Fußball. 3. Liga
Die Preußen sammeln nur ganze vier von 18 möglichen Punkten

Halle/Saale -

Der SC Preußen Münster kommt in dieser Saison einfach nicht in den Tritt. Auch aus Halle kehrte der Drittligist ohne Punkte zurück, eine zarte Leistungssteigerung reichte beim 1:2 nicht. So verharrt der SCP im Tabellenkeller – mit bescheidener Ausbeute.

Montag, 12.09.2016, 01:28 Uhr aktualisiert: 12.09.2016, 07:15 Uhr
Die Fahrt nach Halle war alles andere als ein Triumphzug für die Preußen, weder die Mannschaft noch die Fans hatten am Freitagabend erwas zu feiern.
Die Fahrt nach Halle war alles andere als ein Triumphzug für die Preußen, weder die Mannschaft noch die Fans hatten am Freitagabend erwas zu feiern. Foto: Jürgen Peperhowe

4 aus 18. Keine Lotterie oder Bingo, sondern nur die Ausbeute des SC Preußen Münster nach dem sechsten Spieltagen. Vier von möglichen Punkten geholt, ein Stimmungstöter, zu lachen gibt es da nichts, die Fakten sind erschreckend. Die 1:2-Auswärtsniederlage am Freitag beim Halleschen FC war erneut eine Niete, obwohl ein fetter Gewinn in Form von drei Zählern gar nicht weit entfernt war.

Die Beute ließ sich der Fußball-Drittligist zu einfach aus den Händen schlagen. Fußball ist ein Ergebnissport, später fragt keiner den Sieger, warum er gewonnen hat. Der Verlierer gerät dagegen in Erklärungsnot: Wie konnte es nur so weit kommen.

Hallescher FC - Preußen Münster - Saison 2016/17, 6. Spieltag

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  • Die letzte Teamabsprache vor dem Anpfiff.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zwei gegen einen: SCP-Stürmer Jesse Weißenfels versucht den Ball gegen zwei Spieler des Halleschen FC zu behaupten.

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  • Auftakt nach Maß: Die Preußen bejubeln den 1:0-Führungstreffer durch Adriano Grimaldi.

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  • Sieger im Luftkampf: SCP-Spieler Benjamin Schwarz springt höher als Gegenspieler Toni Lindenhahn.

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  • Die Balance verloren: SCP-Stürmer Adriano Grimaldi kommt ins Trudeln.

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  • Den Ball fokussiert: Adriano Grimaldi

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

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Und das war so: Münsters Coach Horst Steffen erlebte eine weitere Wahrheit des Fußballs, dass 88 ordentliche, manchmal sogar gute Minuten in einer Begegnung innerhalb von 120 Sekunden weggewischt werden können. Der Pechvogel der Preußen war dabei Edisson Jordanov, der kurz vor der Pause den Weg zum 1:1 für die Hausherren durch Benjamin Pintol freimachte, und der wenige Augenblicke später einen Eckball verursachte, der durch Fabian Baumgärtels Volleyabnahme zum 2:1 letztlich führte. Der agile Adriano Grimaldi hatte nach toller Vorarbeit von Jesse Weißenfels nach vier Minuten die 1:0-Führung für die Preußen besorgt, was den Gästen Sicherheit und Selbstvertrauen einimpfte.

Mai sieht „dämliche Gegentore“

„Reifen Fußball“, attestierte Halles Coach Rico Schmitt den Preußen, es war eine Mischung aus Respekt und Mitleid für den Gegner, der einzig die verschmutzte Sportkleidung mit auf den Heimweg nahm, aber keine Punkte. „Zwei dämliche Gegentore“, hatte Münsters Abwehrchef Sebastian Mai erlebt. Und „natürlich sei das ein Fehlstart“, fügte er an.

Die Krise des SCP wurde bei der Betrachtung der Chancen deutlich. Halle hatte drei Möglichkeiten, zwei landeten im Tor, eine entschärfte SCP-Keeper Max Schulze Niehues. Münster erarbeitete sich fünf Qualitätsabschlüsse, konnte aber nur einen durch Grimaldi in einen Treffer ummünzen. Zwei Mal Weißenfels, Michele Rizzi und Tobias Rühle bugsierten das Runde nicht in Eckige, obwohl das fast „Hundertprozentige“ waren.

