetzt kommt Kittner

Grossaspach -

Schlechter geht es einfach nicht mehr. Nach dem 0:2 in Großaspach steckt Preußen Münster auf Platz 20 der Tabelle. Letzter! Hoffnung? Kaum vorhanden. Trainer Horst Steffen muss sein Team jetzt großflächig umbauen. Verstärkung für die Abwehr bekommt er wohl schon am Montag.

Sonntag, 14.08.2016, 23:00 Uhr aktualisiert: 15.08.2016, 09:44 Uhr
Rückendeckung für den Trainer? Die schwer enttäuschten Preußen-Anhänger, die die lange Reise auf sich genommen hatten, feiern wohl eher sich selbst als Horst Steffen oder gar die eigene Mannschaft.
Rückendeckung für den Trainer? Die Preußen-Anhänger, die die lange Reise auf sich genommen hatten, pfiffen, schimpften und buhten zuerst, ehe sie zum gemeinsamen Durchhalten aufforderten, als Horst Steffen in die Kabine ging. Foto: Alexander Becher

Das gab es in der 3. Liga für Preußen Münster noch nie. Und der Club steht in seiner sechsten Saison in Folge seit dem Aufstieg 2011. Der Verein von der Hammer Straße hat nach der 0:2 (0:1)-Niederlage bei der SG Sonnenhof Großaspach die Rote Laterne übernommen. Schlusslicht, Tabellenletzter, das Ende der Fahnenstange. Schon jetzt ist das Abstiegskampf, weil die Adlerträger auch formvollendet genau dieser Rolle mit ihrem Gekicke gerecht wurden. Vor 1600 Zuschauern wählten die Hausherren mit Treffern von Lucas Röser (5.) und Nicolas Jüllich (83.) noch die sanfte Variante der Demütigung aus, nur SCP-Keeper Max Schulze Niehues verhinderte Schlimmeres.

Hinten, Mitte, vorne, links, rechts, oben, unten und vermutlich auch noch in jeder anderen Dimension waren die Preußen in der Mechatronik-Arena dem Gegner unterlegen. Es gab nichts zu beschönigen, ein Schuss von Sandrino Braun (13.) und ein „Kopfbällchen“ von Jesse Weißenfels (64.) waren die raren Offensiv-Habseligkeiten. Ein Tor und ein Punkt aus vier Punktpartien ergeben in der Summe Platz 20. Das ist die einzige Rechnung, die zählt.

Wenige Tage nach dem mit Moral erkämpften Zähler gegen Zweitliga-Absteiger MSV Duisburg sollte in Großaspach mutig gepunktet werden. „Unterirdisch“ fand Horst Steffen die Vorstellung seiner Männer. „Ein Sommer-Kick“, so Stürmer Tobias Rühle nach seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Hier hatte er sich den Ruf erarbeitet, eine der schärfsten Angriffswaffen der 3. Liga zu sein. Beim SCP blieb er bislang stumpf. Alle anderen aber auch, eine unglaubliche Fehlpassquote zeichnete die Preußen aus, kaum ein langer Ball erreichte einen Mitspieler, die kürzeren Pässe waren auch kaum erfolgreicher.

Großaspach hatte seit Dezember 2015 zu Hause nicht gewonnen. Der Heimfluch wurde abgelegt mit Wucht, Spielwitz, Zweikampfhärte und allerlei Zutaten aus dem Fußball-Kochbuch – der letzte Heimerfolg gelang auch gegen die Preußen. „Wir haben die gute Verfassung aus dem Spiel in Rostock über die Busfahrt ins Dorf mitgebracht“, resümierte SG-Coach Oliver Zapel am Ende der Englischen Woche. Im gleichen Maße hatten die Preußen wohl alle positiven Effekte aus der Duisburg-Partie auf der A 45, A 6 und A 81 aus dem Fenster geschmissen. Ein desaströser Auftritt. Die Ausbeute ist kümmerlich. „Das ist hart. Da müssen wir schnell raus“, sagt Sportvorstand Carsten Gockel. Für die Abwehr ist Ole Kittner in der Anschiebe, am Montag dürfte alles geregelt sein. Das anfällige Gerüst benötigt unbedingt einen rustikalen Haudegen der Marke Kittner, auch wenn der drei Jahre ohne Club war. So schnell geht das, so weit ist es innerhalb von vier Partien gekommen.

Steffen rätselte, er hätte gar nicht so viel wechseln können, wie er gewollt hätte. Mehr als die Hälfte der Mannschaft bat förmlich mit ihren Leistungen um eine Herausnahme. Er werde, so seine erste Reaktion, auch personelle Konsequenzen ziehen, das Westfalenpokalspiel am Mittwoch in Vreden kommt da gerade recht.

Siegen und was probieren steht dann auf dem Zettel, Hauptsache, das geht nicht auch noch schief. 

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