Fußball: 3. Liga
Preußen-Pechvogel Hoffmann macht kleine Schritte und erzielt große Wirkung

Münster -

Im April riss die Patellasehne von Preußen-Leistungsträger Philipp Hoffmann – in der Sekunde, als er in Wiesbaden ein Tor erzielte. Nun macht der 24-Jährige, der immer positiv blieb, Fortschritte. Für Stabilisierungsübungen und Laufeinheiten kommt er sogar schon wieder auf den Trainingsplatz.

Donnerstag, 25.08.2016, 17:09 Uhr aktualisiert: 25.08.2016, 21:19 Uhr
In dieser Szene riss Philipp Hoffmanns Patellasehne – nun macht er Fortschritte.
In dieser Szene riss Philipp Hoffmanns Patellasehne – nun macht er Fortschritte. Foto: Sanders

Der Symbolwert lässt sich nicht abstreiten. Wenn ein lange verletzter Profi erstmals wieder neben den gesunden Kollegen auf dem Trainingsplatz schwitzt, tut das der Sportlerseele gut – selbst wenn die Rückkehr in den Spielbetrieb noch einige Monate entfernt liegt.

Philipp Hoffmann würde diese Einschätzung so unterschreiben. Der Flügelspieler des SC Preußen ist seit dem 29. April außer Gefecht, als ihm bei seinem Führungstor gegen SV Wehen Wiesbaden (Endstand 2:0) die Patellasehne riss. „Im ersten Moment war ich sehr geknickt, aber man kann ja nichts machen“, erzählt er. „Also habe ich mich mit der Situation abgefunden und schnell die ersten Schritte eingeleitet.“

Den Lohn für diese Einstellung gab’s am Mittwoch, als der 24-Jährige zum ersten Mal wieder den Rasen an der Hammer Straße betrat und erste individuelle Laufeinheiten absolvierte, während die Teamkameraden ein paar Meter daneben ihr Programm abspulten. „Klar, das macht Spaß, wieder etwas näher dran zu sein“, sagt der Rechtsfuß. Wobei er auch seit dem fatalen Moment in Hessen nie wirklich weg war. Weil er nach der ersten Operation, die schon drei Tage später stattfand, beide Rehas in Münster – bei Mannschaftsphysio Matthias Haase und später in der mit einem Bewegungsbad ausgestatteten Praxis von Joschka Krummenerl in Gievenbeck – absolvierte, blieb er nah dran an der Mannschaft.

Ein zweiter Eingriff Ende Juni verlief planmäßig, und überhaupt kann sich Hoffmann über den Heilungsverlauf bislang nicht beschweren. „Ich hatte Glück, Rückschläge gab es bislang noch gar nicht.“ Eine Comeback-Prognose ist dem gebürtigen Westpfälzer dennoch nicht zu entlocken. Von einem Dreivierteljahr Pause war zunächst die Rede. Natürlich ist es ein Ziel, im Januar zur Rückrundenvorbereitung in das Mannschaftstraining zurückzukehren. „Ich bin guter Dinge, aber erstmal abwarten“, sagt er. Anfang September steht die nächste Bestandsaufnahme bei Prof. Horst Rieger an. Dann wird auch darüber beraten, ob noch eine weitere Reha folgt, die wäre dann wahrscheinlich extern.

Zunächst aber genießt der Offensivmann die Nähe zu den Kollegen. Mit Physiotherapeut Christian Krabbe hat er die Intensität schon sukzessive gesteigert. „Jetzt, da ich erstmals das Laufband gegen Rasen eingetauscht habe, bin ich erst recht guter Dinge. Ich kann das Knie gut belasten. Und auch im Alltag gibt es keine Probleme mehr. Autofahren ist schon länger wieder möglich.“ Im Mai und Juni war das noch anders. Gerade direkt nach der Verletzung. „Die ersten Tage waren extrem schmerzhaft. Mit der ersten OP war das Schlimmste überstanden, allerdings durfte ich danach auch zwei Monate das Knie nicht um mehr als 30 Prozent beugen“, erzählt Hoffmann. Mental hatte er den Schock recht schnell verarbeitet. „So was gehört eben auch zum Profifußball. Ich habe versucht, mir nicht wochenlang den Kopf zu zerbrechen.“ Und neben dem Platz hatte er mit Kreuzband-Patient und Abwehrspieler Simon Scherder einen Leidensgenossen, mit dem er ein Schicksal teilt. „Na klar, das vereinfacht es wahrscheinlich. Aber schöner wäre, wenn wir nicht beide so lange ausfallen würden.“

Derzeit ist Hoffmann einen Schritt weiter als das Preußen-Eigengewächs, am Ende hoffen beide aber, irgendwann in der Rückrunde wieder in der Liga auf dem Rasen zu stehen. In der aktuellen Krisenlage würden das Duo, das für hohe Identifikation steht, dem Schlusslicht zweifellos gut zu Gesicht stehen. Doch noch ist für beide weiter Geduld gefragt.

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