Fußball: 3. Liga
Am Anfang des Preußen-Niedergangs stand Magdeburg

Münster -

Vor elf Monaten war der SC Preußen Tabellenzweiter, nach der 0:3-Niederlage beim 1. FC Magdeburg kam der Drittligist keinen Schritt mehr voran. Von zwei auf 19 lautet die Tabellenbilanz. Am Samstag kann der SCP im Heimspiel ausgerechnet gegen den FCM wieder Schwung aufnehmen.

Mittwoch, 14.09.2016, 17:46 Uhr aktualisiert: 14.09.2016, 18:35 Uhr
Der Anfang vom Ende der Ära Ralf Loose in Münster: Die Preußen – hier Björn Kopplin gegen Magdeburgs Tarek Chahed – verlieren im November 2015 0:3 gegen den damaligen Neuling.
Der Anfang vom Ende der Ära Ralf Loose in Münster: Die Preußen – hier Björn Kopplin gegen Magdeburgs Tarek Chahed – verlieren im November 2015 0:3 gegen den damaligen Neuling. Foto: Jürgen Peperhowe

Preußen Münster muss sich etwas einfallen lassen, damit es kein frostiger Spätsommer ohne Lust und Laune wird. Vier Punkte hat das Team von Trainer Horst Steffen bislang gesammelt, zuletzt verdaddelte der Drittligist ein Erfolgserlebnis beim 1:2 gegen den Halleschen FC. Am Samstag gilt es die Talfahrt zu stoppen im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg , der sich mit ähnlichen Sorgen wie der SCP herumschlägt. Diese beiden Teams auf den Abstiegsrängen in der ersten Saisonphase? Damit hatte keiner wirklich gerechnet.

Rückblick in den Herbst 2015: Nichts deutete daraufhin, dass der Tabellenzweite Preußen nach der 0:3-Niederlage in Magdeburg am 16. Spieltag der Vorsaison in ein solches Dauer-Tief rutschen würde – monatelang nur Schlechtwetter für die Adlerträger. Für Trainer Ralf Loose war diese Pleite der Anfang vom Ende, fünf sieglose Partien weiter war wenige Tage vor Weihnachten Schluss für ihn. Kurios: Beim starken Aufsteiger aus Magdeburg lieferte der Überraschungszweite aus Münster noch eines seiner spielerisch überzeugendsten Saisonspiele ab – und kam ergebnistechnisch dennoch arg unter die Räder.

Während der SCP Stück für Stück abrutschte und nur aufgrund des fetten Punktepolsters am Ende einen einstelligen Tabellenrang erreichte, biss sich Magdeburg bis zuletzt an der Spitze fest. Nun aber wandern Münster und der FCM im Gleichschritt durch die Saison 2016/17, beide Clubs brauchen dringend ein Erfolgserlebnis, koste es, was es wolle. Das wird ein Hauen und Stechen werden.

„Das ist für mich kalter Kaffee“, sagt Steffen. „Ich konzentriere mich auf das Spiel am Samstag.“ Die englische Woche, die mit dem Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt sowie der Heimpartie gegen Werder Bremen II im Anschluss komplettiert wird, soll die Trendwende bringen – alles, außer Magdeburg, versucht Steffen aber auszublenden. Ihm fehlten bislang ein paar Prozentpunkte, in den letzten drei Trainingswochen wurde hart gearbeitet, sagt er, das System wurde überarbeitet, eigentlich spricht nichts gegen ein Erfolgserlebnis.

Münsters größtes Manko ist dabei die Offensive, trotz der Verpflichtung von Adriano Grimaldi im Winter, der allerdings zuletzt in Halle mannschaftsdienlich ackerte wie ein Pferd. Nur 25 Punkte aus 29 Punktpartien holte der SCP seit Ende 2015 in Magdeburg, gar nur 22 Tore in dieser Phase legen den Finger in die Wunde. Ohne Treffer keine Siege. Wenige Tore, wenige Siege.

Aktuell dürfte Steffens größtes Problem sein, dass er nach dem erneuten großen Umbruch keine Formation gefunden hat, auf die er sich total verlassen kann. Zwölf Spieler gingen im Sommer, elf Neue kamen, die Top-Transfers Tobias Rühle und Michele Rizzi (beide von der SGS Großaspach) zündeten bislang nicht wie erhofft. Und die wenigen Gewinner der Krise sind deshalb andere wie der zentrale Mittelfeldspieler Danilo Wiebe oder Jesse Weißenfels, der verletzungsbedingt die komplette Vorsaison ausgefallen war. „Die Liga ist unglaublich ausgeglichen“, findet Steffen. „Manchmal gibt es Phasen, in denen man Spiele gewinnt und nicht weiß, wieso man das geschafft hat. Dann hat man einen Lauf.“ Er hätte gerne einen solchen, denn er weiß: „Mit zwei Siegen in Folge kann man schnell Kontakt zum Mittelfeld herstellen.“ Und einiges aus den letzten Wochen wäre schnell vergessen.

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