Hallescher FC - Preußen Münster - die Einzelkritik

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  • Torwart Max Schulze Niehues - Note 3:

    Er hatte kaum Möglichkeiten sich auszuzeichnen, hielt einen Ball, lief eine gefährliche Flanke ab, kassierte zwei unhaltbare Gegentreffer. Sein Gegenüber Fabian Bredlow hatte deutlich mehr zu tun.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rechtsverteidiger Stephane Tritz - Note 3:

    Er löste seine defensiven Aufgaben grundsolide, nach vorne weiter mit Verbesserungspotenzial.

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  • Innenverteidiger Lion Schweers - Note 3:

    Er setzte sich entschlossen durch bei Zweikämpfen und Kopfbällen, wirkte wie der gesamte Abwehrverband sicher und gefestigt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Sebastian Mai - Note 2,5:

    Er hat sich mittlerweile auf einem guten Niveau gefangen, klärte nach der Pause einmal spektakulär mit einer Grätsche. Wird Stück für Stück souveräner, wächst an der Aufgabe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Linksverteidiger Benjamin Schwarz - Note 3:

    Er bearbeitete seine Seite intensiv und agierte wie üblich entschlossen. Seine offensiven Vorstöße allerdings blieben weitestgehend farblos.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Edisson Jordanov - Note 4,5:

    Er wäre viel besser bewertet worden, hätte er nicht diese 120 Sekunden vor der Pause erlebt. War an beiden Gegentoren mehr oder weniger direkt beteiligt. Die restlichen 67 Minuten seiner Spielzeit waren dagegen ordentlich bis gut. Er war der Pechvogel der Partie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi - Note 4:

    Mit Licht und Schatten, ihm fehlt noch die Wucht und das Tempo im Spiel. Ist im vorderen Bereich besser aufgehoben als auf der defensiven zentralen Mittelfeldposition.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Danilo Wiebe, Note 3,5:

    Er war vor der Pause auffälliger als nach dem Wechsel. Wie Abwehrchef Mai wächst er weiter in diese zentrale Rolle hinein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Sinan Tekerci - Note 3:

    Er setzte sich gegen die körperliche robustere Konkurrenz oft gut durch. Ihm fehlen allerdings noch klare Toraktionen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Jesse Weißenfels - Note 3:

    Er bereitete die Führung toll vor, vergab aber auch zwei Qualitätschancen. Scheint nach einjähriger Verletzungspause in der 3. Liga angekommen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Adriano Grimaldi - Note 2,5:

    Er traf nicht nur, sondern ackerte auch wie ein Pferd gegen die ochsenhafte Mittelfeld- und Abwehrreihe der Gastgeber.

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  • Einwechselspieler Sandrino Braun - kein Note:

    Er kam für Rizzi und leistete sich vor allem eine Reihe von Fehlpässen. Steigerungsfähig.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Mehmet Kara - keine Note:

    Mit guten Ansätzen oft in seinen Aktionen, die dann in schwachen Abspielen endeten. Konnte aber für etwas neuen Schwung sorgen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Tobias Rühle - keine Note:

    Er hatte wenige Minuten, nachdem er ins Spiel kam, die Monsterchance zum Ausgleich, schoss aber überhastet über das Tor. Sorgte für leichten frischen Wind wie auch Kara.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Lob nach einer Niederlage ist für Fußball mit das Schlimmste. Es ist fast eine Demütigung. „Wir können uns nichts kaufen für 40 gute Minuten“, bilanzierte Horst Steffen, auch die zweite Halbzeit fand er ganz okay. Die letzten zwei Trainingswochen haben sein Team schon vorangebracht, in der Mittelfeldzentrale verrichtet überraschend Danilo Wiebe und keiner der dafür vorgesehenen Platzhirsche einen guten Job, vorne harmonieren Grimaldi und Weißenfels gut, hinten findet die Verteidigung mehr Stabilität – aber für etwas Zählbares reichte das nicht.

Schabernack des Stadionsprechers

„Das passiert, dass die bessere Mannschaft nicht gewinnt.“ Das sagte nicht der SCP-Coach, sondern Gertjan Verbeek, Coach des Zweitligisten VfL Bochum nach dem 0:2 bei den Würzburger Kickers am gleichen Abend. Münsters Coach ließ sich zu einer solchen Aussage nicht verleiten, er kennt das nackte Ergebnis, er weiß um den Tabellenstand, seine Spieler wissen das auch.

Und als wenn die Gegentreffer und die Niederlage nicht schon Nackenschläge genug gewesen wären, trieb auch Halles Stadionsprecher seinen verbalen Schabernack, spielte auf die Rivalität mit dem VfL Osnabrück an und verkündete nach einem Treffer: „Halle zwei, Osnabrück, ach ne Münster null.“ Das hatten die Preußen nicht verdient.

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