Fußball: 3. Liga
Preußen Münster zurück in der Krise

Halle -

(Aktualisiert) Vier Punkte aus sechs Spielen, am Sonntagabend könnten die Preußen aus Münster gar wieder die Rote Laterne in Liga drei in den Händen halten. Dabei begann in Halle alles nach Maß, mit einem frühen Tor, aber dann ...

Freitag, 09.09.2016, 20:25 Uhr aktualisiert: 09.09.2016, 22:27 Uhr
Adriano Grimaldi hatte die frühe Preußenführung erzielt und wurde anschließend wie hier von Max Barnofski in seinem Tatendrang vehement gestört. Sein Treffer reichte nicht zum ersten Auswärtssieg.
Adriano Grimaldi hatte die frühe Preußenführung erzielt und wurde anschließend wie hier von Max Barnofski in seinem Tatendrang vehement gestört. Sein Treffer reichte nicht zum ersten Auswärtssieg. Foto: Jürgen Peperhowe

Einen Schönheitspreis, sagen wir mal für 40 Minuten sehr ansehnlichen und wie Halles Trainer Rico Schmitt fand „reifen Fußball“, hilft dem SC Preußen Münster in der aktuellen nullkommanull weiter. Unter dem Strich verlor der Fußball-Drittligist im Kellerkinderduell beim Halleschen FC mit 1:2 (1:2). Ein, zwei Momente innerhalb von 90 Sekunden drehten die Dinge im Erdgas-Sportpark vor 6818 Zuschauern um 180 Grad – und die Elf von Trainer Horst Steffen reiste mit leeren Händen und leeren Köpfen wieder heim.

„Das war schon kurios“, meinte Steffen nach der Partie, sichtlich gezeichnet von dieser Niederlage. Denn, so der SCP-Coach: „Rund 40 Minuten haben wir so gespielt, wie wir es uns vorgenommen haben. Dann machen wir zwei Fehler und die Partie läuft in eine ganz andere Richtung.“ 

Hallescher FC - Preußen Münster - Saison 2016/17, 6. Spieltag

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  • Die letzte Teamabsprache vor dem Anpfiff.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zwei gegen einen: SCP-Stürmer Jesse Weißenfels versucht den Ball gegen zwei Spieler des Halleschen FC zu behaupten.

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  • Auftakt nach Maß: Die Preußen bejubeln den 1:0-Führungstreffer durch Adriano Grimaldi.

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  • Sieger im Luftkampf: SCP-Spieler Benjamin Schwarz springt höher als Gegenspieler Toni Lindenhahn.

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  • Die Balance verloren: SCP-Stürmer Adriano Grimaldi kommt ins Trudeln.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Den Ball fokussiert: Adriano Grimaldi

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

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Auftakt nach Maß

Adriano Grimaldi hatte den SCP nach glänzender Vorarbeit von Jesse Weißenfels in Führung gebracht. Benjamin Pintol (43.) und eine abgefälschte Direktabnahme von Fabian Baumgärtel (44.) sorgten für den Umschwung. Münster ließ fraglos ein Erfolgserlebnis liegen, hatte ein deutliches Chancenplus, machte einiges richtig.

Doch am Ende tauchte der SCP im Rotlichtmilieu der ganz in blutrote Farbe getauchten HFC-Katakomben bedröppelt ab. „Dabei war auch die zweite Halbzeit eine gute Partie von uns“, sagte ein restlos enttäuschter Abwehrchef Sebastian Mai. In den zwei Schlüsselszenen der Partie war der SCP alles andere als reif und schenkte dabei das Erfolgserlebnis, eigentlich einen Sieg, her.

Das tat weh, weil der SCP, wie Steffen richtig erkannte, eine Reihe von Dingen gut machte. Die schnelle Führung schockte die ebenfalls miserabel in die Saison gestarteten Hausherren. Jesse Weißenfels´ Schuss und ein Kopfball von Michele Rizzi waren weitere beste Torchancen für Münster.

Hallescher FC - Preußen Münster - die Einzelkritik

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  • Torwart Max Schulze Niehues - Note 3:

    Er hatte kaum Möglichkeiten sich auszuzeichnen, hielt einen Ball, lief eine gefährliche Flanke ab, kassierte zwei unhaltbare Gegentreffer. Sein Gegenüber Fabian Bredlow hatte deutlich mehr zu tun.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Stephane Tritz - Note 3:

    Er löste seine defensiven Aufgaben grundsolide, nach vorne weiter mit Verbesserungspotenzial.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers - Note 3:

    Er setzte sich entschlossen durch bei Zweikämpfen und Kopfbällen, wirkte wie der gesamte Abwehrverband sicher und gefestigt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Sebastian Mai - Note 2,5:

    Er hat sich mittlerweile auf einem guten Niveau gefangen, klärte nach der Pause einmal spektakulär mit einer Grätsche. Wird Stück für Stück souveräner, wächst an der Aufgabe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Benjamin Schwarz - Note 3:

