Fußball: 3. Liga
Preußen-Keeper Schulze Niehues: „Unsicherheit hat sich eingeschlichen"

Münster -

Die Leistungen von Preußen-Keeper Max Schulze Niehues waren bisher völlig in Ordnung. Nur seine Vorderleute überzeugten in den fünf Pflichtspielen nicht wirklich. Im Interview stellt der 27-Jährige heraus, dass er sich dennoch keinesfalls vom Team abkoppelt in der Bewertung – und dass er auf die schnelle Wende hofft.

Mittwoch, 24.08.2016, 20:00 Uhr aktualisiert: 25.08.2016, 09:43 Uhr
Fokussiert und konzentriert: Max Schulze Niehues und der SCP wollen den Fehlstart wettmachen.
Fokussiert und konzentriert: Max Schulze Niehues und der SCP wollen den Fehlstart wettmachen. Foto: Jürgen Peperhowe

Zum Profikader der Preußen zählt keiner der aktuellen Spieler durchgehend so lange wie Max Schulze Niehues. Seit 2011 ist das Eigengewächs, an Bord beim Drittligisten. In die laufende Saison ging er aber erstmals als Nummer eins – und sieht sich trotz eigener starker Leistungen gleich mit einem Fehlstart konfrontiert. Der 27-Jährige ist als einer der Ältesten im Kader gewillt, nun auch Verantwortung zu tragen, wie er im Gespräch mit Redaktionsmitglied Thomas Rellmann verrät.

Gibt es innerhalb der Mannschaft schon eine Erklärung für die Krise ?

Schulze Niehues: Noch nicht so richtig. Wir hatten ein schweres Auftaktprogramm, haben zwei Mal 0:1 verloren und nicht überzeugend gespielt. Dadurch hat sich Unsicherheit eingeschlichen. Viele alte Hasen, die so eine schwierige Situation schon mal erlebt haben, gibt es leider nicht. Aber jetzt müssen wir den Kopf hochnehmen, auch wenn sich den Start alle anders gewünscht haben.

Haben Sie den Zorn von Trainer Horst Steffen in den vergangenen Tagen zu spüren bekommen?

Schulze Niehues: Würde ich so nicht sagen. Natürlich ist er klarer, deutlicher in seiner Ansprache geworden. Aber das war er vorher eigentlich auch. Wichtig war, dass wir konzentriert und intensiv arbeiten konnten. Dass angesichts der Punktausbeute die Antennen bei jedem ausgefahren sein sollten, ist selbstverständlich.

Nach dem 1:1 gegen Duisburg klangen auch Sie zuversichtlich. Wie kam es zum 0:2 in Großaspach?

Schulze Niehues: Vom Gefühl her war der erste Punkt tatsächlich ein erster Schritt. Was dann kam, hat uns alle nur enttäuscht.

Ihr Abschied aus Münster stand eigentlich schon fest. Dann erhielten Sie plötzlich doch einen neuen Vertrag – und sind jetzt die Nummer eins. Verrücktes Fußballgeschäft?

Schulze Niehues: Vielleicht. Aber ich wusste immer, woran ich bin. Auch das Szenario, das jetzt so gekommen ist, war so besprochen. Ich habe auch schnell das Signal bekommen, dass die Rolle als Ersatztorwart nicht in Stein gemeißelt ist.

Dass Sie doch geblieben sind, hing auch mit dem plötzlichen Weggang von Marco Aulbach zusammen. Nun kommt es am Samstag zum Wiedersehen, er spielt für den FSV Mainz 05 II – nicht gerade ein Lieblingsgegner der Preußen...

Schulze Niehues: Die Statistik liest sich vielleicht nicht gut, aber das sollte keine Rolle spielen. Wir haben einen Plan entwickelt für die Partie, haben gut gearbeitet. Allen ist die Lage bewusst. Wir dürfen nur nicht verkrampft auftreten und uns zu viel Druck machen.

Von der Kritik, die auf die Feldspieler niederprasselte, blieben Sie verschont. Ihre Leistungen waren gut. Freut Sie das ein wenig?

Schulze Niehues: Ich will ja Spiele gewinnen, das hat meistens nicht geklappt. Also kann ich mich nicht daran aufrichten.

Gehören Sie alters- und erfahrungsgemäß in die Riege der Führungsspieler?

Schulze Niehues: Diese Rolle übernimmt man als Torwart ja automatisch mit. Aber wir haben mit dem Mannschaftsrat auch eine klare Hierarchie festgelegt.

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