Mo., 05.09.2016

Volleyball: Frauen-Bundesliga „Radikaler Schnitt“ beim USC Münster unerlässlich

Düstere Miene: Schatzmeister Martin Gesigora präsentierte der Versammlung ernüchternde Zahlen und forderte eine totale Haushaltsdisziplin.

Düstere Miene: Schatzmeister Martin Gesigora präsentierte der Versammlung ernüchternde Zahlen und forderte eine totale Haushaltsdisziplin. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Das sind nicht gerade die besten Neuigkeiten: Frauen-Bundesligist USC Münster hat vor allem in der vergangenen Spielzeit über seine Verhältnisse gelebt. Nun muss an allen Ecken und Enden gespart werden.

Von Wilfried Sprenger, Henner Henning

Die Lage ist ernst. Sehr ernst sogar. Sportlich hatte der USC Münster in der Saison 2015/2016 die Dinge mit dem Vorstoß ins Playoff-Halbfinale durchaus im Griff. Wirtschaftlich fällt die Bilanz weniger gut aus. Und das ist noch charmant ausgedrückt. Tatsächlich rutschte der Bundesliga-Club im abgelaufenen Haushaltsjahr tief in die roten Zahlen ab. Zum 30. Juni häuften sich die Verbindlichkeiten auf über 704.000 Euro an. Allein die Serie 15/16 bescherte dem Verein ein Minus von 202.000 Euro. Da ist einiges aus dem Ruder gelaufen, es kommen stürmische Zeiten auf den klammen Ex-Meister zu.

Etwa 1,379 Millionen Euro nahmen die Unabhängigen in der vergangenen Saison ein. ­1,581 Millionen standen auf der Ausgabenseite. Da ist nicht gut gewirtschaftet worden, de facto hat der Verein über seine Verhältnisse gelebt. In der Serie 2014/2015 waren die Münsteraner noch mit 1,236 Millionen Euro ausgekommen. Insbesondere die hohen Personalkosten fliegen dem USC nun schwarz auf weiß um die Ohren. Diese Position (inklusive des Beitrags zur Berufsgenossenschaft ) stieg von 793.000 auf 1,03 Millionen Euro. Ein exorbitanter Sprung. Auch andere Kostenstellen zogen das Jahresergebnis in den Keller. So erhöhten sich die Aufwendungen für Reisen (jetzt 78.000 Euro; Vorjahr: 54.000) und Spielbetrieb/Ausrüstungsmaterial (108.000; zuvor 78.000) deutlich. Gleiches gilt für die Positionen Mieten, Energie-/Hallenkosten (58.000; zuvor 37.000) und KFZ/Fuhrpark (68.000; zuvor 50.000). Unter dem großen Strich verpasste der USC sein finanzielles Jahresziel, das ursprünglich einen Gewinn von 34.000 Euro vorsah, um 236.000 Euro.

Vorstandswahl

Bei der Mitgliederversammlung wurde auch der Vorstand des USC Münster neu gewählt. Jörg Adler bleibt Präsident, zwei Vorstandsmitglieder verlassen hingegen das Boot. Vor der Abstimmung gab es eine hitzige Debatte.

Martin Gesigora , der Vizepräsident Finanzen, nahm bei der Präsentation des Zahlenwerks kein Blatt vor den Mund. Mit Blick auf den neuen Haushalt sprach er von einem „radikalen Schnitt“ und mahnte uneingeschränkte Disziplin bei den Ausgaben an. Das ist auch dringend geboten.

Der Etat für die kommende Spielzeit sieht Ausgaben in Höhe von 1,297 Millionen Euro vor. Bei einer Einnahmenerwartung von 1,347 Millionen soll ein Gewinn von 50 000 Euro erwirtschaftet werden. Vor allem im Personaletat wurde die Kostenbremse getreten. Hier sollen im Vergleich zu den aktuellen Zahlen fast 200.000 Euro eingespart werden.



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