    Er bearbeitete seine Seite intensiv und agierte wie üblich entschlossen. Seine offensiven Vorstöße allerdings blieben weitestgehend farblos.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Edisson Jordanov - Note 4,5:

    Er wäre viel besser bewertet worden, hätte er nicht diese 120 Sekunden vor der Pause erlebt. War an beiden Gegentoren mehr oder weniger direkt beteiligt. Die restlichen 67 Minuten seiner Spielzeit waren dagegen ordentlich bis gut. Er war der Pechvogel der Partie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi - Note 4:

    Mit Licht und Schatten, ihm fehlt noch die Wucht und das Tempo im Spiel. Ist im vorderen Bereich besser aufgehoben als auf der defensiven zentralen Mittelfeldposition.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Danilo Wiebe, Note 3,5:

    Er war vor der Pause auffälliger als nach dem Wechsel. Wie Abwehrchef Mai wächst er weiter in diese zentrale Rolle hinein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Sinan Tekerci - Note 3:

    Er setzte sich gegen die körperliche robustere Konkurrenz oft gut durch. Ihm fehlen allerdings noch klare Toraktionen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Jesse Weißenfels - Note 3:

    Er bereitete die Führung toll vor, vergab aber auch zwei Qualitätschancen. Scheint nach einjähriger Verletzungspause in der 3. Liga angekommen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Adriano Grimaldi - Note 2,5:

    Er traf nicht nur, sondern ackerte auch wie ein Pferd gegen die ochsenhafte Mittelfeld- und Abwehrreihe der Gastgeber.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Sandrino Braun - kein Note:

    Er kam für Rizzi und leistete sich vor allem eine Reihe von Fehlpässen. Steigerungsfähig.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Mehmet Kara - keine Note:

    Mit guten Ansätzen oft in seinen Aktionen, die dann in schwachen Abspielen endeten. Konnte aber für etwas neuen Schwung sorgen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Tobias Rühle - keine Note:

    Er hatte wenige Minuten, nachdem er ins Spiel kam, die Monsterchance zum Ausgleich, schoss aber überhastet über das Tor. Sorgte für leichten frischen Wind wie auch Kara.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Halle hatte nichts dergleichen anzubieten, der Rückstand traf die Hausherren ins Mark. Das 1:0 schien zur Pause fast schon zementiert, alles deutete auf dieses Resultat hin, ehe die Preußen Hilfestellung leisteten. Einen schnellen Abwurf von Torwart Max Schulze Niehues vertändelte Edisson Jordanov fast schon fahrlässig. Was Pintol dann daraus machte war ein Geistesblitz, ein richtig guter Abschluss, unhaltbar für Schulze Niehues.

Die Wende

Und Augenblicke später verursachte Jordanov übermotiviert eine Ecke, die letztlich zum 2:1 führte. Einen Eckball von Hilal El-Helwe nahm Fabian Baumgärtel volley, abgefälscht fand der Ball den Weg ins Tor. Ausgerechnet Baumgärtel, der auf den letzten Drücker in die HFC-Auswahl gerutscht war und unter Horst Steffen noch bei den Stuttgarter Kickers gespielt hatte.

Jetzt war das Stadion ein Hexenkessel, doch wenn man ehrlich war, dann hatten die Preußen durch Jesse Weißenfels (49.) und den eingewechselten Tobias Rühle (80.) klarste Chancen zum Ausgleich. Die Gastgeber hatten ebenfalls Konteransätze, aber vieles verpuffte in der SCP-Defensive. Eine intensive Partie war das, zwischendrin mit einer hohen Fehlpassquote auf beiden Seiten, aber umkämpft, packend, gar nicht so schlecht.

Kein Schönheitspreis

Das Ende ist aber in Stein gemeißelt: Münster verlor 1:2 in Halle, das tat weh. „Eine üble Sache“, fand auch Horst Steffen. „Solche Fehler wie die unseren werden in der 3. Liga halt sofort hart bestraft“, meinte auch Sportvorstand Carsten Gockel. Lange diskutierte er im Rotlicht des Kabinengangs mit dem Trainer. Beide haderten, natürlich, der SCP steckt mit vier Pluspunkten aus sechs Partien tief in der Krise und am Ende der Tabelle fest.

Blumen für ein schönes Spiel, anerkennende Worte von der Konkurrenz, die ein wenig wie Mitleid klingen, brauchte da kein Preuße. Die ordentliche Leistung von Halle hin oder her. Es dürfte eine zähe Angelegenheit werden, da unten wieder rauszukommen.

Die Statistik:

Hallescher FC: Bredlow - Schilk, Kleineheismann, Barnofsky, Baumgärtel (81. Franke) - Gjasula, Fennell - Lindenhahn (88. Ajani), Pfeffer, El-Helwe (69. Röser) - Pintol

Preußen Münster : Schulze Niehues – Tritz, Schweers, Mai, Schwarz – Jordanov (69. Kara), Rizzi (64. Braun), Wiebe, Tekerci (76. Rühle) – Weißenfels, Grimaldi

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