Fußball: Westfalenpokal
Preußen-Trainer Steffen kündigt vor Vreden-Spiel harte Kurskorrektur an

Münster -

Nichts ist mehr, wie es vor einer Woche war beim SC Preußen. Nach dem Abrutschen auf den letzten Platz erwartet die Spieler das Gegenteil eines Kuschelkurses, wie Trainer Horst Steffen ankündigt. Änderungen sind beschlossene Sache. Am Mittwoch steht das Pokalspiel in Vreden an. Vielleicht schon mit Ole Kittner.

Dienstag, 16.08.2016, 18:00 Uhr aktualisiert: 17.08.2016, 10:11 Uhr
Benjamin Schwarz (l.) spielt nach überstandener Knieverletzung durchaus wieder eine Rolle.
Benjamin Schwarz (l.) spielt nach überstandener Knieverletzung durchaus wieder eine Rolle. Foto: Jürgen Peperhowe

Dieses Gesicht des Horst Steffen kannten die Preußen noch nicht. Nach dem blamablen 0:2 in Großaspach und dem Abrutschen auf den letzten Platz der 3. Liga hat der Trainer die Zügel merklich angezogen. Statt des Auslaufens am Sonntag wurde trainiert, ein freies Pokal-Wochenende gibt es nicht. „Alle sind in der Pflicht. Ich werde an Ergebnissen gemessen, die Spieler jetzt auch. Das ist das Profigeschäft“, sagt er.

Bislang stellte sich der 47-Jährige in knapp acht Monaten immer vor sein Team, der Umgang mit den Schützlingen hat sich nach dem Fehlstart abrupt verändert. Erste Früchte soll der neue Weg am Mittwoch (19 Uhr) im Erstrundenspiel des Westfalenpokals bei der SpVgg Vreden tragen. Ein Weiterkommen wäre so oder so Pflicht gewesen. Steffen beobachtete den Sechstligisten beim 2:1 gegen den SC Herford . „Auf ein paar der torgefährlichen Jungs müssen wir aufpassen“, sagt er. „Wir sollten unsere Schnelligkeit hochkonzentriert ausspielen und gewinnen.“

Keeper Patrick Drewes, der eigentlich sein erstes Pflichtspiel absolvieren sollte, ist krank. Amaury Bischoff plagen Leistenbeschwerden. Praxis sammeln sollen Danilo Wiebe, Benjamin Schwarz und Jesse Weißenfels. „Sie haben noch etwas aufzuholen, aber Experimente wird es nicht geben“, sagt Steffen, der Änderungen plant, diese aber auch im Hinblick auf die Liga testen will. „Um Rotation geht es nicht, aber nach den ersten vier Spielen muss sich etwas tun. Alles ist möglich, alles ist in der Überprüfung, alles ist in Frage gestellt.“ Auch am Spielsystem könnte es Modifikationen geben. „Das Entwickeln der Mannschaft ist auf Eis gelegt. Wir müssen Ergebnisse liefern. Ich hatte nach dem 1:1 gegen Duisburg eigentlich das Gefühl, dass die Mannschaft sich zusammengerauft hat. Daher war der Auftritt am Samstag für mich erstaunlich“, so der Coach. „Die Jungs sehen jetzt mal einen anderen Steffen. Ich erwarte Leistung.“

Fraglich ist, ob Ole Kittner von Beginn an aufläuft. Verein und Profi haben sich wie angekündigt auf einen leistungsbezogenen Einjahresvertrag geeinigt. Der 28-Jährige, der für RW Ahlen und den SV Sandhausen 39 Zweitliga-Partien bestritt, trainiert seit Mitte Juli beim SCP. Nun fand sich offenbar doch noch eine Finanzierungsmöglichkeit für die dringend benötigte Alternative im Abwehrzentrum. „Durch seine Erfahrung, seine Ruhe und sein Auftreten wird er uns Stabilität verleihen“, so Sportvorstand Carsten Gockel.

Über den zuletzt drei Jahre vereinslosen Münsteraner, der zur Unterschrift stilecht mit dem Rad kam, sagt Steffen: „Wir tun gut daran, ihn als Verstärkung zu sehen, aber nicht mit Aufgaben zu überfrachten. Zu großen Druck baue ich nicht auf, damit würde ich den anderen auch nicht gerecht, die ja auch ihre Qualität haben, sie aber noch nicht gezeigt haben.“ In Vreden wäre es erst mal denkbar, dass Jeron Al-Hazaimeh nach innen in der Viererkette rückt, Sebastian Mai eine Pause erhält und Schwarz außen verteidigt.

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